Tagebuch der Belästigungen

Paulette Cooper (1982)

Teil 16: Die Briefe von L. Ron Hubbard jun.
Die Anmerkungen der Bearbeitung von 1997 sind in [eckige Klammern] gesetzt.

[Im letzten Abschnitt erklärte ich, warum ich annehmen musste, dass L. Ron Hubbard jun. an den gegen mich gerichteten Machenschaften von Scientology beteiligt war.

Um fortzufahren: während ich unter Anklage stand und physisch wie auch emotional in sehr schlechter Verfassung war, kam Roy Wallis, der in Schottland lebte, nach New York um neben anderen auch mich für sein Buch zu befragen.

Nach dem er im Gespräch mit mir vernahm was sich alles ereignet hatte, befragte er Nibs (L. Ron Hubbard jun.), ein Aufschneider, der Anspielungen auf seine Mitbeteiligung am Komplott und was er dafür von Scientology oder seinem Vater bekommen hatte machte.]

Er [L. Ron Hubbard jun., alias Nibs] zeigte Roy [Wallis, Autor von "The Road to Total Freedom"] zwei Briefe die aufdeckten, dass Scientology einen Plan mich fälschlich zu bezichtigen zurückwies, und dass er dann zu seinem Vater ging und ihm anerbot etwas zu unternehmen um seine Gunst zurückzugewinnen.

Er erzählte Roy, dass er den Brief an seinen Vater nicht abgeschickt habe, aber Nibs könnte auf eigene Faust gehandelt haben, da er Roy auch erzählte dass er ein Haus, ein Geschäft und Geld erhielt -- im letzten Mai, zu der Zeit als ich angeklagt und verhaftet wurde (1).

Roy ging mit den Briefen und einer eidesstattlichen Erklärung zur Regierung, und die Regierung begann sich daraufhin von diesem Fall zu distanzieren (2).

[Fussnoten:]
(1) Der erste Brief war vom DG [Deputy Guardian] Bob Thomas, damals für schmutzige Schwindeleien von Scientology in Kalifornien verantwortlich und dummerweise der Boss von Terry Milner war (dessen Name in den Washingtoner Dokumenten über meinen Fall erwähnt wird).

In diesem Brief, der am 3. November datiert war oder einen Monat vor der ersten Bombendrohung, wies Bob Thomas offensichtlich das Angebot von Nibs zurück, "den von ihnen vorgeschlagenen Weg des 'entrapment' oder des Schikanierens durch einen Doppelagenten einzuschlagen im Hinblick auf bestimmte Einzelpersonen die sie in der vorhergehenden Unterredung erwähnt haben, nämlich: Paulette Cooper ...".

"Entrap" ist übrigens das Wort, das Scientology für 'fälschlich Bezichtigen' gebraucht, was ich aus ihren Washingtoner Dokumenten über mich ersehen konnte. So schien es mir als ob die Scientology "Kirche" selbst nicht unbedingt an einem Komplott gegen mich interessiert war. [Oder sie vertuschten möglicherweise nur ihre wahre Absicht auf dem Papier.]

Der nächste Brief jedoch, den Roy Wallis von Nibs erhielt, war sechs Tage später datiert und und seinen Vater L. Ron Hubbard und Mary Sue gerichtet. Darin erzählte er wie er stets für sie gearbeitet habe, und das schien mir ein guter Hinweis zu sein, dass er das gerade nicht tat, denn falls er es getan hätte, so würde er es seinem Vater nicht erst drei Jahre später erzählen.

Er schrieb jedoch, "er habe einen beträchtlichen Bestand von Informationen, die Fähigkeit und Geschicklichkeit mit einer grossen Vielfalt von Plänen, Aktivitäten und Möglichkeiten, um die Feinde der Kirche ein für allemal in die Knie zu zwingen". Es bestand kein Zweifel daran, dass ich das erste Opfer dieser Absichten werden sollte. Und so sah es aus, wie wenn er mit diesen Plänen die Flucht nach vorn antrat um die Gunst seines Vaters wieder zu gewinnen.

(2) Wir liessen Gordon wissen, dass wir vorhatten Roy Wallis (ein Oxfordstudent) und Nibs zur Gerichtsverhandlung vorzuladen, und Nibs war ein äusserst armseliger Zeuge seit er, als Scientology ihn entweder dazubrachte oder erpresste seine Attacken zu stoppen, eine eidesstattliche Erklärung zum Widerruf seiner Zeugenaussage unterschrieb, die er 1968 an einem Anti-Scientology Prozess gemacht hatte.