Aber ich will chronologisch fortfahren

Mai 1989:
In der Org besuchte ich zuerst einen sog. "Kommunikations-Kurs", genauer STCC (Success Through Communication Course = Kurs für Erfolg durch Kommunikation), der noch recht preiswert war (ca. DM 160.-). Ich fühlte mich von der Freundlichkeit der Mitarbeiter sehr angesprochen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, einer engagierten Gemeinschaft zuzugehören, die ein wirklich lohnenswertes Ziel für den einzelnen ("Clear") und die Gesellschaft anstrebt.

Schon kurz vor dem geplanten Ende meiner beruflichen Ausbildung im Juli 1989 hatte Frau Charlotte Mittendorf, damals Registrarin (Kassiererin), heute Auditorin an der Hamburger Org, versucht mich zu überreden, diese doch abzubrechen, oder mich krankschreiben zu lassen. Sie hatten sogar einen Arzt, der das machen könnte. Das unterstrich sie mit den Worten: "Die Brücke hochzugehen ist das wichtigste im Leben".
Das wichtigste jedoch, davon bin ich heute überzeugt, sind die Statistiken der Organisation, d.h. das GI (Gros Income = Bruttogesamteinnahmen). Das GI der Hamburger Organisation belief sich im Sommer 1990 auf etwa DM 400'000.- (in Worten vierhunderttausend)/Woche, das von der Hauptorganisation Flag in Florida auf ca $1.600'000 (in Worten einskommasechs Millionen Dollar) wöchentlich. Letzteren Wert habe ich von einem Klasse-12 Auditor persönlich, das heisst einem der höchstausgebildeten Auditoren der Welt.

    Anmerkung: Name des Auditors ist mir bekannt.
Die Scientology-Woche geht von Donnerstag 14 Uhr bis nächsten Donnerstag 14 Uhr. Das wurde willkürlich festgelegt, damit man eine Zeitspanne hat, um Statistiken über alles mögliche zu führen, hauptsächlich aber über Geldeinnahmen.

Juli 1989:
Nach Ende meiner beruflichen Ausbildung entschloss ich mich zu einen Reinigungsrundown (DM 3'000.-), was der erste und unterste Schritt auf der sog. "Brücke zur vollkommenen Freiheit" ist. Die "Brücke" ist eine von L. Ron Hubbard (Im Folgenden auch LRH genannt) in den 60ern aufgestellte und später veränderte Route, oder Abfolge von Rundowns (bestimmte Auditing-Blöcke), die zu dem Zustand "Clear" und darüber hinaus führen soll.
Ein Clear ist laut LRH eine Person, die keinen eigenen reaktiven, d.h in etwa zerstörerischen Verstand oder Unterbewusstes mehr hat. Vergleichbar etwa mit Freuds "ES".
Danach kommen dann auf der Brücke die sog. OT Stufen (OT = Operierender Thetan, also ein Wesen, dass ohne Körper operieren, d.h. hier agieren oder handeln kann).

Dem PC (Preclear = noch nicht Clear, also auf dem Weg dahin befindlich) wird Fallgewinn versprochen.

    Erklärung: Ein "Fall" ist die Summe aller Abberationen, (Anmerkung: Aberration = Abweichung vom Normalen oder vernünftigen Verhalten.) die eine Person hat und davon abhält ihren analytischen Verstand voll zu gebrauchen. Das können Ängste, Depressionen, psychosomatische Beschwerden, oder etwa die Unfähigkeit, ein Mädchen anzusprechen (Originalzitat LRH) sein. "Fallgewinn" ist also der Umstand, dass eine Person, also der PC, sprich piecie (Preclear), eine dieser Macken verliert, und zwar auf immer. Das wird jedenfalls in der reichlich verschickten Werbung für Scientology versprochen. 1. Anmerkung.: Wenn mein Tonfall in diesem Bericht manchmal ins kabarettistische verfällt, möge das durchaus nicht als abfällig gegen einzelnen PC´s oder Auditoren gewertet werden. Es ist meine Art damit fertig zu werden, denn das Lachen ist mir dann sehr bald vergangen.
Den ersten Reinigungs- oder englisch Purification RD, kurz Purif genannt, machte ich dann gleich nach Abschluss meiner Ausbildung zum DV-Fachmann. Er dauerte etwa 2 Wochen. Man geht dazu täglich ca 4 Stunden in die hauseigene Sauna der Hamburger Org, unter Zuhilfenahme der intensiven Einnahme von Vitaminen und anderen mir nicht genauer bekannten Substanzen.
Ich hatte ja Vertrauen.

Ende August 1989
Kurz nach dem "Purif" lieh mir eine Mitarbeiterin der Hamburger Org ca DM 4'500.-, damit ich einen sogenannte "Lebensreparatur" = "Live Repair" ('Kann eine erhebliche Heiterkeit (Brightness) in das Leben des PC's bringen' (LRH)) erhalten könne.

    Anmerkung: Dieses "kann" in der Werbung für Scientology Dienstleistungen wird man sehr oft finden. Das heisst wahrscheinlich: "Wir sind uns nicht ganz sicher, aber unter idealen Umständen mit genug Geld und so weiter könnte Auditing wohl eine gewisse Veränderung erzielen".
Den Betrag für "Live Repair" habe ich in Raten zurückgezahlt. Dies war der Anfang der Verschuldung in Scientology.
Des weiteren zahlte ich Herrn Gross DM 1'200.- für ein Intensiv = 12.5 Stunden Berufsberatung.

September 1989
Den Block von 25 Stunden Auditing zur "Lebensreparatur" erhielt ich im Laufe dieses Monats, wofür ich zwischen Hamburg und meinem Wohnsitz in Braunschweig pendelte, und ggf. bei Freunden oder Scientologen übernachtete. September - Dezember 1989
In der Hannover Org, damals Boedeckerstr., heute Hubertusstr. 2, 30169 Hannover, machte ich einige kleine Kurse, kaufte viele Kassetten und Bücher, und kam auch das erste Mal in den Genuss von Ethik(Vernunft!)-Handhabungen. Die zuständige Ethik-Offizierin (Beauftragte. Viele der militärischen Ausdrücke in Scientology kommen aus der Geschichte von LRH als Schiffskapitän, wo er sich selbst immer gerne "Commodore" nennen liess, siehe auch "Drill" etc). Frau Kathi Runge, forderte mich auf, alle Overts, d.h. Vergehen im weitesten Sinne seit der Kindheit aufzuschreiben. Das ist von Bonbon geklaut über Freundin betrogen bis Völker-Mord so ziemlich das ganze Spektrum. Später kommen auch noch frühere Leben dazu.

    Anmerkung: Ich will nicht sagen, dass diese oder ähnliche Aktionen mir in irgendeiner Weise geschadet haben. Fakt ist jedoch, dass die einzelnen Orgs mich mit diesen Unterlagen erpressen könnten, wenn ich "exkommuniziert" werde. Ich habe aber davor keine Angst. Mir ist zumindest ein Fall bekannt, der während einer Auditing-Sitzung sogar einen Mord gestanden hat, aber weiter auditiert worden ist. Ich bewerte diese Geheimhaltung, also das Beichtgeheimnis, zu der die Kirche sich selbst verpflichtet, weder positiv noch negativ, sondern merke an, dass sehr, sehr grosses Vertrauen vom Einzelnen in die Kirchenleitung und Ihre Organe erwartet wird.
Ich habe diese Vertrauen jedoch heute nicht mehr!
    Anmerkung: Bis zum August 1990 habe ich mich allen Handhabungen und Aktionen, sei es in der Ethik oder Auditing-Abteilung von Hamburg, Hannover oder Flag freiwillig unterzogen.
    Danach nicht mehr. Siehe unten.
Dezember 1989/Januar 1990
Ich beschloss inspiriert und gefangengenommen von einer gewissen undefinierbaren Faszination, wegen Scientology und wegen der Hamburger Org nach Hamburg zu ziehen, mir dort eine Arbeit zu suchen und die "Brücke" hochzugehen.

Die Arbeitssuche gelang mir auch schnell aufgrund meiner sehr guten Qualifikation als Mathematiker und EDV-Fachmann.

Als ich den Arbeitsvertrag in der Tasche hatte, fuhren Herr und Frau Gross im Januar 1990 mit mir zu meinen Eltern, um sie für einen Kredit von DM 75'000.- zu gewinnen. Dieser Betrag sollte zur Einzahlung meiner "Brücke" in der Hamburger Org verwendet werden. Ich war damit einverstanden, da ich bei meinem Gehalt DM 1'000.- für Zinsen und Tilgung im Monat meinte erübrigen zu können. Es wurde eine entsprechende Hypothek auf das Haus meiner Eltern aufgenommen. Ich sollte für die Raten einstehen, und tat es auch.

Januar 1990 bis Juni 1990
Ich bezahlte und absolvierte zunächst 9 Intensive Auditing a 12 ½ Stunden zum Einzelpreis von DM 4'500.- . Das heisst ich gab DM 40'500.- in etwa 5 Monaten aus zuzüglich der DM 22'300.- die ich bei Herrn Gross direkt für die sog. Akademiegrade einzahlte.

    DM 40'500.-
    DM 22'300.-
    ------------
    DM 62'800.-
    Erklärung: Akademiegrade: Das sind die Stufen der Brücke, die man absolvieren muss um selber Auditor zu. Sie bestehen aus der Ausbildung zum Klasse 0- Klasse IV Auditor in der sog. Akademie der jeweiligen Org. Sie sind auch nicht, etwa bei Umzug oder aus sonstigen Gründen auf andere Orgs übertragbar.
Die letztgenannte Einzahlung der Akademiegrade ermöglichte überhaupt erst den "ermässigten" Preis von DM 4'500.- pro Intensive, das sonst DM 9'000.- kostet (DM 7'200.- für Mitglieder der IAS).
In Flag ist der Preis $7'000/Intensiv. ($5'600 für IAS-Mitglieder)
Wenn man bevorzugte Behandlung von höher ausgebildeten Auditoren wünscht, legt der hoffnungsvolle PC locker $10'000,- (IAS Preis) hin, d.h. ca. DM 1'200.- pro Stunde!
Ich gab zunächst Summa Summarum also ca DM 62'800.- aus, etwa soviel wie 1-2 durchschnittliche Jahreseinkommen. Es heisst in den Versprechungen der Kirche (Siehe u.a. Einführungsvideo) u.a., dass man durch Erklimmen der Brücke fähiger würde, also auch mehr Geld verdienen kann, so dass sich die meist schnell sechsstelligen Summen quasi nachträglich auszahlen. Ich persönlich kenne von dieser Regel aber zumindest eine Ausnahme, nämlich mich selbst. Ehrlich gesagt kenne ich ausser aus der Werbung von Flag keine einzige Person in Scientology persönlich, die mir diese Versprechung verifizieren könnte.

Teilweise wurden z.B. bei Narconon, einer Scientology eigenen Drogenrehabilitations-Einrichtung in Itzehoe Prozesse von weniger ausgebildeten Auditoren 12 Stunden lang weitergeführt, damit der PC endlich "gute Indikatoren" bekommt. Er war hoffentlich so schlau, diese vorzutäuschen, sonst würde er wohl heute immer noch von Wand zu Wand laufen und dies zu berühren. Das ist tatsächlich ein als SOP 8C bekannter Prozess in Scientology.
Eine Registrarin erzählte mir später (Annegret Biermann ), dass ich noch hätte froh sein können erst in den 90ern mit Scientology begonnen zu gaben.
In den früheren Jahren der Scientology hätte es Fälle gegeben, die einige Hundert Stunden "überlaufen" wurden. Das heisst, es wurden Prozesse an Ihnen weitergeführt, weil der Auditor das EP einfach übersehen hat! Natürlich auf Kosten des PC's, wessen sonst (100 Stunden Auditing DM 36'000.- bei günstigsten Rabatten an der billigsten Org von einem gerade der Akademie entsprungenen Auditor)
Nach jeder Session wird man zum sog. Examiner gebeten. Das ist eine Person, die testen soll, ob der PC wirklich VGI's hat. Das geschieht mit Hilfe des E-Meters, was eine bestimmte Bewegung ausführen sollte, wenn sie Session gut war. Der Examinierte sieht jedoch diese Anzeige nicht. Es wird ein Zettel verfertigt, in dem dann steht: VGI's, F/N (Floating Needle = Fliessende Nadel) Tonarmstellung 2.3 oder was immer). Der Tonarm ist der Ausschlag des E-Meters, dass eigentlich ein verfeinertes Ohmmeter, also Widerstandsmessgerät ist. Mir persönlich wurde das beim Examiner immer gesagt, auch wenn ich mich nicht so gut fühlte. Der Examiner fragt auch nicht, sondern geht nur nach Nadelstellung des E-Meters. Ich kenne auch keinen Fall, wo jemand wegen schlechter Indikatoren zurück in Session geschickt wurde, jedenfalls nicht wenn er keine Stunden mehr auf dem Folder hatte oder kein Geld.
Ich erhielt zwischen Januar 1990 und Juli 1990 an der Hamburg Org folgende Rundowns:

1. Objektive Prozesse.

Laut den Versprechungen auf der Grad Karte, also der "Brücke Zur Vollkommenen Freiheit ist das "Endphänomen" dieser Aktion , d.h. also das, was mit diesem Rundown erreicht werden soll: "Vollständig in der Gegenwart des physikalischen (d.h. stofflichen Universums) orientiert."

2. Scientology Drogen Rundown (im Folgenden SDRD genannt)

Das Endphänomen dieser Aktion ist: "Befreit von den schädlichen Wirkungen von Drogen, Medikamenten und Alkohol."

3. PTS - Rundown (PTS=Potential Trouble Source).

Das "Endphänomen" dieser Aktion ist: "Eine Person, die niemals wieder Achterbahn im Leben fahren wird, also nie mehr dem "Auf und Ab" des Lebens verfallen ist, also niemals ihren Fallgewinn (s.o.) verlieren wird.

    Erklärung PTS : PTS = Potential Trouble Source = Ärgernis für die Scientology-Organisation erzeugende Person.

    Es gibt 10 Typen von "PTS'ness":
    Typ A-J: Zitat aus Hubbards Richtlinienbrief: "Richtlinien über körperliche Heilung, Geisteskrankheit und Schwierigkeitsquellen":
    (HCOB 26.10.1964R)
    PTS-Typ a: Personen, die eng (wie z.B. durch Ehe oder Familienbeziehungen) mit Personen in Verbindung stehen, die bekanntermassen mentaler oder geistiger Behandlung oder der Scientology gegenüber antagonistisch eingestellt sind. (...)
    PTS-Typ b: Kriminelle mit einer nachweislich kriminellen Vergangenheit. (...)
    PTS-Typ c: Leute, die jemals gedroht haben, die Scientology zu verklagen, zu behindern oder anzugreifen. (...)
    PTS-Typ d: Der Zustand von Fällen, die anderen die Verantwortung für ihren Zustand zuschieben. (...)
    PTS-Typ e: Leute, die nicht aus ihrer eigenen Selbstbestimmung heraus auditiert werden(...)
    PTS-Typ f: Leute, die nur deshalb auditiert werden wollen, um zu sehen ob die Scientology funktioniert. Z.B. Zeitungsreporter etc. (...)
    PTS-Typ g: Leute, die fordern, Sie sollten dem und dem Fall helfen (...)
    PTS-Typ h: Leute, die allem gegenüber aufgeschlossen sind (...)
    PTS-Typ i: Leute, die nicht glauben, dass irgend etwas oder irgend jemand wirklich besser werden oder sich verbessern kann. (...)
    PTS-Typ j: Leuten, die versuchen, in Anhörungen ein Urteil über die Scientology zu fällen oder eine Untersuchung über die Scientology anzustellen(...)

Die folgenden Geschehnisse werden das Erreichen dieser "Endphänomene" ins rechte Licht rücken!

Ende Mai 1990
Der Senior C/S (Haupt-Case-Supervisor = Fallüberwacher) der Hamburger Org sagte, ich sollte einen sogenannten CCRD bekommen. (CCRD = ClearCertainty RD = ClearGewissheits-Rundown, Endphänomen: Der PC ist sich sicher, dass er Clear ist, wenn er es ist, oder eben nicht.) D.h. es sollte überprüft werden, ob ich den Zustand Clear schon erreicht hätte. Dies freute mich damals sehr, da Clear der erstrebte Zustand in Scientology ist. Aber das Phänomen, an dem der PC merkt, dass er diesen Zustand erreicht hat, wird tunlichst confidential, d.h. vertraulich gehalten.
Man muss es selber herausfinden.
Ich weiss es heute, es ist "Ich mocke meine reaktiven Verstand selber auf, kreiere ihn also selber ständig!"
Mit anderen Worten: Jegliche Abberation, Neurose etc ist einfach eingebildet!

So wird das gesamte Auditing auf der "Brücke" für viele zu einem Ratespiel: Bin ich Clear oder bin ich's nicht? Das bringt doch Umsatz, oder nicht? Wenn jemand einmal soweit ist auf das CCRD zugelassen zu werden, wird er alles Erdenkliche daran setzen Clear zu attestieren. Er wird vielleicht noch 10 andere auf die Brücke bringen, um von den Provisionen seine eigene Scientology-Karriere zu finanzieren. Er wird Kredite aufnehmen bis zum geht nicht mehr, denn was zählen schon menschliches Leid und die profanen Bankschulden!
Wenn wir dann endlich Clear sind, werden wir dann auch hoffentlich zu den OT Stufen zugelassen, wenn wir schön brav, ethisch und stinkreich sind, die uns dann, so hoffen viele, weg von diesem hässlichen Gefängnisplaneten bringen werden. Wir werden dann unseren Körper verlassen, der uns ja nur Leid, Sex und Schmerz zufügt. Mir sind Fälle bekannt, die 4 CCRD´s erhielten, die jeweils auch mindestens einige 1000 DM, wenn nicht 10'000.- kosten, gar nicht gerechnet die "Setups" d.h. Vorbereitungsauditing dafür. Und sie haben diesen Zustand immer noch nicht attestiert d.h. das Ratespiel noch nicht bestanden. Das entscheidende Kriterium in Scientology ist das Erreichen dieses Zustands, den nur Buddha (und angeblich LRH) aus eigener Kraft erreicht haben.
Denn den brauchen Sie, um endlich OT 8 (OT = Operierender Thetan, s.o.) zu werden, dann also können Sie Vasen zerplatzen lassen, Tote auferwecken und es schneien lassen, die Zeit anhalten und Astralreisen durchführen. (Quelle: "OT-Phänomeme": Zeitschrift "Advance", Kopenhagen)
Gewöhnlicher Mensch, Homo sapiens, das wollten Sie ja schon immer oder nicht?
Ab $300'000 sind sie Mitglied im Club "Hurra".
Mit ihren menschlichen Bedürfnissen wollen wir hier nichts zu tun haben, denn Sie sind gefälligst ein Theta, ein körperloses Nichts, das postuliert und betrachtet. Damit Sie die stumpfe niedere Sexualität gegen Randomität austauschen mögen, das ist viel besser für Sie und unser Portemonnaie. Für das andere können wir Ihnen einen Puppenkörper geben. Da sollten Sie deutlich drüber stehen, Mr. Normalo, sonst sind Sie PTS a-j , oder ein WOG, aber mindestens! Über Sie können wir nicht mal lachen, Sie können wir nur bedauern.

Und alle Scientologen der Welt arbeiten intensiv und mit Inbrunst und sehr viel Geld daran, dass endlich die höheren Stufen, als da sind OT 9 und 10 freigegeben werden. LRH hat die höheren Stufen auf der "Brücke" angeblich noch zu Lebzeiten entwickelt, aber sie sollen unter Verschluss gehalten werden, bis die Menschheit reif dafür ist, wann auch immer das Internationale Management in Los Angeles diesen Moment für gekommen hält.
Nichtsdestoweniger kann man OT 9 und 10 aber schon einzahlen! (Kosten ca $10'000.- /Stufe). Ich kenne auch einige, die das schon gemacht haben.
Was auf diesen Stufen geschieht ist weitestgehend unklar und wird bewusst im Dunklen (confidential = Vertraulich ) gelassen, denn das wäre ja langweilig, wenn man es wüsste. Überhaupt darf jeder PC oder Pre OT, also jemand der Clear aber noch nicht OT ist, nur über die Massnahmen seines eigenen Schrittes auf der Brücke unterrichtet sein. Er darf also mit niemanden, der unter ihm auf der "Brücke" ist, darüber sprechen, was weiter "oben" geschieht. Ein OT 2 darf einem OT 1 nicht erzählen, was auf OT2 geschieht usw. OT 1 besteht übrigens nur aus einem einzigen Prozess: "Go out and spot a person!"

So wird die Hoffnung des Menschen auf höheren Sinn ausgenutzt, bewusst stimuliert und raffiniert verpackt, schön gepaart mit Macht- und Statusstreben. (Ich bin schon weiter auf der Brücke als du!) Mancher wird zum Einzelkämpfer über die Brücke und nimmt billigend in Kauf, wenn andere davon herunterfallen, und sieht im nur noch mit dem Bedauern des leer ausgehenden Gläubigers nach. Bloss das Aufklatschen darf nicht so laut sein, dass andere es hören.
Nichtsdestoweniger aufreizend sind die OT-Stufen für jeden PC der unteren Stufen, der gerade fünfstellige Kredite aufgenommen hat, um die unteren 3 Stufen des Glühbirnen-Zerplatzenlassens zu erklimmen. Und wer sich nicht an der Suche, dem Aufbau und den "Spenden" beteiligt ist ein WOG, das heisst ein hoffnungsloser Fall, einer, der es "nicht einmal versucht".(Tech Dictionary)
Und sie werden weiter bezahlen und hoffen.
Der PC, der also endlich zur Clear Überprüfung zugelassen wird, muss unterschreiben, dass er diese Informationen geheimhält, und zwar unter Androhung von SP-declare.
"Du versperrst Dir die Ewigkeit", wenn Du nicht deine Overts aufschreibst, nicht genug Geld für Auditing einzahlst, Informationen nach aussen trägst usw., ist die Lieblingsdrohung der Scientologen untereinander.
Sie haben entsetzliche Angst vor der Zukunft auf diesem unseren "Gefängnisplaneten", vor der Wiedergeburt und dem nächsten Donnerstag, wenn die Statistiken abgegeben werden müssen.
Als es mir gut ging, wurde mir immer mehr Geld aus der Tasche gezogen. Als es mir schlecht ging, wurde ich abgewimmelt, beleidigt und man verwies mich in die Ethik (Vernunft)-Abteilung, wo ich meine "Overts" (Vergehen gegen Scientology) aufschreiben sollte, doch dazu später mehr.

Juni 1990
Bei diesem CCRD-Rundown wurde vom Senior C/S, der Auditorin und der Ethik-Abteilung derart geschludert, dass ich an gar nichts Anderes mehr denken konnte, und mir sogar 1 Woche Urlaub von meiner Arbeit genommen habe.
Als der Rundown kurz vor dem Abschluss stand, überzeugte mich A. Gross zusammen mit der Registrarin T. Reupke, weitere 45'000.- DM an Krediten aufzunehmen. Ich war ja nun fast "Clear" und dieser Zustand musste natürlich "stabilisiert" werden.
Dazu fuhr A. Gross mit mir zu meinen Eltern. Er erzählte ihnen, was ich für einen miesen reaktiven Verstand hätte, der mich auch in meinem Berufsleben mit Sicherheit behindern würde, wenn ich nicht weitere Schritte (Auditing) einzahlen würde. Es gelang A. Gross tatsächlich, meine Eltern zu einer Kreditbürgschaft in der o.a. Höhe zu gewinnen.
Ich hatte daraufhin eine monatliche Belastung an Hypothekenzinsen und Bausparprämien als Kreditsicherung in Höhe von ca. DM 1'400.- bei einem Monatsgehalt von DM 2'800.-.
Von diesem neuen Kreditbetrag zahlte ich DM 19'500.- für weiteres Auditing ein.
Am nächsten Tag ging ich in Sitzung, und die CCRD-Auditorin Anita Steffens sagte mir kurz und bündig, ich hätte den Zustand Clear noch nicht erreicht, aber würde ihn bestimmt bald erlangen. Ich war sehr wütend und enttäuscht.
Ich sperrte diesen zuletzt eingezahlten Scheck. Daraufhin wurde ich sofort in eine Auditing-Sitzung genommen, wo sie etwas machten, dass ich den Scheck wieder freigab. Im nachhinein weiss ich tatsächlich nicht mehr, was da genau geschehen ist.
Herr A. Gross zeigte zum ersten mal sein wahres Gesicht: "Soll ich mal evilig (ekelhaft) werden?" fragte er seine Frau in meinem Beisein. Er verlangte, dass ich die ganzen DM 45'000.- in der Hamburger Org einzahlen sollte. Denn nur von der bekommt er auf direktem Wege die 10% Kommission, um seine damalige Wohnung zu finanzieren. (Siehe FSM Richtlinien)

Ich arbeitete zu der Zeit, also Februar bis Juli 1990 als Mathematiker bei einer Spielmaschinenfirma.
Jetzt im Nachhinein kann ich nur sagen, dass ich wie hypnotisiert war von der Idee Clear zu werden. Ich wäre wahrscheinlich sogar zu noch mehr Krediten bereit gewesen.
Eine andere FSM namens Monika Wienicke, eine OT 8 aus Flag, überredete mich, meine Unzufriedenheit mit dem Fortgang der Dinge in Hamburg erkennend und ausnutzend, ca. DM 12'000.- bei ihr einzuzahlen, wofür ich 25 Stunden Auditing in Flag + 2 Wochen Hotel bekam.
Weitere DM 9'000.- wurden von meinem Hamburger Auditing-Konto nach Flag transferiert, was in Hamburg erhebliche Missstimmung erzeugte. "So leicht lassen wir dich hier nicht weg" (Ruth Maib, HGC = Hubbard Guidance Center = Auditingabteilung)
"Die nehmen nicht jeden" (A.v. Rönn)

Frau Wienicke buchte auch gleich den Flug nach Tampa in Florida. Es kann sein, dass sie Provisionen auch darüber kassierte. Dorthin flog ich am 18.7.1990 und bekam 2 Intensive = 25 Stunden Auditing.

- IN FLAG -

Zunächst wurde ich aufgefordert, eine eidestattliche Versicherung (affidavit) zu verfassen, in der ich bescheinigen sollte, dass frühere Therapien mir geschadet, aber Scientology mir bisher nur genutzt hatte. Sie hatten einen Notary Public dafür da, der es tatsächlich umsonst gegenzeichnete. Ich tat das widerwillig, aber das Erhalten von weiterem schon eingezahlten Auditing wurde hiervon abhängig gemacht.
Nach Durchsicht meiner selbst im Koffer mitgebrachten Folder (Unterlagen, Akten), wurde mir folgendes von Charly Bills, dem Direktor des Flag HGC mitgeteilt: Das CCRD, was ich in Hamburg erhalten hatte, war von Anfang bis Ende fehlerhaft. Es war falsch vorbereitet und nicht abgeschlossen. Ich fragte, ob man denn nicht anhand der Unterlagen feststellen konnte, ob ich nun Clear sei oder nicht. Er sagte: "Aus DIESEN Foldern könne man überhaupt nichts sehen". Die zuständige Auditorin würde sehr bald hierher, also nach Flag zur Korrektur gerufen werden.
Dies ist übrigens meines Wissens bis heute nicht geschehen.
Was aber geschah ist, wie ich später erfuhr, dass sämtliche in dieser Zeit in Hamburg gegebenen CCRD's überprüft d.h. nochmal gemacht werden mussten. Natürlich auf Kosten der jeweiligen PC's, versteht sich, also in diesem Falle auf meine Kosten.
LRH sagt zum Thema, wer zahlt wann und was: "Wir geben keine Rabatte auf Auditing, wir sind ja nicht Schuld daran, dass die Leute einen reaktiven Verstand haben." (siehe auch HCOB "Rebates") Mit anderen Worten: Ohne Moos nichts los, und wenn du durch fehlerhaftes Auditing in der Klemme steckst, wirst du erst mal zur Kasse gebeten.
Dazu noch ein Zitat aus Hubbards Richtlinienbrief: "Richtlinien über körperliche Heilung, Geisteskrankheit und Schwierigkeitsquellen": (HCOB 26.10.1964R)
"Die Scientology funktioniert. Man braucht es nicht jedem zu beweisen. Wissen Sie, sie Leute verdienen die Scientology nämlich nicht als göttliches Recht, Sie müssen Sie sich verdienen.<BR> Das hat für jede Philosophie gegolten, die den Menschen zu verbessern suchte."
    Anmerkung: HCOB= Hubbard Communication Office Bulletin = Mitteilung des Hubbard Kommunikationsbüros, d.h. von LRH selber geschriebene Mitteilung. HCOPL= Hubbard Communication Office Policy = Richtlinie des Hubbard Kommunikationsbüros, d.h. von LRH selber geschriebene Anweisung zum Management etc.
In Flag wurden also die gesamten 25 Stunden, die ich eingezahlt hatte, dazu genutzt, um Fehler oder Pfuscherei, die Hamburg Org gemacht hatte, teilweise zu korrigieren.
Ich verlängerte meinen Aufenthalt 2 mal um je 1 Woche, da sich die Aktionen hinzogen. (Dies führte später zum Verlust meiner Arbeitsstelle)
Trotz des verlängerten Aufenthalts konnte das eigentliche CCRD nicht mehr durchgeführt werden.
Ich kehrte aber Mitte August relativ guten Mutes nach Hamburg zurück. Ich wusste da noch nicht, was meine Bank und mein Arbeitgeber schon längst wussten: Ich war gekündigt worden.