Tagebuch der Belästigungen *

Paulette Cooper (1982) **

Teil 1: Meine Vorgeschichte
Die Anmerkungen der Bearbeitung von 1997 sind in [eckige Klammern] gesetzt.
* (Asterik) bezeichnen die 1997 gemachte Kommentare.
Alle Fussnoten waren bereits Bestandteil des Tagebuches.

Das Nachstehende, bestimmt für meine Anwälte, versucht eine Anzahl von verschiedenartigen wahrscheinlich relevanten Ereignissen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen. Ich versuchte dabei, mich auf die durch die verschiedenen Krisen ausgelösten Emotionen und Gefühle zu konzentrieren.

Ich wurde in Auschwitz geboren ... ungefähr zu der Zeit als meine Eltern dort umkamen. Ich wurde zusammen mit meiner älteren Schwester Susy in verschiedenen Waisenhäusern in Belgien untergebracht. Sie wurde von einer belgischen Tante und Onkel adoptiert als ich viereinhalb war, und ich wurde von den Coopers adoptiert. Mit sechs kam ich nach Amerika (ich wurde mit acht Bürger der US), und ich wog damals nur gerade sechsunddreissig Pfund. (1)

Im Sommer 1959 kehrte ich nach Belgien zurück und sah meine Schwester zum ersten Mal seit unserer Kindheit wieder. Das war äusserst bestürzend für mich, besonders da sie unter solch fürchterlichen Bedingungen lebte. Ich wurde auch sehr aus der Fassung gebracht, als man mir eine Foto von meinen toten Eltern zeigte. Es bekümmerte mich zudem zu sehen, wie meine Familienangehörigen, die das Konzentrationslager überlebt hatten (17 von ursprünglich 22 wurden ermordet), in tiefster Armut lebten und einige schienen nach all ihren Erfahrungen im Konzentrationslager geistig erkrankt. Als Spitze von alledem versuchten ständig alle mich zu überreden, zurückzukehren um in Belgien zu wohnen. Und ich konnte auch nichts dafür, als meine Schwester mir erzählte, dass ich für den Tod meiner Mutter verantwortlich sei. Es scheint, dass sie nicht mehr in der Lage war zu fliehen, da sie mit mir schwanger war, und darum von den Deutschen aufgegriffen wurde. Der ganze Besuch stürzte mich in Schuldgefühle und Depressionen und führte schliesslich zu einer Therapie mit Dr. Stanley Cath in Belmont, Massachusetts. (2)

Ich besuchte Brandeis und promovierte innert drei Jahren (nicht gezählt sechs Monate Unterbruch wegen einer Blinddarmoperation) mit Honors in Psychologie. (3) Dann begann ich zunächst damit, einen Ph.D. in Psychologie an der Columbia University zu erhalten, aber da ich es dort nicht aushielt bekam ich dann schliesslich einen Masters Degree in Psychologie auf Teilzeitbasis.

Gleichzeitig schloss ich mich der realen Welt an und erhielt einen Job zum psychologischen analysieren von Fernsehwerbesendungen, gefolgt von zwei Jobs solche für Werbeagenturen zu schreiben. Währen meiner Zeit in der Werbung verkaufte ich meine ersten drei Artikel -- an Cosmopolitan, TV tuide und The Washington Post -- und ich verliess die Werbung und wurde 1968 eine freischaffende Vollzeitschriftstellerin.

(1) Obwohl meine Eltern tot waren, sagten mir die Leute im Waisenhaus nie etwas davon. Dummerweise erzählten sie mir, sie wären weg und würden eines Tages kommen und mich holen. Darum wunderte ich mich stets, was ich denn furchtbares getan hatte dass sie mich verliessen, ein Problem hervorgerufen durch die Tatsache, dass ich in sechs Jahren nur einmal von meiner Familie besucht wurde, während alle anderen Kinder eine Familie hatten und in einigen Fällen sogar Eltern, die sie ins Heim brachten weil sie zu arm waren um fü sie zu sorgen oder als Auswirkung des Krieges geistig gestört.

(2) so kam es auch, dass ich mich im ersten Jahr am College verloren fühle und mich daher schlecht aufführte (wie ich auch vom zweiten an stets auf der Liste des Deans stand). Zudem waren meine Eltern sehr überprotektierend und alles kontrollierend, sie gaben mir keine Freiheit, und als ich diese bekam, wusste ich nichts mit meiner Freiheit anzufangen. Ich entwickelte auch eine riesige Verknalltheit in einen wirklich gemeinen s-o-b, der es liebte, mich Zuneigungsvoll zu duschen und sich daraufhin stets sofort wieder zu entfernen.
Ich wurde auch andauernd von meiner belgischen Familie und der Schwester kontaktiert, die mich zurückholen wollten. Meine Mutter erzählte mir auch wie ich ihr zu jener Zeit gesagt habe, dass ich in eine Therapie gehen wollte, weil sehr beunruhigt, bedrückt war und schlechte Träume hatte, da mich das Leben im Wohnheim an das Waisenhaus erinnerte. In diesem Zeitabschnitt ... hatte ich 1962 ein Wiedersehen mit meiner Schwester, das katastrophal verlief.

(3) Die zweijährige Therapie mit Dr. Stanley Cath in Belmont Massachusetts konzentrierte sich hauptsächlich auf den Versuch, die Schuldgefühle und Depressionen usw. der früheren Jahre zu mildern und ihre jüngsten Auswirkungen auf mich (am meisten meine Furcht vor dem Verlassenwerden bis zu dem Grad, dass ich vermeide nahe an Leute heranzutreten), bemühend mir zu zeigen, dass meine Beziehungen zu Männern (solche wie die oben erwähnte) äusserst oberflächlich und letztendlich selbstzerstörerisch waren, versuchend mit den stark ambivalenten Gefühlen gegenüber meinen überprotektierenden Eltern umzugehen, und mir auch zu helfen ...
[Anmerkung: die Zeile liegt zu tief und kann nicht gelesen werden. Möglicherweise hat sie etwas zu tun mit dem Gewinnen von Selbstwertgefühl oder so ähnlich.]

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*Dean Benjamin meldete sich per Email und bot mir an, alle Einträge für mich zu formatieren, wofür ich mich bei ihm bedanke.
** Dieses Tagebuch weist kein Datum auf -- es ist eigentlich eine nach den Tatsachen geschriebene Biographie -- aber ich schätze 1982 oder möglicherweise auch 1981, weil es am Ende aussagt, dass Scientology eben ihre 15-16-17ten Verfahren gegen mich eingeleitet hatten, und sie verklagten mich neunzehnmal, ebenso weil ich am Ende sagte, dass ich vorhatte mit dem Rauchen aufzuhören und ich tat dies 1982.