Scientology Gegner ziehen ein, beziehen Stellung für einen langen Kampf

Eine Stiftung, organisiert zur Bekämpfung von Scientology, wird im Zentrum von Clearwater nahe der Kirche ihre Büros einrichten.

Von THOMAS C. TOBIN

© St. Petersburg Times, 5. Dezember 1999

CLEARWATER -- Eine oppositionelle Gruppe zur Scientology Kirche erklärte am Samstag, dass sie finanziell gut abgesichert und bereit ist, "hier zu bleiben" mit Plänen für eine Vielfalt von Betätigungen, von Vorträgen für Schüler und städtische Gruppen bis zur Beratung von Scientologen über den Austritt aus ihrer Kirche.

Die Gruppe nennt sich "Lisa McPherson Trust Inc.", nach der 36jährigen Scientologin die 1995 umkam als sie sich in der Obhut von Mitarbeitern der Kirche befand. Ihre Absichten wurden während einer "Scientology/Clearwater Relations Conference" in einem örtlichen Hotel öffentlich bekanntgegeben.

Ebenfalls am Samstag demonstrierten etwa 40 Anti-Scientology Aktivisten vor Gebäuden von Scientology im Stadtzentrum. Später versammelten sich mehr als 60 Leute, eingeschlossen die Familie von Lisa McPherson aus Texas, um an einer Abendwache ihrer zu gedenken.

Robert Minton, der Millionär aus New England der die neue Stiftung gründete, gab bekannt, dass ihre Büros eine "sichere Zone" für Scientologen und andere sein werden, die mit der Kirche nicht einig gehen oder Fragen haben, deren Beantwortung sie nur bei ihren Kritikern erhalten können.

"Wir werden die Leute ermutigen selbst zu denken und wir werden den Leuten zu jeder Information verhelfen die sie bekommen möchten", sagte Minton, als er mit einem Demonstrationsschild auf der Hauptkreuzung des Stadtzentrums zwischen der Cleveland Street and Fort Harrison Avenue auf und ab ging.

Auf seinem Schild war ein Hakenkreuz mit einem Scientologykreuz in der Mitte. Es besagte: "Stoppt den Hass, die Lügen und den Fanatismus von Scientology".

Als Antwort auf Minton und die anderen Demonstranten sagte Mike Rinder, ein Topmanager von Scientology: "Die einzigen, die in Clearwater Angst und Hass verbreiten, sind diese Leute".

Er nannte die Lisa McPherson Stiftung "eine Hassgruppe, für den Profit und den persönlichen Vorteil von Bob Minton gegründet".

Rinder fügte hinzu, "Ich glaube nicht, dass irgend jemand in dieser Gemeinde sie in der Umgebung haben will".

Als sich die Stiftung im Oktober vom Staat als eine gewinnorientierte Gesellschaft eintragen liess, erklärten Vertreter der Kirche, dies sei eine List von Minton um die 2,5 Millionen Dollars zurückzuerhalten, die er bis anhin für Aktionen gegen Scientology ausgegeben hatte.

Aber Minton, ein 53jähriger Investmentbankier im Ruhestand, entgegnete am Samstag, dass wenn sein Beweggrund das Geld wäre, hätte er es nicht so bereitwillig für Aktionen gegen Scientology ausgegeben. Er erklärte, die Gruppe als gewinnorientiert registriert zu haben um die Bedingung der offenen Rechnungsführung für gemeinnützige Institutionen zu vermeiden und so zu verhindern, dass mögliche Spender durch Scientology belästigt werden.

Die Stiftung wird durch ein Vollzeitteam von sechs Leuten betreut, in einem Gebäude im Zentrum für das Minton wie er bekanntgab einen Kaufvertrag abgeschlossen hat. Von dem Gebäude wurde bekannt, dass es an Kirchebesitz angrenzt, aber Minton wartet mit der Bekanntgabe der Örtlichkeit noch zu.

An der Anti-Scientology Konferenz bekam ein kleines Publikum von Aktivisten verschiedene Redner zu hören, eingeschlossen Peter Alexander und David Cecere.

Cecere, Scientologe von 1975 bis 1992, wird der leitende Direktor der Stiftung. "Wir sind hier um zu bleiben. Wir sind hier für einen langen Feldzug. Wir sind hier um dafür zu sorgen, dass die Wahrheit ans Licht kommt", sagte Cecere der Gruppe. "Und wir werden fleissig sein."

Alexander, auch ein ehemaliger Scientologe, erzählte wie er während 20 Jahren eine Million Dollars für Scientology ausgab und letztes Jahr sein Geschäft von Clearwater nach Tampa verlegte um von der Kirche wegzukommen. Als eines der 23 Vorstandsmitglieder der Stiftung versuchte er für die Gruppe Büroräume zu finden, begegnete aber, wie er sagte, dem Widerstand der Eigentümer aus Angst vor Scientology.

Alexander erklärte, die neue Stiftung werde "die Macht hinter den Leuten sein, damit das sie sich nie mehr zu fürchten brauchen".