Kapitel 3

Leben und Sex im Mutterleib

Please pick up the somatic at the beginning and roll the engram.
L. Ron Hubbard

Durch "Auditing" oder "Prozessing" will Scientology den Preclears helfen, von ihre "Engrammen" befreit zu werden. Engramme sind bei Scientology eine Art von im Protoplasma der Zellen selbst eingeprägten Eindrücken.

Hubbard glaubt, dass diese Engramme im "reaktiven Mind" (grob vergleichbar mit Freuds "Unbewusstem")gespeichert sind und dass, bevor eine Person ihre Probleme lösen kann, die Engramme in den "analytischen Mind" (mit anderen Worten der "bewusste" Verstand) zurückgebracht werden müssen. Beim Übertragen der Engramme auf diese Weise wird vorausgesetzt, dass eine Person sich ihrer Probleme bewusst und vermutlich befähigt wird, diese zu lösen.

Diesen Engrammen wird nachgesagt, dass sie während Momenten der Bewusstlosigkeit oder extremen Schmerzen in den Zellen aufgezeichnet wurden. Zudem beginnen sie nicht erst vom Moment der Geburt an mit dem Aufzeichnen, vielmehr seit Beginn der Schwangerschaft und manchmal noch früher.

Einige Scientologen können sich daran erinnern, als sie noch Sperma oder ein begierig auf die Befruchtung wartendes Ei waren. Folglich ist es für Scientologen offensichtlich, dass viele von unseren Problem lange vor unserer Geburt anfingen.

Hubbards Theorie ist nicht in der Lage wirklich zu erklären, wenigstens nicht auf die Weise die von den meisten Medizinern anerkannt würde, wie denn genau Engramme eingeprägt werden können bevor ein Fötus ein Nervensystem oder die Sinnesorgane entwickelt hat, um einen Eindruck einzutragen, oder auch wie eine Person mündliche Äusserungen behalten oder "erinnern" konnte, bevor sie eine Sprache beherrschte. Scientologen akzeptieren ganz einfach diese Theorie und glauben, wenn ein Ehegatte seine schwangere Frau schlägt und gleichzeitig "nimm das" schreit, dass dann im Mutterleib ein "nimm das" Engramm eingeprägt werden kann. Auf diese Weise kann der heranwachsende Junior wörtlich auf diese Ässerung reagieren und ein Dieb werden, dessen Ziel "nimm das" ist.

Wenn sie Hubbards Ansicht vom Eheleben die in den Fallstudien seines ersten Buches dargestellt wird untersuchen, dann werden sie feststellen, dass die meisten Väter einen guten Teil ihres Ehelebens damit verbrachten, ihren ungeborenen Kindern durch das Schlagen ihrer Frauen während der Schwangerschaft oder während dem Geschlechtsakt Engramme zu verpassen. Aber die Väter waren nicht die einzigen Verbrecher.

Viele der Mütter, die Hubbard beschrieb, lassen Medea wie die Madonna aussehen. Falls diese Mütter nicht gerade durch ihre Ehegatten gebumst oder niedergeschlagen wurden, dann gaben sie gewöhnlich ihren ungeborenen Kindern Engramme durch AA (Attempted Abortion; Versuchte Abtreibung). Hubbard schrieb, dass "zwanzig oder dreissig Abtreibversuche bei Aberrierten nicht ungewöhnlich sind", und es gibt in Hubbards Fallgeschichten so viele Abtreibversuche, dass es manchmal wie ein Wunder erscheint, dass jeder von uns trotzdem da ist.

Die Kinder die dies ebenso schafften, trotz versuchter Abtreibung, litten später im Leben nicht nur an den Spuren von alldem was die Mutter zum Abtreiben verwendete -- gewöhnlich Stricknadeln gemäss Hubbard -- sondern beim Heranwachsen waren sie dazu verdammt, mit Mördern zusammenzuleben. Auf reaktivem Niveau wussten sie während ihrer ganzen schwachen und hilflosen Jugend, dass die Eltern verhinderte Mörder sind -- weil sie sich an die Abtreibversuche erinnern konnten.

Die Leser sollten nicht beunruhigt sein, wenn sie nicht in der Lage sind sich an ihr Leben im Mutterleib oder bei der Zeugung erinnern können. Das früheste Zeit, an das sich eine Nicht-Scientologe erinnern kann, ist, gemäss den meisten Doktoren und Psychiatern, ungefähr achtzehn Monate. Hubbard sagt, dass wir uns durchaus weiter zurück erinnern können, aber einer der uns daran hindernden Gründe ist -- wie könnte es anders sein -- versuchte Abtreibung.

"Der Normalfall versuchter Abtreibung zeigt nahezu immer eine Säuglingszeit und Kindheit mit ständigen Versicherungen von Mama, dass er sich an nichts aus dieser Zeit erinnern könne. Sie möchte nicht, das er sich erinnert, wie geschickt sie war, wenn auch erfolglos, im Handhaben unterschiedlicher Instrumente. Möglicherweise wäre das vorgeburtliche Gedächtnis so selbstverständlich wie unser normales Gedächtnis ... wenn sich nicht dieses Schuldbewusstsein so vieler Mütter während Jahrtausenden fortgepflanzt hätte ..."

Ein weiterer Grund der Mütter ihr Kind zum Vergessen oder zum Denken, dass es sich nicht erinnern kann, anzuhalten ist laut Hubbard das "Mama hatte neben dem Vater oft noch ein paar andere Männer, von denen der Vater nie etwas wusste". Damit deutet er auch den Grund an, warum Mütter nicht haben wollen, dass ihre Kinder mit Dianetik beginnen. Schon früh sagte Hubbard, so bereits in seinem erstem Buch festgehalten, dass die Gegner von Dianetik nur ihre Verbrechen zu verstecken versuchen -- ein Thema das bei ihm später zur Zwangsvorstellung wurde.

Wenn Hubbards Mütter nicht gerade versuchten selber abzutreiben oder nicht gerade geschlagen wurden, hatten sie oft Affären. Diese Siruation konnte dem ungeborenen Kind auch ein Engramm verpassen, ganz besonders, wenn das Kind im Mutterleib später nach dem Vater benannt werden sollte.

Hubbard glaubte, dass viele dieser untreuen Frauen ihren Liebhabern unfreundliche Bemerkungen über ihre Ehemänner machten, die der Junior, der durch den Sexualakt im Mutterleib unbeabsichtigt so gut wie geprügelt wurde, "hören" konnte und dabei dachte, dass sie sich auf ihn beziehen würden.

Es ist offensichtlich, dass das Leben im Mutterleib mit all den Stelldichein mit den Liebhabern, versuchten Abtreibungen, Schlägen und so weiter keine Freude für den Junior war. Hubbard schrieb, dass sich zusätzliche Probleme ergaben, wenn auch "Verdauungslaute, Stöhnen, fliessendes Wasser, Rülpsen" auftraten, eine stete Lärmbelastung für den Fötus oder das Embrio.

Es war auch ziemlich eng dort drin, ein Zustand der noch verschlimmert wurde, falls die Mutter zu hohen Blutdruck hatte. Und dann, wenn die Mutter niesen musste, wurde das "Baby unabsichtlich geschlagen". Wenn die Mutter gegen einen Tisch lief, "stiess der Kopf des Babys an". Wenn die Mutter unter Verstopfung litt, wurde das "Baby durch den %uuml;bermässigen Kraftaufwand gequetscht". Nahm die Mutter Chinin -- wahrscheinlich für einen Abtreibversuch -- dann könnte das Kind sein Leben lang ein Läuten in den Ohren haben. Und falls die Eltern Verkehr hatten, hatte das Kind zusätzlich die Empfindung, es sei in eine laufende Waschmaschine geraten.

Es ist nicht nur so, dass der Fötus oder das Embrio bewusst dem Empfinden des Sexualverkehrs zwischen seinen Eltern oder sonstwem ausgesetzt wird, im Engramm wird auch bestens eingeprägt, was dabei gesprochen wurde. Der folgende Fall wurde von einem Preclear angeblich in Erinnerung gerufen.

Mädchen: Ich wundere mich was sie machen. (darauf eine Pause) Ich höre schmatzende Laute! (dann eine Pause und Verlegenheit) Oh!

Auditor: Erzähle bitte das Engramm.

Mädchen: Anfänglich ist es eine Art schwacher Rythmus und dann wird er schneller. Ich kann das Atmen hören. Nun geht es wieder kräftiger los aber doch viel weniger als das erste Mal. Dann wird es wieder langsamer und ich höre die Stimme meines Vaters: "Ach Liebling, ich möchte jetzt nicht in dich eindringen". ... und meine Mutter [sagt] "Dann will ich dich überhaupt nicht drinhaben ... Du kalter Fisch ...".

Wenn die Eltern Verkehr haben, hat dies nicht nur momentan einen nachteiligen Einfluss auf das Kind, behauptet Hubbard, sondern die Resultate können sich später im Leben überaus gefährlich auswirken. Hubbard sagt, viele Patientinnen erinnerten sich, dass sie durch ihre Väter missbraucht wurden (Freud begegnete vielen solchen Fällen, aber er erkannte sie als Phantasien). Gemäss Hubbard könnte ein Preclear recht haben, der sich an Missbrauch durch ihren Vater erinnert, ausgenommen es wäre zu jener Zeit pasiert, als sie noch im Mutterleib war.

Um uns zu zeigen, wie schlecht das Leben im Mutterleib wirklich war, erzählt uns Hubbard die Geschichte eines Mannes der "während sechsunddreissig Jahren seines Lebens für 'normal' gehalten wurde". Durch die Behandlung mit Dianetik entdeckten sie, dass die Mutter des Mannes während ihrer Schwangerschaft sechsundsechzig mal Verkehr mit ihrem Gatten hatte (der dabei einigemal betrunken war) und ihrem Liebhaber ("alle schmerzhaft wegen dem stürmischen Liebhaber"). Zudem masturbierte sie einundachzig mal ("mit den Fingern, stossend und sich selbst verletzend, mit Orgasmus"), und zweiundzwanzig Spühlungen bei verschiedenen Gelegenheiten.

Wie die meisten anderen Mütter versuchte sie auch AA (Attempted Abortion; versuchte Abtreibung) mit zweiundzwanzig operativen Abtreibungen, einer Reihe von hauseigenen Versuchen mit Salben und starkem Lysol, einige verzweifelte Versuche durch Springen von einem Kasten und bei anderer Gelegenheit durch das Sitzen ihres Mannes auf ihrem Bauch.

Ausserdem litt sie zweiundzwanzig mal an Verstopfung, hatte drei Erkältungen, ein Fall von Grippe, ein Kater, dreiunddreissig Fälle von morgendlicher Übelkeit, achtunddreissig Streitereien (vorwiegend mit ihrem Gatten) die zu drei Stürzen führten, fünf Fälle von Schluckauf, achtzehn verschiedene Unfälle und Zusammenstösse, neunzehn Arztbesuche, vorgeburtliche Wehen und schlussendlich neunundzwanzig Stunden dauernde Wehen. Und um das ganze auf die Spitze zu treiben, führte sie auch noch Selbstgespräche, was gemäss Hubbard bei dem Mann zu noch mehr Engramme führte, die bearbeitet werden mussten. Hubbard erzählt uns, dass dieser Mann, dem all diese furchtbaren Dinge im Mutterleib widerfuhren, zur Behandlung 500 Stunden benötigte. Hubbard weist auch darauf hin, dass er gerade diesen Fall herausgriff, weil er "die üblichen Probleme" aufzeige.

Fast könnte es scheinen, dass das Engramm alles sieht, alles hört und alles aufzeichnet, aber manchmal doch unrecht hat. Ein Auditor berichtete, dass ein Ausschlag am Hintern seines Preclears -- leider wird nicht angegeben wie der Auditor diesen Ausschlag fand -- begann, als der Preclear noch im Mutterleib war und seine Mutter öfter ein Aspirin verlangte. Dem Engramm wurde nachgesagt, dass es dieses fälschlicherweise als "ass burn" aufzeichnete. {2}

Ira Wallach, der ein Buch mit dem Titel "Hopalong-Freud" schrieb, machte sich in einem speziellen Kapitel, das er "Diapetics" widmete, über diese Theorien lustig.

Stellen sie sich den Verstand als Kühlschrank vor (Gas oder Elektro). Diapetics weist nun nach, dass Teile des Verstandes die nicht für den unmittelbaren Gebrauch oder zur Auswertung zur Verfügung stehende Vorstellungen zurückhalten. Diese Vorstellungen wurden im Tiefkühlfach des Verstandes eingefroren.
In einer anderen Abteilung des Verstandes finden wir den Crisper. Der Crisper hält Ideen und Vorstellungen frisch, geniessbar und nicht zu feucht. (unreife Ideen sollten einige Tage auf auf dem Fenstersims gelagert werden.) Beide, das Tiefkühlfach und der Crisper, werden durch den Enteiser reguliert. {3}

Dann spottet Wallach über den "Clear" -- ein Scientologe, der von seinen Engrammen und Problemen befreit wurde -- indem er ihn einen "Crisp" nennt. Entsprechend wird der "Preclear" ein "Precrisp" genannt.

Bei solchen Patienten werden sie den Tiefkühler leer vorfinden, den Crisper jedoch voll, und ein Dutzend Eier hinter der Konservenbüchse mit Pfirsichen.
Er ist ein "Crisp", wie man das in Diapetics nennt ... Leute die noch keine Therapie erfahren haben sind "Precrisps" ... eine Person, deren Eiswürfel bereits soweit geschmolzen sind, dass man sie ohne nach Hammer und Schraubenzieher zu greifen entfernen kann ... So können sie auf einen Blick sehen, dass Diapetics einen jahrzehntealten Traum verwirklicht: es ist die Wissenschaft, die den Verstand erklärt.