Tagebuch der Belästigungen

Paulette Cooper (1982)

Teil 5: Die erste Gerichtsverhandlung
Die Anmerkungen der Bearbeitung von 1997 sind in [eckige Klammern] gesetzt.

Mitte Februar bekam ich eine Vorladung, vor dem Gericht zu erscheinen. Ich war aufgeregt und fühlte mich geschmeichelt, da ich annahm, dass die Staat Beweise sammelte über die von Meisler berichteten falschen Bombendrohungen, und ich wollte über diese verrückte Gruppe, der er angehörte, mehr erfahren und auch über die Ursache unserer "Fehde". So stellte ich mir vor, als eine Expertenzeugin oder so etwas vorgeladen zu werden und nahm mir deshalb auch keinen Anwalt.

Bob S. [mein Freund] war Jurist für Strafrecht, und er wies mich noch an, meinen Mund nicht ohne einen Anwalt zu öffnen bevor ich sicher sei, nicht das "Ziel" der Ermittlungen zu sein. Vor dem Gericht sagte Gordon zu meiner Verblüffung, dass ich der Grund der Ermittlungen war. Und ich fiel beinahe tot um als er mir erklärte, dass ich 15 Jahre bekommen könnte falls ich schuldig gesprochen würde. Ich denke, dass dies der Moment war an dem mein Alptraum tatsächlich begann. (John Gordon war der stellvertretende Staatsanwalt.)

In panischer Angst begann ich nach einem Anwalt zu suchen -- keiner von ihnen verlangte weniger als 5000 Dollars Vorschuss! Sie wollten Gordon anrufen und erfahren, dass der Staat einige "sehr ernsthafte Beweise" gegen mich hatte -- jedoch niemand wollte uns sagen, was für Beweise dies waren. Sie wollten uns auch nicht mitteilen, wann die beiden vorausgesetzten Bombendrohungen, die Meisler erhalten haben wollte, gesandt wurden. Als Reiseschriftstellerin war ich oft genug unterwegs um ihnen unmittelbar beweisen zu könen, dass ich sie nicht gesandt haben konnte. Verständlicherweise war ich äusserst aufgebracht, einen teuren Anwalt nehmen zu müssen um mich gegen etwas zu verteidigen, von dem ich überhaupt nichts wusste. Und dann begann jeder Anwalt mit Begriffen wie "angeklagt" um sich zu werfen (beruhend auf einem Brief den ich nie sah, gesandt an einem Datum das ich nicht kannte, begründet auf Beweisen, die mir der Staat nicht mitteilen wollte), und ich weiss nicht was grösser war: meine Wut auf die Ungerechtigkeit, oder meine Panik wegen den möglichen Konsequenzen.

Ich beauftragte für die Strafverteidigung eine angesehene Kanzlei aus ehemaligen AUSAs, Morrison, Paul, Stillman & Bailey (der letzte ohne Beziehung), zahlte wie ich mich erinnere die Häfte der 5000 Dollars für den Vorschuss (der Rest wurde mir von meinen Eltern geliehen) und arbeitete in erster Linie mit einem optimistischen Hundesohn namens Jay zusammen. Kurz vor dem nächsten Gerichtstermin schlug mit Jay vor, einen Test mit dem Lügendetektor zu machen. Da ich in jenen Tagen noch so naiv war um an das Funktionieren von Lügendetektoren zu glauben, war ich einverstanden. Sie wählten eine der angesehensten Firmen des Landes, Richard Arthur. Aber der Test verlief ergebnislos und der Prüfer merkte dies aufgrund meiner Sensibilität für die Nuancen der Bedeutung von verschiedenen Worten (als Schriftstellerin), so dass ich unter die Kategorie von Leuten fiel, mit denen keine Prüfung mit dem Lügendetektor durchgefürt werden können oder sollen. (1)

Fussnote:
(1) Ich bestand zuerst den Kontrolltest nicht, der darin bestand, ein rosafarbenes Stück Papier mit blauem Rand zu betrachten, und ich sagte "Ja", dass es rosa war. Ich bemerkte auch noch das Blau, und wurde so der Lüge bezichtigt als ich "Ja" sagte, dass es rosa war.