- Der Zusammenbruch -

15.8.1990
Nach meiner Wiederkehr von Flag geschah nämlich folgendes:
Ich erfuhr sofort telefonisch nach meiner Rückkehr vom Flugplatz Fuhlsbüttel in meine Wohnung in Hamburg - Lokstedt, dass meine Freundin, auch Scientologin, mit einem anderen zusammen war und schriftlich, dass mein Job fristlos gekündigt war.
Ich wurde körperlich schwer krank, hatte Fieber und Schmerzen im gesamten Brustraum.
Nach ca. 3 Wochen hatte ich mich etwas erholt. In dieser Zeit rief mich Herr Gross öfters an und beschimpfte mich! Es wäre ein grosser "Verrat" an der Gruppe der Hamburger Scientologen gewesen, dass ich nach Flag gegangen bin. Tatsächlich war der eigentliche Verrat, dass ihm dadurch ca. 2'000 DM Kommission entgangen waren, die Monika Wienicke erhalten hatte.
Herr Gross sagte, ich wäre vollständig selber Schuld an meinem Einbruch, das wäre die Rache, der Motivator für mein Verhalten (wörtlich) und würde mir recht geschehen. Es gab sogar ein passendes Scientology-Wort für meine Situation:
Ein "Cave-in": Mentaler und/oder körperlicher Kollaps in dem Ausmasse, dass das Individuum nicht mehr ursächlich funktionieren (und einzahlen) kann (Technisches Wörterbuch der Scientology)
Dies Phänomen scheint quasi mit zur Begriffswelt der Scientology zu gehören, ist also offenbar eingeplant und persönliches Pech oder Schicksal, oder noch eher einfach "reingepuhlt", also nur durch eigenes Vergehen verursacht.

Als ich zu Andreas Gross, den ich ja durchaus als Freund bezeichnet hatte, sagte, er solle doch mal Grösse zeigen, antwortete er: "Du musst Dir mal Deiner Kleinheit bewusst werden".
"Ohne die Gruppe bist Du nichts".
Die zuständige FSC (Flag Service Consultant = Flag Dienste Beraterin) Heidemarie sagte, ich müsse sofort wieder nach Flag. Ich war aber völlig pleite und arbeitslos, hatte keine wirklichen Freunde in Scientology mehr, wenn ich da überhaupt je welche gehabt habe, und keinen Job. Ich wollte einfach nicht wahrhaben, was ich heute weiss: Wenn Du in Schwierigkeiten hängst, und/oder kein Geld mehr hast, interessiert sich kein Scientologe auf der Welt mehr für Dich. Solche Opfer werden der "Technologie" eben gebracht.
Eine Devise von Scientology ist: "Bestrafen Sie die Downstates, und belohnen Sie die Upstates!"
Erklärung: Upstates sind Leute mit hohem Einkommen oder viel Geld, dass sie dann in Scientology einzahlen könne.
Downstates sind Leute ohne Geld, Arbeitslose, Behinderte und Dritteweltbewohner. Um die kann und will man sich nicht kümmern, jedenfalls zur Zeit nicht.

Ende August 1990
Ich suchte Hilfe in irgendeiner Form erhoffend die Org Hamburg auf. Dort fühlte man sich nicht zuständig. Ich bekam nur die Gelegenheit, ein Fax nach Flag zu schicken, in dem ich meine Situation mit der Bitte um Rat und Hilfe beschrieb. Diese wurde nach einigen Tagen mit folgendem handschriftlichen vom Flag-C/S (Case/Supervisor= Fallüberwacher) oder auch sonst wem gefaxten Text beantwortet, wörtlich zitiert:

"Get your situation strengthened out, apply Ethics in your life and report to FSO (Flag Service Organisation) as soon as possible."

Zu Deutsch etwa: Bring Dein Leben vollkommen in Ordnung, wende "Ethik" an, und komm sofort nach Flag, um den nächsten Schritt einzuzahlen.(4 Intensive Auditing = $21'000, das war das Tech Estimate = Technische Einschätzung des PC's, die ich 1 Monat später in Flag erhielt)

Ein sog. E-Meter, Hilfsmittel zur "geistigen Beratung", das mir in Flag verkauft worden war (ca. DM 6'000.-, "brauchst Du unbedingt für Deine Brücke"), wollte ich an einen anderen Scientologen (Stefan K.) verkaufen, um wenigstens eine Zeit überleben zu können.
Wir hatten uns schon auf einen Preis geeinigt, und ich rief ihn am nächsten Tag an.
Er sagte mir, ihm wäre der Kauf des E-Meters von der Ethik-Abteilung untersagt worden mit der Begründung, nur die Kirche dürfe E-Meter verkaufen, was sich später als (gezielte) Falschinformation herausstellte.
Nebenbei erfuhr ich, dass A. Gross sich mit Stefan König darüber geeinigt hatte, dass letzterer mir meine Lebenszeitmitgliedschaft in der IAS ($2'000 mit $200 für den Vermittler A. Gross) auslegen sollte. Natürlich nur um mir zu helfen!
Dies war während meiner Abwesenheit in Flag hinter meinem Rücken beschlossen worden.
Herr Gross stand kurz vor der Pleite, und brauchte jeden Pfennig FSM Kommission, den er kriegen konnte.
Er musste ja irgendwie seine 4'000.- Marks Wohnung in Hamburg 76 finanzieren.
Nachdem ich meinen Unmut über das Verkaufsverbot des E-Meters gegenüber dem Bookstore Officer (Buch- und Utensilienverkäufer) geäussert und zum ersten Mal die Geldorientiertheit und die arrogante Überheblichkeit der "Kirche" gespürt hatte, schrieb dieser einen sog. Knowledge Report (Wissensbericht).
Der geht routinemässig an die Ethikabteilung der jeweiligen Kirche. Eine der in Hamburg zuständige Ethik-Offizierin, Frau Lehmann zitierte mich zu sich und schiss mich zusammen!
Sie bezeichnete mich als "Ethik Partikel."("Ethics bate" = andauernd und ständig "unethische" Person) Sie schrieb eine sog. Ethik Order Nr. 911:
" Du erhältst Hausverbot in der Hamburg Org und darfst dich nur an die Ethikabteilung der Hamburger Org oder der von Flag wenden."
Charlotte Mittendorf sagte, mein Einbruch käme von meinem eigenen unethischen Verhalten und von Unterdrückung durch irgendwen oder was, also PTS'ness, nicht ohne wissend zu grinsen.
Also genau dieselbe Person, die Monate vorher gesagt hatte:
"Es wird Dir helfen, wenn nicht kannst Du mich erschiessen!".

Sie sagte, ich wäre definitiv eine PTS - Person.
Ich hatte keine Pfennig Geld mehr, war arbeitslos, verschuldet und allein, und bekam Alkoholprobleme.
Zitat L. Ron Hubbard: "Scientology ist das Spiel, in dem jeder gewinnt."

September 1990
Ich lebte von Sozialhilfe eines Sozialamtes in Hamburg, quasi der Zufluchtsort der Downstates. Dort ging ich hin, um mir meinen Lebensunterhalt für einen Monat abzuholen.(DM 500.-) Zuletzt hatte ich netto DM 2'800.- verdient.
Davon, und von einer Leihgabe meines Vaters, der noch nicht wusste und wissen durfte, was wirklich geschehen war, flog ich noch einmal etwa Mitte September 1 Woche voller Hoffnung nach Flag. Ich war immer noch sicher, dass man dort im "Mekka der Technologie", meinen Fall schon lösen würde.

12.9-19.9.1990
Dort wurden dann einige Dinge von der Ethikabteilung erörtert, ich bekam noch eine Stunde Auditing, mehr hatte ich an Stunden dort nicht mehr zu stehen, d.h. bezahlt.
Ein "Case Sort Out", d.h. eine Reparatur der gemachten Fehler hätte mich noch einmal $21'000.- gekostet, ganz zu schweigen von den Hotelkosten von etwa $500/Woche.
Director of Processing Barbara in Flag: "you can never have enough money for Flag" "Du kannst nie genug Geld für Flag haben!"

Darüber hinaus wurde dort also in Flag, von der dortigen Ethikabteilung genannt P/MAA (Master at arms = Meister an den Waffen!) nur noch ein Schreiben an die entsprechende Hamburger Abteilung aufgesetzt, etwa sinngemäss: "Seid etwas netter zu ihm, er ist 'überrestimuliert'". Was das hiess, konnte mir keiner erklären, wohl so viel wie sehr verärgert.
Das war eine sehr untertriebene Darstellung. Tatsächlich war ich fast am Ende meiner Kraft. Aber es kam noch schlimmer:

Ende September 1990
Immer noch an die Funktionsfähigkeit der Technologie glaubend bzw. auf sie hoffend, ging ich dann mit diesem Schreiben zurück in die Hamburger Organisation. Ich hatte wirklich Glauben und Vertrauen in die Weisheit des Gründers.
In der Ethikabteilung in Hamburg wurde mir, als ich also das zweitemal von Flag wiederkam, u.a. folgendes mitgeteilt:

"Du qualifizierst nicht für Scientology" (A. v. Rönn)
"Flag kann uns nichts vorschreiben" (A. v. Rönn)
"Verschwinde, es warten schliesslich noch 10 andere" (A. v. Rönn)
"Du bist ein Overt Produkt" (A.v. Rönn)

    Erklärung: Overt Produkt heisst ein willentlich oder aus Versehen schlecht hergestelltes Produkt, also etwa das sog. Montagsauto, oder alles was eben nicht so funktioniert, wie es sollte.
"Du kannst ja auch Wortklären bekommen, aber das kannst Du dir eh nicht leisten!" (A.v. Rönn) (Wortklären in der Qualifikationsabteilung "nur" DM 175/Stunde!)
    Anmerkung: Nach LRH's Philosophie gehen alle Studier- und sonstigen Probleme des Menschen auf missverstandene Worte zurück.
Frau von Rönn arbeitet heute bei der Scientology Makler Firma "Rat und Tat" (Sic!), Hamburg.
Ich wurde auf den Zustand "Verrat" gegenüber der Gruppe gesetzt. Die Formel die auf diesen Zustand angewandt werden muss ist:
"Finden Sie heraus, dass Sie sind".
Ich musste mich durch die nächsthöheren Zustände hindurcharbeiten, als da sind
"Feind": Finden Sie heraus, wer Sie wirklich sind!
"Zweifel": Finden Sie heraus, wer Ihre Freunde sind!
"Belastung": Machen sie einen effektiven Schlag gegen die Feinde der Gruppe.
"Nichtexistenz": Finden sie heraus, was gebraucht und gewünscht wird und liefern sie es...

Ausführlich beschrieben in der Bibel der Scientologen: "Einführung in die Ethik der Scientology"

Das geschieht hauptsächlich durch Aufschreiben von Overts, Selbstabwertungen und endlosen "Was habe ich falsch gemacht" Bekundungen. Diese werden dann von den Ethik Offizieren mit mürrischen Gesichtern zur Kenntnis genommen und in den Ethik-Folder (Akte) geheftet, den man aber selbst nie zu Gesicht bekommt, ebenfalls nicht die Auditing Folder.
Nachdem ich diese Dinge etwa 3-4 Wochen ergebnislos durchgeführt hatte, gab ich innerlich auf, weil es mir immer nur noch schlechter ging, je öfters ich Hilfe erhoffend in die Hamburg Org ging.

Oktober 1990
Völlig pleite, hoch verschuldet, krank und arbeitslos zog ich wieder zu meinen Eltern nach Braunschweig.

November 1990
Auf Wunsch meines Vater, der meine Resignation spürte, fuhren wir zusammen nach Hamburg, wo Herr Gross und Frau als FSMs tätig waren, um mit ihnen, wie ich dachte, in Freundschaft über die festgefahrene Situation zu sprechen. Herr Gross hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehr als DM 25'000.- teils als Kommission, teils als direkte Einzahlung für die kompletten Akademiestufen (DM 22'300.-) privat als Scheck von mir erhalten.
Das Anrecht, diese Akademiestufen an einzelne Selectees zu verkaufen, hatte er sich durch seine Agententätigkeit für die Hamburg Org erworben, indem er an die 100 Leute "reingebracht" hat.

Er berichtete sogar nicht ohne Stolz, dass einer der ersten Klienten, die er selbst auditiert hat, in ein tiefes Koma gefallen ist, aber das müsste man halt in Kauf nehmen.

LRH: "Wir befreien Thetane"

Statt eines von mir erhofften klärenden Gesprächs wurde ich in Anwesenheit meines Vaters, der übrigens im April 1995 verstarb, von Herrn Gross als "Abschaum, Trittbrettfahrer und schlechtes Beispiel für die Funktionsfähigkeit der Scientology" bezeichnet. Ich schrieb später auch über Herrn Grossens Äusserungen einen Wissensbericht an die höchsten Stellen der Scientology- Welt-Organisation in dem Glauben, dass Herrn Gross' Verhalten gemassregelt oder zumindest missbilligt würde.
Aber da irrte ich.
Herr Gross gehörte damals zu den Upstates und unterlag dem Ethikschutz. Mit anderen Worten: wer genug Leute reingebracht, oder abkassiert oder viel selber eingezahlt hatte, konnte sich fast alles erlauben. Vielleicht, und das ist noch wahrscheinlicher, werden KR's im Int Management wie Klopapier benutzt, oder werden unter Ablage P = Papierkorb geführt.
"Wir sind ein Ausbrecherteam, und wenn mal einer in die Gletscherspalte fällt, können wir uns nicht um ihn kümmern", sagte Herr Gross u.a. zu meinem Vater.

Meine Eltern waren natürlich sehr besorgt über meinen resignierten Zustand, der leicht zu erkennen war. Kein Wunder, denn ich hatte über DM 1'400.- monatliche Schulden abzutragen, und fand trotz intensiver Bemühungen in den Jahren 90-92 keine meiner Ausbildung adäquate Arbeitsstelle.
Diesen monatlichen Betrag musste ich aufbringen, nur um fianziell auf Null zu kommen. An weiteres Auditing, von dem ich damals noch hoffte, dass es mir wieder auf die Beine helfen konnte, war gar nicht zu denken!
Ebenfalls im November 1990 kam es dann zu einem weiteren auf Wunsch meiner Eltern zustandegekommenen Gespräch in der Hamburger Org. Dieses artete zu einer Beschimpfungs- und Beleidigungssarie gegen mich aus. Herr Andreas Gross, Frau Telse Gross, Christa Lehmann und zum Schluss sogar mein Eltern waren der Überzeugung, ich wäre an allem selbst schuld, und hätte eben nicht nach Flag gehen sollen!
FLAG: Die höchste Instanz der Scientology auf der Erde ist, das "Mekka" der Technology, "the friendliest Place in the world" (Zitat aus der Werbung)

14.12.1990-28.3.1991
Ich entschloss mich dann, weil ich es doch irgendwie richtig machen und ein vorbildhafter Scientologe sein wollte, das sog. Narconon Programm in Itzehoe zur Alkoholrehabilitation zu machen. Das dauerte über 3 Monate, und kostete DM 120.-/Tag also ca. DM 11'600.-, was zum Grossteil von meinen Eltern finanziert wurde. Von 5 Leuten, die dies Programm absolviert hatten, auch Heroin und Methadonabhängige traf ich 4 wenig später am Hamburger Hauptbahnhof wieder, wo sie sich Stoff besorgten.
Die Narconon leitende scientologynahe Organisation ABLE (Association for better Living and Education) propagiert jedoch eine Erfolgsquote von 60 %, gegenüber Freunden wurden sogar 85% Erfolgsquote genannt! In dieser Zeit verkaufte ich, um meine finanzielle Situation zu retten und weiteres Geld in Narconon einzuzahlen, sogar den beruflich für mich wichtigen Computer.
Ich versuchte mehrmals dort abzuhauen, da ich die gefängnisartige Haltung der "Studenten" nicht mehr ertrug. Das war dort jedoch nahezu unmöglich, ich wurde mehrmals wieder eingefangen. Es war wie Knast Die Mitarbeiter von Narconon die mich wieder reingeholt hatten, bekamen jeweils 1000 Punkte für Ihre Statistiken.

Ich wusste ja auch nicht wohin!
Meinen Eltern befürworteten meinen Aufenthalt dort, und ich hatte keinerlei finanzielle Mittel um mir irgendetwas aufzubauen. Und kaum noch Freunde ausserhalb Scientology. Meine Lebensperspektive war katastrophal. Ich begann an Selbstmord zu denken.
In Narconon reiste ein angeblich höher ausgebildeter Scientologe namens Roland Köhn (OT 5) zum Auditieren der Studenten an. Ich sprach ihn auf meine Situation an. Aber er sagte nur:
"Dann hast Du wohl nicht das richtige Auditing erhalten", und lachte spöttisch.

Anfang April 1991
Danach, also als ich das NN Programm abgeschlossen hatte, ging ich immer noch in der Hoffnung, wieder in Gnaden in Scientology aufgenommen zu werden, in die Hamburg Org.
Ich wurde einem sogenannten A-J Cheque unterzogen. Es wird überprüft, ob der PC irgend welche der o.a. PTS Kriterien erfüllt, wodurch die Org fehlgeschlagene Fälle rechtfertigen kann. Offenbar zeigte irgendetwas auf dem E-Meter (Hilfsmittel zur geistigen Beratung) an. Was wurde mir aber nicht mitgeteilt.
Ich kriegte nur folgendes zu hören.
"Jetzt bist Du ja drogenfrei, such Dir einen Job, eine Wohnung und melde Dich einmal in der Woche, ansonsten Hausverbot".(A.V.Rönn) Sie war wohl so etwas wie ein Bewährungshelfer der Scientology für Abtrünnige.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte ich erkennen müssen, was vor sich geht: Nämlich, dass es nicht das geringste Bestreben von irgend jemanden innerhalb der Kirche gab, mir zu helfen!
Ich habe heute den Verdacht, bestätigt durch neuere Informationen, dass Frau Wiebke Hanssen, damals ED (= Executive Director) der Hamburger Org persönlich, heute als vermisst gemeldet, die interne Order ausgegeben hat: "Wimmelt Ihn ab!".

Das kann ich aber nur vermuten, dem PC wie wird nie gesagt, was mit ihm geschehen soll.
Ich weiss mit ziemlicher Sicherheit (von New Era Mitarbeitern), dass Frau Hansen z.Z. sich auf einem sog. RPF (Rehabilitation Project Force = Wiederherstellung der Arbeitskraft für Scientology) beim RTC in Los Angeles befindet.
Das RPF beinhaltet täglich 8 Stunden harte körperliche Arbeit (Mest Work) und weitere 6 Stunden Studieren.
Arbeitszeit, wie in der gesamten Sea-Org: 9 Uhr früh bis 23 Uhr 30 abends

Mai 1991
Die einzige "Hilfe", wenn man es überhaupt so nennen kann, kam dann natürlich völlig selbstlos von Herrn A. Gross:
Da ich noch ein Guthaben von etwa DM 7'000.- auf dem Bücher-Konto der Kirche und etwa DM 10'000.- auf dem Auditing Konto hatte, willigte er aufopfernd darin ein, mir für dieses Geld Berufsfindungsberatung zu erteilen. Er nannte sich ja damals auch Unternehmensberater, als ich ihn kennenlernte, wohinter er seine FSM Tätigkeit nach meinem Wissen noch heute verbirgt.
Für diese Dienstleistung berechnete er DM 240.- plus Mehrwertsteuer /Stunde. Die Beträge wurden "freundlicherweise" von meinen o.a. Konten bei der Kirche abgebucht.
Dieses Vorgehen wurde sogar scientologyintern verurteilt. Aber das Geld ist weg!

Insgesamt waren es über DM 10'000.-, die in der Zeit von meinen auf Herrn Gross' Auditing-Konto wanderten. Ich hatte Hausverbot in der Kirche, und Herr Gross liess sich in der Folge von den umgeschriebenen Beträgen mit Auditing-Stunden versorgen. Was dabei für mich herauskam, war eine Neuzusammenstellung meiner Bewerbunsunterlagen, aber sonst nichts.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ich hatte keinen anderen Bekanntenkreis, als den, der sich zu der Zeit aus der Scientology-Kirche rekrutierte. Und lezterer war für mich nicht erreichbar.

Man würde den Begriff Hilfe im Falle von Herrn Gross vielleicht besser ersetzen durch "schamlose Ausnutzung der Notsituation" eines Mitmenschen.

Die ganze Zeit - also August 1990 bis etwa Mai/Juni 1995 - waren die Unterlagen meines Auditings in Flag geblieben. Niemand von dort kümmerte sich einen Dreck um mich bis auf die Personen, die für die Eintreibung ausstehender Zahlungen zuständig sind.(Zoltan Bozan u.a.)

Mai 1991
Ich wohnte nach Abschluss des Narconon Programmes im Hammer Steindamm in Hamburg, und war total am Ende. Ich sah tatsächlich an manchen Tagen keinen Grund aufzustehen.

Juli 1991
Routinemässig kam tatsächlich eine Auditorin aus Flag (Conny Heath) um ARC-gebrochene PCs (verstimmte) zu interviewen, darauf hatte ich sehr viel Hoffnung!
Aber was geschah war, dass sie mich bösen Blicken musterte und mir riet, MEST Work (schwere körperliche Arbeit ) zu machen und die gerade geschilderte Geschehnisse einfach zu vergessen. Ob das Scientology wäre, fragte ich, und bekam ein böses Lachen zu hören.

August 1991
Daraufhin verliess ich Hamburg und zog nach Braunschweig zu einem Freund, der kein Scientologe war, Gott sei Dank.

November 1991
Ich nahm eine Arbeit als EDV-Dozent in Sachsen an.

Januar 1992
Als sich meine Eltern in schriftlicher, höflicher Form hilfesuchend an die ORG Hamburg wandten, wurde das so gewertet, dass ich sie als "Keil gegen die Kirche" benutzen würde. (Frau Cornelia Fiedler KOT (Keeper of Technology = Beschützer der Technology (vor den Menschen?)) wörtlich)

Meine zahlreichen Einlassungen bei höheren Stellen u.a. dem leitenden Direktor der Church of Scientology International Guillaume Lesevre in Los Angeles USA in den Jahren 91 und 92 wurden zum Teil gar nicht, zum Teil beschwichtigend beantwortet.
Der erste sehr lange, sehr ausführliche Bericht, den ich in tagelanger Arbeit in Englisch verfasste ging u.a an folgende Stellen:

An: Excutive Director International Mr. Guillaume Lesevre
cc: International Justice Chief, Chris O. Neill
cc: Continental Justice Chief in Kopenhagen
cc: RTC Reports Officer

...

Die Antwort des ED Int, einige Wochen später:
"I'm very concerned about what is going on in Hamburg Org. This will be looked into."

Übersetzung: "Ich bin sehr betroffen, über das, was in der Hamburger Organisation geschehen ist. Man wird sich das anschauen!"
Bis März 1995 (Siehe dort) geschah weiter ... nichts!

Auch meine Eltern haben Briefe an Herrn Lesevre gesandt, die niemals beantwortet wurden.
Eine sich als zuständig bezeichnende Person sagte mir: "Er beantwortet keine emotionalen Briefe, die nicht konstruktiv sind". Kein Kommentar.

Sommer 1992
Nach mehreren weiteren Anfragen beim Executive Director International Guillaume Lesevre "durfte" ich eine Stunde Review Auditing (DM 600.-) in Hannover einzahlen.
Ich will nicht alle Details der Demütigungen hier aufführen, die mir in den Jahren 91-94 entgegengebracht wurden, aber der Wahnsinn scheint Methode zu haben.

Sommer 1994
Der Höhepunkt der Demütigungen war erreicht, als ich mit einer "Stop Service Order" (d.h. Verbot des Erhalts auch bereits gezahlter Dienstleistungen) versehen wurde. (siehe Anlage)

März 1995
Es kam unter anderem wohl auch durch meine Reports an das Int. Management dazu, dass einige höherrangigen Scientologen aus den USA, unter anderem Marc Jaeger, der Chairman of the Board vom RTC (Religious Technology Center = das Vermächtnis von LRH verwaltendes Religiöses Technologie Zentrum) aus Kalifornien in der Hamburger Organisation auftauchten.
Anscheinend auch von anderen war die mittlerweile himmelschreiende Diskrepanz (Out Tech) in der Anwendung der "reinen" Lehre von LRH bemerkt worden. Dies wurde aber gegenüber den Publics (zahlende PCs) heruntergespielt "Wir wollen nur 'Standard Tech' reinbringen!"
Hamburg Org sollte zu Rons Org gemacht werden, anstatt zu Wiebke Hanssens. So war ein Buhmann gefunden worde, und alles ging seinen Gang.

Das "Hereinbringen der Tech", was immer das sei, ist Ihnen zumindest in meinem Fall aber bis heute nicht gelungen, und ich habe auch nicht mehr die geringste Absicht, mich auf meine eigenen Kosten zum Experimentierobjekt der Seelenverkäufer zu machen. Dazu bin ich mir viel zu schade.
Ich bin im Dezember 1995 aus der Hamburger und allen anderen sog. "Kirchen" ausgetreten.

Tatsache war, wie ich durch Nachforschungen herausbekam, dass die damalige Führungsspitze (Exec Council) unter Leitung von Frau Wiebke Hanssen, massiv Statistiken, d.h. Einkommensbilanzen gefälscht hatte, um die Hamburger Org gegenüber dem International Management besser aussehen zu lassen. Sie wollten in dem "Spiel" gewinnen, wer die meisten neuen PCs zu Clear auditiert und entsprechend zur Kasse bittet. Aber auch das mag eine Lüge sein.
Leute die unzufrieden waren, wurden da nicht gebraucht und wurden teils offen, teils subtil abgewimmelt. Teilweise wurden Massenflugblätter in der Org und im Umfeld der Scientology verteilt. Inhalt: "Person soundso wird zum Feind der Menschheit erklärt".
Sie muss herausfinden wer sie wirklich ist! (Zustand: Feind) Auch darüber habe ich schon 1993 Reports an das International Management geschrieben, in der Hoffnung, dass es dazu führen würde, dass mir nun endlich geholfen würde.
Nichts war damals geschehen. Unter Hitler hat man ja auch an das Gute im Führer geglaubt, und dass die Greueltaten seiner Untergebenen nicht in seinem Namen geschehen sind. "Das kann der Führer nicht zulassen". Aber er hat alles gewusst und zugelassen.
So habe auch ich lange Zeit an das Gute in der Technologie oder an die Kompetenz und oder Menschlichkeit des Internationalen Managements geglaubt, und gehofft, dass etwas geschehen würde.
Im Allgemeinen konnte ich immer wieder feststellen, dass die IAS (International Association of Scientologists) bzw. das Internationale Management, mehr Fähigkeiten darin entwickelt, gute Werbung für sich zu machen, als guten Service zu liefern und ihren Mitglieder zu helfen, wenn sie dazu überhaupt in der Lage oder willens sind, was ich beides inzwischen stark bezweifle.