Kapitel 7

Die Sea Org

L. Ron Hubbard, unterstützt durch die machtvollen, hoch trainierten O.T. der Sea Org, durchbrach gewaltige Hindernisse ... er identifizierte den wahren Feind der Menschheit auf diesem Planet.
aus einer Scientology Postsendung

Hubbard selbst ist nie mehr in irgendeiner dieser Orgs zu finden. Er lebt in der mysteriösen Sea Org, einem Trio von geheimen Schiffen die im Mittelmeer kreuzen. Hubbard hält sich auf dem Flaggschiff auf, der "Royal Scotsman" (oder auch "The Apollo" genannt), einer umgebauten ehemaligen irischen Fähre, 3330 Tonnen und 100 Meter Länge, am Schornstein leuchtend mit LRH (L. Ron Hubbard) bemalt. LRH oder Hubbard hat sich den Titel eines "Commodore" zugelegt und seiner hübschen zweiundzwanzigjährigen Tochter Diana, die sich ebenfalls an Bord befindet, wurde unpassende der Titel eines "Lieutenant-Commanders" verliehen. Mit ihnen zusammen sind Hubbards gegenwärtige Gattin, vier seiner sieben Kinder aus seinen drei Ehen, sein Hund und zwei Autos. Ausserdem ist die Sea Org eine Ausbildungsflotte für mindestens 200 weissuniformierte Scientologen und ihren Kindern, das Alter reicht von sechs Monaten bis sechzig Jahre. Mit Ausnahme der Kinder soll der Rest mit Hubbard, so wird erzählt, einen Verträg über eine Milliarde Jahre geschlossen haben (vermutlich um ihre Thetane auch in zukünftigen Leben einzuschliessen) um ihm zu helfen der Welt zu helfen. Um dieses Ziel zu vollenden arbeiten Scientologen nicht nur gratis für Hubbard, er scheint so dass für den Aufenthalt auf dem Schiff zahlen müssen, da viele von ihnen dort die Ausbildung zum "Operating Thetan VIII" machen, dem höchsten Grad in Scientology und das Erreichen dieses Grades kostet einige tausend Dollars mehr als das "Clear" werden. Ihre Hingabe zeigt sich nicht nur von der finanziellen Seite. Sea Org Scientologen arbeiten hart während acht Stunden am Tag und verbringen ihre Abende mit dem Studium von Scientology. Sogar die Kinder an Bord arbeiten als Boten für Scientology.

Das Leben an Bord ist hart und die Bestrafung ist streng. Man sagt, dass jemand an einem Tag ein Offizier sein kann, und am folgenden Tag als Strafe die Decks scheuern muss. Die 'London Sunday Times' brachte einen Artikel über einen wohlhabenden Kalifornier der erst eine Offiziersuniform trug als er in der Sea Org ankam, aber für verspätetes Eintreffen einen schmutzigen blauen Overall bekam und in der Kombüse arbeiten musste.

Ebenso ist es schwer zu begreifen warum sich keine Land über ein Schiff voll von hart arbeitenden Sklaven in seinen Häfen beschwert. Wenigstens ein Land war darüber genügend verärgert um sie innerhalb von vierundzwanzig Stunden aus ihrem Hafen rauszuwerfen. In Korfu, Griechenland, wo die Scientologen täglich wahrscheinlich rund 1500 Dollars für Verpflegung und Schiffreparaturen bezahlten, konnte es scheinen, dass die Regierung keinen Grund für Beschwerden hatte. Aber nachdem sie sieben Monaten dort waren, warf sie der Innenminister raus. Er erklärte sie ohne Angabe von Gründen als "unerwünscht".

Dieses Land mag durch das befremdende Verhalten der Sea Org Mitglieder verärgert worden sein. Einheimische beschwerten sich unter anderem darüber, acht- oder neunjährige Scientologen-Kinder gesehen zu haben, die über die Planken in die Ägäis getrieben wurden, und eine Publikation von Scientology schildert, wie einem älteren Mitglied eine ähnliche Bestrafung zuteil wurde. (Es ist nicht bekannt, wer sie rettete. Da jedoch Scientologen Arbeitsaufgaben für alles und jedes haben wie Direktor für Erfolge, Registrar für Briefe usw. könnten sie auch so etwas wie einen "Rettungs-Registrar" haben.) Bei anderer Gelegenheit berichteten Einheimische, dass vierundzwanzig Scientologen eines Tages das Schiff verliessen und bei strömendem Regen ohne Regenschutz in militärischem Gleichschritt eine halbe Meile dem Kai entlang marschierten.

Ein Aussenseiter, Kapitän John Jones, berichtete einer Londoner Zeitung einige Vorkommnisse, die sich während der Zeit ereigneten, als er mit einem der kleineren Schiffe fuhr. "Die Mannschaft bestand aus sechzehn Männern und vier Frauen, die einen Trawler nicht von einem Tramwagen unterscheiden konnten", stellte er fest. Er beklagte sich, dass er gezwungen wurde das Boot gemäss dem Sea Org Handbuch zu führen und er die elektrische Ausrüstung, ausgenommen Licht, Funk und Radiokompass, sowie die weitere modernere Ausrüstung, die er an Bord hatte, nicht gebrauchen durfte. (Möglicherweise weil die Scientologen befürchteten, die Funktion ihrer E-Meter könnte beinflusst werden.) Er berichtete, dass sie "durch die Benutzung des Navigationssystems gemäss Org Handbuch, das auf der Peilung von Radiosendern wie BBC sowie anderen Stationen beruhte, bald hoffnungslos verloren waren".

Die Schiffe sind geheimnisumwunden. Von Hubbard wird gesagt, dass er tagsüber schläft und abends um sechs Uhr aufsteht und praktisch nie ausserhalb gesehen wird. Die meisten Leute an Bord begegnen ihm nie, ausgenommen seine persönliche Mannschaft und Offiziere. Die letzteren können auf schriftliches Ersuchen Treffen mit ihm haben. Aussenseiter sind sich nicht ganz sicher wo genau auf dem Boot Hubbard lebt, ein Reporter jedoch vermutete in der Mitte des obersten Decks, wo "ein Korridor mit einem den Zutritt verbietenden Schild zu einigen dortigen Kabinen führt". So viel man weiss schlafen die meisten anderen Leute in Massenunterkünften. Der zuvor erwähnte Kapitän Jones erklärte, dass auf seinem Schiff Männer und Frauen die gleichen nur durch eine Decke getrennten Unterkünfte teilten. dividing the sections.

Hubbard hält auch den Zweck der Schiffe gut verborgen. Obwohl er ursprünglich zugab die Sea Org als ein mobiles Hauptquartier gegründet zu haben um neue Stützpunkte zu errichten und alte zu korrigieren, sollen nun die Leute scheinbar denken, dass sie alle nur für "Forschungszwecke" und nicht wegen Scientology hier sind. Das von den Schiffen benutzte Briefpapier ist mit "The Hubbard Exploration Company Ltd." bedruckt (ohne eine Adresse). Ein Sprecher für die Schiffe sagte, ihr Zweck sei "grundsätzlich die Suche nach Öl und Gas im Mittelmeer und anderswo" und in einem Kommuniqué erklärte Hubbard, das Schiff sei in Griechenland "um den Untergang früherer Zivilisationen zu erforschen und zu studieren und so zu [lernen] was mit der gegenwärtigen geschieht". Hubbard hatte in früheren Tagen beim Gespräch mit Interviewern stets verneint, dass die Schiffe oder er selbst mit Scientology in Verbindung stehen, obwohl Telexberichte aus Saint Hill direkt vor ihm lagen.

Ein anderes Geheimnis betrifft Linda Hicks, eine wunderhübsche zweiundzwanzigjährige blonde Britin, die sich Sea Org anschloss und dann verschwand. Ihr Vater, der einen Herzanfall erlitt, behauptete dass seine einzige Tochter anfänglich in Las Palmas in Scientology verwickelt wurde, und als er sie daraufhin sah, "hatte sie ihr Haar schwarz gefärbt ... sie war schmutzig, und ihr Verstand schien verwirrt zu sein". Die 'News of the World', welche diese Geschichte druckte, sagte Linda hätte angeblich den nachstehenden Brief an ihren Freund zuhause geschickt, der aussagte wie sie in der Sea Org hypnotisiert wurde und ohne wissentliches Einverständnis mit einem anderen Scientologen verheiratet wurde.

Liebster Oscar
So viele schreckliche Dinge sind mit zugestossen seit ich mich in Palmas von dir verabschiedete. Oh warum hast du mich nicht daran gehindert auf dieses Schiff zu gehen, Oscar? Wusstest du was mit mir geschehen würde? Ich wusste es wirklich nicht.

Aber ich war krank nach die in Las Palmas -- fühlst du auch so für mich? War es eine Ferienromanze oder wirst du mich für immer lieben, wie ich dich liebe?

Liebling, was taten mir diese Leute an. Sie veränderten mich, du ... sahst es, warum hast du mich nicht heraus geholt?

Sie bringen die Leute um den Verstand, sie beeinflussten mich, sie versuchten mich gegen dich kehren.

Ich wurde krank und hysterisch und sie brachten mich an eine von diesen Maschinen [wahrscheinlich das E-Meter]. Dann sprach jemand während zwei Stunden mit mir. [Die 'News of the World' erwähnte hier ihre Heirat mit einem der Boys auf dem Schiff.]

Ich kann mich nicht mehr an sehr viel erinnern, ausgenommen dass ich mich zuhause nach zwei Tagen in das alte "Mummy" zurückverwandelte, das du liebtest und ich begann mich zu erinnern -- an üble Dinge. Oh mein Liebling, welchen schrecklichen Fehler habe ich nur gemacht ...

Nachdem Lindas Vater diesen Brief sah, ging er mit einem Reporter der 'News of the World' zur Sea Org und versuchte seine Tochter aufzufinden. Aber sie konnten weder an Bord des Schiffes gehen, noch Hubbard erreichen oder seine Tochter finden. Ein Scientologe an Deck sagte, dass Linda auf dem 414 Tonnen Trawler "Avon River" eine "wunderschöne Romanze" mit einem vierten Maat hatte. Am nächsten Tag übergaben die Scientologen dem Reporter angeblich eine Stellungnahme die besagte, dass Lindas Eltern einen anderen Kläger bevorzugten und auf der Trennung ihrer Tochter von ihrem Gatten bestanden. Sie stellten auch fest, dass die Eltern sie herausholen und für eine Elektroschockbehandlung (eine bevorzugte Anklage der Scientologen) zu einem Psychiater schicken wollten, und Linda, da sie befürchtete gekidnappt zu werden, das Schiff bereits verliess und geflüchtet sei. Sie fügten noch bei, dass die Eltern "Scientologen hassten und versuchten, Scientology als Entschuldigungsgrund zum Brechen einer Ehe zu benutzen".

Was in der Sea Org tatsächlich geschieht wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben, da die auf dem Schiff anwesenden Scientologen jeweils nur für kurze Zeit bleiben und wenig oder keinen Kontakt mehr mit ihren Freunden und der Familie daheim haben. Ein Ereignis wurde jedoch bekannt und trägt zur Neugier bei. Es deutet an, dass das Anschliessen an die Sea Org wohl freiwillig sein mag, das Verlassen hingegen nicht immer. Als eines der Sea Org Schiffe im Hafen von Korfu lag, berichtete die "London Times" wie einige Leute vom Land aus sahen wie eine Scientologin mit ihren beiden Kindern schreiend versuchte vom Schiff wegzurennen und wie sie daraufhin von uniformierten Scientologen auf das Schiff zurückgeschleppt wurden bevor sie die Strasse erreichen konnten. Der Hafenmeister von Korfu, ein Freund von Scientology, sah wie er sich äusserte "keinen Grund zum Eingreifen".