13. Februar 2000

Wo steckt Mark Bunker, wenn man ihn wirklich braucht?

von Stacy Brooks

Nun gut, alles was ich dazu sagen kann, Mark hätte mit dabei sein sollen.

Mark, Grady und ich hatten einen grossartigen Tag im LMT. Ein bekanntes Paar langjähriger Scientologen - nun ehemalige Mitglieder von Miscaviges Scientology Kirche - kam vorbei um uns zu begrüssen. Wir hatten uns seit der Zeit als ich noch Mitglied der Scientology Kirche war nicht mehr gesprochen und es war wirklich eine grossartige Wiederbegegnung. Beide versicherten mir, dass es im ganzen Land Scientologen gibt, die nicht Mitglieder von Miscaviges Kirche sind, die jedoch alle untereinander in Kontakt sind und denen es bestens geht. Wir entschieden, dass es nun an der Zeit ist im LMT eine grosse Party für diejenigen zu veranstalten, die Miscaviges Kirche verlassen haben - für Scientologen und ehemalige Scientologen.

Es kamen auch andere Leute vorbei um sich vorzustellen, Leute aus der Umgebung, die uns einfach wissen lassen wollten, wie froh sie sind dass wir in Clearwater sind. Ein Junge bot uns seine Dienste an und er ist in der Lage, uns ganz gewaltig zu helfen. Entschuldigt, dass ich keine Details verrate :-)

Auf dem Heimweg hielt ich beim neuen Publix an der West Bay an. Ich war gerade bei meinen Lebensmitteleinkäufen und beugte mich über den kalte Ladentisch, nach etwas Schweizerkäse suchend. Plötzlich kam eine Frau auf mich zu und starrte mich mit grossen Augen an. Sie war Mitte dreissig, mit langem glattem Haar und Stirnlocken, inetwa von orange-blonder Farbe.

Ich wollte sie bereits fragen, ob sie Hilfe brauche als sie laut herausplatzte "Kenne ich sie nicht?"

Bevor ich irgend etwas sagen konnte sagte sie, sogar noch lauter "Ich habe sie am TV gesehen. Am City Commissioners Meeting. Sie sind Stacy Brooks! Sie sind eine 'Unterdrückerische Person'!"

Nun schrie sie mich an. Endlich verstehend was sich da ereignete sagte ich "Ah, sie sind eine Scientologin. Wie heissen sie?"

Aber sie nannte mir ihren Namen nicht, Sie schrie mich nur weiterhin an "Sie sind eine 'Unterdrückerische Person'! Sie sind eine 'Unterdrückerische Person'!"

Sie war nun wirklich aufgebracht. In der Hoffnung, sie ein wenig zu beruhigen, sagte ich "Vielleicht sollten wir uns setzten und miteinander ein Gespräch führen."

Daraufhin sprang sie zurück als ob sie gebissen worden wäre. "Ich kann es nicht glauben, dass ich im gleichen Lebensmittelladen einkaufte wie eine 'Unterdrückerische Person'! Ich werde nie wieder in diesem Laden einkaufen!" Sie wirkte richtiggehend darüber erschrocken, dass sie und ich am selben Ladentisch einkauften.

Schliesslich wendete sie sich ab und, ihren Einkaufswagen stehen lassend, rannte sie durch den Gang indem sie schrie "Sie sind eine 'Unterdrückerische Person'! Sie sind eine 'Unterdrückerische Person'!" bis sie um die Ecke bog und verschwand.

Es war wirklich ein Schauspiel. Als sie weg war entfuhr mir ein Seufzer der Erleichterung und ich wandte mich wieder meinem Einkaufswagen zu. Nun realisierte ich, dass mehrere Leute Zeugen dieser Begegnung waren. Sie standen mit grossen Augen herum und wussten nicht, wie sie reagieren sollten.

Ein Mann näherte sich mir, wie für die Gruppe sprechend. Nachdem er sich erst umschaute (ich vermute, um sicher zu sein, dass die Frau wirklich weg war) sagte er laut flüsternd "Wer war sie?"

"Sie ist eine Scientologin" begann ich. Ich hatte vor, noch mehr zu sagen, aber der Mann meinte unmittelbar "Ach so! Ich verstehe" und nickte verstehend den Anderen zu. Ich lächelte achselzuckend. Einige der Frauen schüttelten ihre Köpfe und lächelten mir sympatisierend zu. Dann gingen alle wieder zum Einkaufen über.

Nur gerade ein weiterer angenehmer Abend im 'besetzten Clearwater'...