Bericht von Besuch des LMT in Deutschland und Frankreich

22. April 2000

Von Stacy Brooks

Bob Minton und ich verbrachten eben zehn Tage in Europa. Wir waren in Köln, Hamburg und Paris. Es war dies das erste Mal, dass Vertreter des Lisa McPherson Trust die Gelegenheit hatten, sich mit entsprechenden Organisationen in anderen Ländern zu treffen. Wir diskutierten, wie wir mit der Scientology Kirche umgehen und wie wir unsere Aktionen koordinieren können. Wir stellten fest, dass wir alle sehr stark darüber übereinstimmten, wie die Situation angegangen werden muss. Bob und ich waren beide beunruhigt von Berichten aus Deutschland und Frankreich über durch die Vereinigten Staaten gegen diese beiden Staaten unternommene Aktionen wegen ihrer Haltung gegenüber Scientology. Wir konnten aus diesen Berichten nur schliessen, dass die Clinton Administration zur Verbreitung der weltweiten Absichten von Scientology missbraucht wurde. Es ist ganz klar Scientologys Plan, sich selbst als Opfer "religiöser Diskriminierung" darzustellen wo sie immer Schwierigkeiten bekommen und dann die Vereinigten Staaten dazu zu bringen, die betroffenen Länder zu verurteilen. Obwohl unsere Besuche in Deutschland und Frankreich nur kurz waren, verschafften sie uns eine Gelegenheit, unsere Perspektiven über die Vereinigten Staaten hinaus zu erweitern und festzustellen, wie unser Land missbraucht wird.

Zuerst hatten wir einen kurzen Aufenthalt in Köln, wo Bob an einer Livesendung des Fernsehens teilnahm. Der Gastgeber war Hans Meiser, ein bekannter TV Moderator in Deutschland. Die anderen an der Show beteiligten waren Dr. Norbert Blüm, ehemaliger Arbeitsminister und seit langem Kritiker von Scientology und Tanya Neujahr, ein ehemaliges Sea Org Mitglied von St. Hill, die im Alter von 17 Jahren als Sicherheitswache bei verschiedenen Isolationsüberwachungen eingesetzt wurde (in England als "baby watch" bekannt). Die Chefin von Tanya bei diesen Isolationsüberwachungen war ein dreizehnjähriges Mädchen. Später versuchte Tanya aus St. Hill zu entkommen und wurde, umsichschlagend und schreiend, in einen Raum geschleppt, dort eingeschlossen und während mehreren Tagen selbst in Isolation gehalten, bis sie einwilligte, ihre "overts and withholds" (O/Ws) aufzuschreiben und in St. Hill zu bleiben.

Ebenfalls in der Show waren Sabine Weber, Leiterin von OSA München, und zwei weitere deutsche Scientologen. Bob musste durch einen Übersetzer sprechen und war so in der Lage, Hans Meisers Fragen über Belästigungen zu beantworten, es war ihm jedoch nicht möglich, sich an der heissen Auseinandersetzung zu beteiligen, die in der Show den grössten Raum einnahm. Dr. Blüm war hervorragend mit seiner Entgegnung auf die Versuche der Scientologen, sich als Opfer religiöser Diskriminierung darzustellen. Er stellte klar, dass Religion nichts mit den Bedenken der deutschen Regierung gegenüber Scientology zu tun hat.

Nach der Fernsehsendung nahmen wir mit Tanya den Zug nach Hamburg, wo wir uns am Bahnhof mit Ursula Caberta trafen, der Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde. Es war das erste Mal, dass sich jemand von uns mit ihr traf und es wahr wirhlich ein Vergnügen. Sie ist eine angenehme, entzückende Person, äusserst scharfsinnig und bestens unterrichtet über Scientology, zudem war sie eine zuvorkommende Gastgeberin während unserem Aufenthalt in Hamburg. Sie veranstaltete eine Pressekonferenz, damit die deutschen Medien eine Gelegenheit bekamen, einen Standpunkt aus den U.S. über Scientology zu hören. Ursula, Bob und ich sprachen alle in einem Raum voll von Medienleuten. Daraus resultierten verschiedene Zeitungsartikel wie auch TV Spots über die Hauptsender.

Am nächsten Tag waren wir an einer Gerichtsverhandlung mit Frau Caberta dabei, der Grund war, festzustellen ob Scientology berechtigterweise Frau Caberta verklagte weil sie einer Reihe von Firmen antwortete, die sie um um eine Methode baten um sich vor Personalvermittlung durch Scientology zu schützen. Es gibt in Deutschland WISE Gruppen, die gleich funktionieren wie Sterling Management, Hollander Consultants und andere sogenannte Unternehmensberatungsgruppen in den Vereinigten Staaten. Sie täuschen vor, den Firmen Unternehmensberatung anzubieten - so für Zahnärzte, Tierärzte oder Chiropraktiker - während sie in Wirklichkeit nichts anderes als Frontgruppen der Scientology Kirche sind um die Leute dazu zu bringen, von Scientology Auditing und Kurse zu kaufen. Frau Cabertas Arbeitsgruppe besorgte ein durch die Unternehmensberatungsfirmen auszufüllendes Formular, das den interessierten Firmen aufzeigt ob die Beratungsfirma plant, die "business technology" von L. Ron Hubbard in der Firma einzuführen.

Scientology wollte das Verfahren eingestellen haben und argumentierte ausführlich mit religiöser Diskriminierung, die Scientologen wiederholt mit den Juden unter Hitler vergleichend. Der Richter entschied jedoch, dass ihre Klage gegen Frau Caberta eingestellt werden soll, weil kein Beweis religiöser Diskriminierung vorlag. Einige Zeitungen brachten Artikel über dieses Urteil.

Nach einigen äusserst informativen Tagen in Hamburg flogen wir zu einem von Roger Gonnet arrangierten Treffen mit Denis Barthelemy, dem Generalsekretär der Mission Interministerielle de Lutte Contre les Sectes nach Paris. Unser Treffen mit Monsieur Barthelemy verlief sehr gut und war ebenfalls äusserst informativ. Roger hatte für uns in Paris auch viele Interviews mit den Medien vereinbart. Es war ein Vergnügen, die Zeit mit Roger zu verbringen, er war ein wundervoller Gastgeber während unserem Aufenthalt in Paris.

Die vielleicht wichtigste Sache, die ich jedermann mitteilen möchte, ist wie begeisternd es war herauszufinden, dass unsere Ansprechpartner in Deutschland und Frankreich unseren Standpunkt teilen was die Gefahren von Scientology betrifft und darüber, was dagegen unternommen werden muss. Wir diskutierten mit Ursula Caberta und Denis Barthelemy die Wichtigkeit einer Unterscheidung zwischen dem Religionssystems und den Praktiken von Scientology. Wir stimmten darin völlig überein, dass es den Scientologen absolut freigestellt ist an die Wirksamkeit der Tech und jeden weiteren Aspekt von Scientology zu glauben, an dem sie festhalten wollen. Aber sie empfinden stark, so wie wir, dass niemand, einschliesslich die Scientologen, das Recht zur Verletzung der Bürger- oder Menschenrechte von irgend jemandem hat oder jemand zum Zweck des Erreichens der eigenen Absichten missbrauchen oder betrügen darf. Ich denke es ist auch angebracht zu sagen, dass wir alle darin übereinstimmen, dass Scientology eine politische Bewegung ist und dass ihre gegenwärtige Strategie, sich selbst als Opfer religiöser Diskriminierung zur Schau zu stellen, nichts anders als ein durchsichtiges Manöver ist. Die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten gegenwärtig diese eigentliche Strategie fördern - ob wissentlich oder unwissentlich - macht dies noch lange nicht wahr.

Die Regierung der Vereinigten Staaten kritisierte die Regierungen von Deutschland und Frankreich hart und es wurde während unseren Diskussionen offensichtlich, dass diese Kritik äusserst ungerecht war. Man kann nur annehmen, dass die falschen Informationen, auf denen diese Kritiken beruhten, entweder von Scientologen kam oder von durch Scientology gekauften Lobbyisten, Anwälten oder Privatdetektiven. Wer auch immer die eigentliche Quelle war, es erscheint als klar, dass die U.S. Regierung durch Scientology manipuliert und missbraucht wird. Bob und ich verliessen Europa mit dem festen Entschluss, unsere eigenen Regierungsbeamten über den Charakter des Kultes aufzuklären, der sie manipuliert. Scientology bringt gegenüber der Regierung der U.S. nicht mehr Respekt entgegen als jeder anderen "Wog" Regierung auf der Welt. Der einzige Unterschied ist, dass sich die Regierung der U.S. durch Scientology manipulieren lässt, was die Regierungen von Deutschland und Frankreich, unter anderen, nicht zulassen. Was unsere U.S. Beamten, von Präsident Clinton über das Aussenministerium bis zur Legislativen, nicht realisieren ist, dass sie soweit es David Miscavige und seine Marionetten betrifft, nichts als Narren sind. Sie bleiben nur zu dem Grad nützlich solange sie willens sind, Scientologys Absichten zur Weltherrschaft zu förden.

Obwohl Scientology in Deutschland und Frankreich "religiöse Diskriminierung" schreit - genau so wie sie es in den Straf- und Zivilverfahren betreffend dem Tod von Lisa McPherson in den U.S. machen - richten sich weder Deutschland noch Frankreich aufgrund des Religionssystems gegen Scientology, genau so wenig wie dies der Staat Florida im Strafverfahren macht oder Lisas Familie im Zivilverfahren. Dieser Schrei von "religiöser Diskriminierung" ist ganz einfach die Strategie von Scientology, um die Regierungen und die Gerichte der drei Länder zu manipulieren.

Aber "religiöse Diskriminierung" hat mit dem, was geschieht, überhaupt nichts zu tun. Es ist der Missbrauch und der Betrug von Scientology, ihr verbrecherisches Verhalten, Belästigung und Einschücherung ihrer eigenen Mitglieder und ihrer Kritiker, worauf sich die deutsche wie die französische Regierung bezieht, genauso wie einzig dies die Angelegenheit des Staates Florida, von Lisa McPhersons Familie und des Lisa McPherson Trust ist. Was dabei am meisten beunruhigt ist, dass die U.S. Regierung nicht nur nichts zum Beenden dieser Umtriebe unternimmt; sie beschützt eigentlich Scientology und erlaubt ihr, mit ihrem Missbrauch und Betrug mit dem Segen der Regierung weiterzumachen.

Wir kamen mit dem festen Entschluss in die Vereinigten Staaten zurück, die Einstellung unserer Regierung gegenüber Scientology zu verändern, nicht nur zum Wohle unseres eigenen Landes, sondern auch zum Wohle des Rests der Welt. Es ist unbedingt notwendig, dass eine Aufklärungskampagne gestartet wird um alle drei Zweige von unserer Regierung über den wahren Charakter von Scientology zu informieren. Ebenso müssen wir die Vereinten Nationen aufklären. Wir müssen weitere Organisationen finden, die durch ihren Einsatz für die Bürger- und Menschenrechte veranlasst werden, sich für das Kennenlernen der Wahrheit über die tatsächlichen Absichten von Scientology zu interessieren.

Wir vom Lisa McPherson Trust sind zutiefst darüber beunruhigt, dass Scientology - durch Einschüchtern, Drohen, Belästigung und andere Druckmittel - ein so grosses Ausmass an Kontrolle über die Regierung, Polizeigewalt, die lokalen Firmen und Bürger von Clearwater erreichen konnte. Dies ist tatsächlich ein beängstigender Grad politischer Korruption in einem Land, das wir stolz ein freies Land nennen.

Der LMT ist fest entschlossen, jeder Erweiterung korrupter politischer Macht für diese gefährliche, missbräuchliche und betrügerische Organisation Einhalt zu gebieten.