Richter weist Argumente von Scientology zurück

Die Kirche behauptete, dass die durch die Erben von Lisa McPherson eingereichte Anklage durch ihre Kritiker "entführt" wurde.

Von THOMAS C. TOBIN

© St. Petersburg Times, veröffentlicht 4. Februar 2000

CLEARWATER -- Die Scientology Kirche meinte, sie werde von Leuten verklagt die zu weit gingen.

Sie behauptete, eine 70jährige Frau aus Texas habe es zugelassen, dass die Anklage wegen dem Tod ihrer Nichte, Lisa McPherson, durch Kritiker die unbedingt Scientology vernichten wollen "entführt" wurde.

Sie verlangte von einem Nachlassrichter aus Pinellas, die Tante, welche die Anklage wegen dem Todfall vorbrachte, als Vertreterin der Erben von McPherson zu entfernen.

Sie sagte, die Tante sei in Betrug verwickelt und sie drängte den Richter sie durch jemanden ohne böse Absichten gegenüber Scientology zu ersetzen.

Der Bezirksrichter George W. Greer von Pinellas-Pasco wies jedoch am Donnerstag diese Argumente zurück und entschied, dass Scientology keine rechtlichen Ansprüche am Erbe Lisa McPhersons habe, der Scientologin die 1995 unter der Obhut von Mitarbeitern der Kirche von Clearwater starb.

In einer schriftlichen Verfügung teilte Greer mit, er habe keine Beweise gefunden, dass die Tante Dell Liebreich aus Yantis in Texas gegen die Interessen der Erbschaft verstossen hätte. Er bemerkte, dass die Nutzniesser der Erbschaft, die ebenfalls Verwandte von McPherson sind, keine Einwände gegen Liebreich vorbrachten.

Gemäss Staatsgesetz hat nur eine "beteiligte Person" den Anspruch auf Einspruch beim Abwickeln eines Nachlassfalles. Das Gesetz definiert eine solche Person als jemand, der "berechtigte Erwartungen vorbringen kann, vom Ausgang eines bestimmten Verfahrens betroffen zu sein".

Die Kirche sagt, sie sei betroffen, weil Liebreich als Vertreterin der Erben eine Anklage wegen Tötung gegen Scientology einreichte und diese Anklage unberechtigterweise an Robert S. Minton, einem Millionär aus New England, delegierte. Minton eröffnete kürzlich ein Büro in Clearwater und sagt, er habe mehr als 3 Millionen Dollars für einen Kreuzzug zur Erneuerung von Scientology ausgegeben.

Mehr als 600'000 Dollars davon wurden für den Tötungsfall eingesetzt, gemäss Gerichtsdokumenten.

Der Richter traf seinen Entscheid nach einer 17stündigen Anhörung, die während drei Tagen im Dezember und Januar stattfand.

Die Kirche brachte in der Anhörung vor, dass Liebreich die Mutter von Lisa McPherson, Fannie McPherson, die gebrechlich war und im Januar 1997 an Krebs starb, manipulierte als Vorbereitungen unternommen wurden um die Erben einzusetzen und eine Anklage einzureichen. Die Vertreter der Kirche bestanden darauf, dass weder Lisa McPherson noch ihre Mutter gewollt hätten, dass ihre Erbschaft gegen Scientology verwendet würde. Sie behaupteten, dass eine Unterschrift auf einem der Erbschaftsdokumente von jemand anderem als Fannie Pherson gemacht wurde.

Greer hörte Experten für Handschriften, einen Arzt, einen Psychologen und zwei weitere Leute an die anfänglich aussagten, die fragliche Unterschrift zu bezeugen, aber während der harten Befragung durch die Anwälte der Kirche weniger sicher klangen.

Rechtsanwalt Ken Dandar aus Tampa, der die Erben vertritt, meinte zu Greers Entscheidung: "Sie zeigt auf, dass das Vorgehen von Scientology infolge der erdrückenden Beweise, den Tod von Lisa McPherson verursacht zu haben, äusserst verzweifelt ist".

Mike Rinder, ein Spitzenvertreter von Scientology, erklärte, die Kirche werde nun ihre Hoffnungen auf den Staatsanwaltschaft richten, die durch die Kirche ersucht wurde, eine Strafanklage wegen Betrugs gegen Liebreich in Betracht zu ziehen.

© St. Petersburg Times. All rights reserved.