Itar-Tass
15. Februar 2000

HUMANITÄRES HUBBARD ZENTRUM DURCH MOSKAUER GERICHT VERBOTEN

MOSKAU, 15. Februar (Itar-Tass) - Das Urteil des städtischen Gerichts von Moskau Ostankinoon, das die Registrierung des Humanitären Hubbard Zentrums, einer regionalen öffentlichen Organisation, für ungültig erklärte, trat am Montag in Kraft, wie ein Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Moskau mitteilte.

Die Moskauer Staatsanwaltschaft reichte im vergangenen Herbst eine entsprechende Klage ein. Diese wurde am 6. Oktober bestätigt, trat jedoch erst am 14. Februar in Kraft nachdem das Zivilgericht darüber entschieden hatte.

Der Pressesprecher erwähnte auch, dass eine vorangegangene Untersuchung im Fall des Leiters der regionalen Vertretung des Hubbard Zentrums gemäss Artikel 171 des russischen Strafgesetzes (illegale Geschäftspraktiken) durch die Staatsanwaltschaft des Nord-Ostbezirks von Moskau abgeschlossen und dem Gericht übergeben wurde.

Das Hubbard Zentrum wurde in Russland durch die Scientology Kirche registriert. Es war in Wirklichkeit ein Sektenzentrum. Nach Ansicht von Alexander Dvorkin, der beim Moskauer Patriarchat für Sektenprobleme zuständig ist, "ist dies eine gefährliche Sekte. In Deutschland wurde sie unter die Beobachtung durch den Verfassungsschutz gestellt. Dort hält man fest, dass das Hubbard Zentrum [Scientology] keine Religion ist, sondern eine rein kommerzielle Organisation, die nur nach Macht und Geld strebt. In Griechenland wurde sie anfangs 1998 verboten."

Die Organisation ist nach Lafayette Ron Hubbard benannt, einem amerikanischen Science-Fiction Schriftsteller, der unter Verfolgungswahn litt und dem den Krieg erklärte, was er als "die Weltverschwörung der Psychiater" beschrieb. Er hielt beispielsweise daran fest, dass die Massenvernichtung von Juden im Zweiten Weltkrieg nicht durch das Naziregime, sondern durch "eine geheime Vereinigung deutscher Psychiater" organisiert wurde.