Wurzeln von Scientology, Teil 2


Es gibt viele Versuche, die Weltanschauung L. Ron Hubbards und damit das 
Phänomen Scientology zu erklären. Einige davon, etwa die kritische 
Biografie Bare-Faced Messiah (1) oder die Insiderberichte A Piece of Blue 
Sky (2) sowie Scientology und (k)ein Ende (3), haben wichtige 
Mosaiksteinchen zusammengetragen. Was aber allen bisher erschienenen 
Abhandlungen über das Thema fehlt, ist ein Vergleich Hubbards mit seinem 
stillen Vorbild: Hitler.

Dabei liegen die Parallelen auf der Hand - sowohl in der Ideologie als 
auch bei Struktur und Organisation von Scientology und 
Nationalsozialismus: Beide Systeme wären ohne den sogenannten Führerkult 
nicht denkbar; in beiden spielt die vom englischen Philosophen Thomas 
Hobbes beschriebene Figur des Leviathan eine entscheidende Rolle. Durch 
die Gleichsetzung des "Mortal God", in dem Hobbes zunächst den Staat, den 
"Commonwealth", gemeint hat, mit einem politischen Führer wird dieser 
Figur das Recht zugeschrieben zu beurteilen, was für das Volk gut oder 
schlecht ist, welche Meinungen und Lehren geeignet sind, die Einheit des 
Volkes zu wahren und zu fördern.

Hitlerismus und Hubbardismus können daher als politische Religionen (4) 
bezeichnet werden, deren Inhalte sich von Gott als der Spitze des 
hierarchischen Systems lösen, so daß sich die Ekklesia verselbständigt 
und innerweltlich schließt. Die Innerweltlichkeit fußt auf der "Kenntnis 
der Welt als Inventar von Seinstatsachen [und auf dem] Wissen um ihre 
Wesens- und Kausalzusammenhänge." (5) Dieses Wissen wird einem "Führer" 
(Erlöser) zugeschrieben, der das Schicksal des Volkes lenken soll und von 
seinen Untergebenen als gottähnliche Instanz anerkannt sein will.

Um den absoluten Machtanspruch durchzusetzen, gelten demokratische 
Staatsformen als ungeeignet: Der Führerkult toleriert weder freie Wahlen 
noch Meinungsfreiheit. Für den Nationalsozialismus hat Otto Koellreutter 
dieses Prinzip in aller Deutlichkeit beschrieben: "Der Führerstaat trägt 
immer antiliberale Züge; und er kann auch niemals geprägt und gestaltet 
werden durch den Typus des liberalen Menschen, sondern nur durch den 
Typus von Männern, die sich ihrer inneren Verbundenheit mit Volk und 
Staat stets bewußt sind." (6)

So scheint es in Hubbards Gedankenwelt logisch, daß alle bisherigen 
Demokratien die Menschen nur unterdrückt hätten, alles christliche, 
aufklärende und parlamentarische Bemühen schon immer nur den Zweck gehabt 
hätte, die Menschheit in Krankheit, Krieg und Katastrophen zu treiben. 
Scientology (7), so gaukelte der Gründer der Bewegung seinen Anhängern 
vor, "gibt uns eine erste Chance zur Schaffung einer wahren Demokratie" 
(8): einer neuen Gesellschaft ohne Kriminalität, Gewaltkonflikte und 
Drogen, wie es in Propagandaschriften der Bewegung heißt. Diese Welt 
scientologischer Bauweise sei jedoch "[...] nur in einer Nation von 
Clears (9) möglich." (10) Cyril Vospers schreibt dazu in The Mind 
Benders: "Hubbard sagt, daß es zunächst der Wei-terbildung des Menschen 
mittels Scientology bedarf, bevor irgendein politisches System 
funktionieren kann." (11)

Freilich gab Hubbard seiner Vision keine Garantieerklärung: Denn bis zum 
Erreichen des scientologischen Wunderstaats habe die Menschheit einen 
weiten Weg vor sich, da die von ihm angestrebte Entwicklung durch 
zahlreiche Widersacher ("Suppressive Persons" (12)) behindert werde. All 
jenen, die sich der Ausbreitung seiner Ideologie in den Weg stellen, 
widmete Hubbard ausführliche Beschreibungen und stilisierte sie damit in 
den Augen der Anhänger zum Feindbild. Dabei befolgte er ein wesentliches 
Erfolgsrezept bei der Bildung von Massenbewegungen, wie es Eric Hoffer in 
The True Believer (13) definierte: "Massenbewegungen können auch ohne den 
Glauben an einen Gott florieren, niemals aber ohne den Glauben an einen 
Teufel." Scientologys Teufel ist die "unterdrückerische Person".

Zu den "Unterdrückern" zählen laut Hubbard rund 2,5 Prozent der 
Erdbevölkerung, die auf den Rest - selbst auf Mitglieder der 
Scientology-Bewegung - starken Einfluß ausüben würden. Sie müßten daher, 
so die kranke Logik des Gründers, mit allen vorhandenen Mitteln bekämpft 
werden.

Weitere 17,5 Prozent der Menschen seien darüber hinaus als 
Gefahrenpotential ("Potential Trouble Source" (14)) einzustufen. Die 
verbleibenden 80 Prozent wären Unwissende, aber Lernfähige ("Preclears" 
(15)), denen er als selbsternannter Erlöser das "Wissen vom Wissen" (16) 
vermitteln wollte, um damit sein proklamiertes Endziel zu verwirklichen: 
einen "befreiten Planeten" ("Clear Planet") (17).

Um dieses Ziel zu erreichen, wollte Hubbard nicht nur Tausende von 
unmündigen Anhängern mit einem Angebot pseudotherapeutischer Kurse und 
der "Church of Scientology" an seine Bewegung binden, sondern auch 
Schaltstellen in Wirtschaft und Politik besetzen, was ihm – respektive 
dem bereits vor dem Tod des Gründers im Jahre 1986 an die Spitze der 
Bewegung gelangten Ziehsohn David Miscavige – in einigen Ländern, vor 
allem in Südafrika, Lateinamerika und Osteuropa, in Ansätzen gelungen zu 
sein scheint.

Genau wie Hitler seinen Judenhaß mit einer angeblichen "jüdischen 
Weltverschwörung" (18) scheinbar begründete, die er aus den Protokollen 
der Weisen von Zion (19) und aus anderen Quellen herausgelesen haben 
wollte, wähnte sich auch Hubbard einer Verschwörung auf der Spur: Bei ihm 
waren Psychiater und Priester die Übeltäter. Deren prinzipielle Mission 
sei es, die Menschheit zu schlechten Taten anzustiften und zu versklaven. 
Hubbard, der bisweilen als "pathologischer Lügner" (20) eingestuft wurde, 
hämmerte seinem Gefolge ein, diese Verschwörung bekämpfen zu müssen und 
die Menschen durch die Vermittlung scientologischen "Wissens" auf die 
rechte Bahn zu bringen: auf die "Brücke zur totalen geistigen Freiheit" 
(21). Er versprach ihnen, als "Operierende Thetanen" (22) einen von den 
Rassefanatikern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts analog für die 
"Arier" postulierten, höheren Entwicklungsstand zu erreichen.

Die traditionellen Religionen und die mit ihnen verbundenen sakralen 
Institutionen waren nach Meinung Hubbards "Bewußtseinsimplantate" (23), 
die der kollektiven Seele der Menschheit (24) während ihrer Frühzeit 
eingesetzt worden seien, um zu verhindern, daß die Menschen ihren 
universalen Ursprung erkennen würden. Am Ende könnten alle "Preclears" 
Götter werden, die in Hubbards Kosmogenese "die Welt als Spiel erfanden, 
in das sie selbst hinabstiegen, um dann Opfer ihres eigenen Vergessens zu 
werden und somit in ihrem Spiel gefangen zu bleiben". (25)

Um seine Anhänger von diesen Hirngespinsten zu überzeugen, verformte der 
Scientology-Gründer schließlich das von den Nationalsozialisten 
propagierte Synonympaar "Jude: Untermensch". Ihm entspricht bei Hubbard 
die Assoziation "Psychiater (kosmische Tyrannen): Menschenfeinde" (26), 
deren Herleitung von ähnlichen Traumata und Einflüssen geprägt war wie 
Hitlers antijüdischer Wahn. Hubbard brandmarkte die Psychiatrie als 
irdischen Vollstrecker eines tyrannischen Wesens aus den Tiefen des 
Universums und stellte sie gleichzeitig als Grundübel der Menschheit dar. 
Unzählige anti-psychiatrische Hetzschriften der Scientology-Bewegung 
künden bis heute von dieser Manie. (27)

Hubbard erweiterte das völkische Prinzip des Rassismus deutscher Prägung 
um die kosmische Komponente: Er faßte den größenwahnsinnigen Plan, das 
gesamte Universum zu retten, indem er die vermeintlichen Ursachen aller 
weltlich-materiellen Probleme und Konflikte auf spiritueller Ebene 
bekämpfen und unwirksam machen wollte. Im Zuge dieser 
psychisch-seelischen "Säuberung" der Welt machte er die An-hänger seiner 
Bewegung zu göttlichen Kämpfern des Guten, zu unsterblichen Soldaten des 
Lichts.

Daß dieser Gedanke nicht neu war, muß Hubbard gewußt haben, als er kurz 
nach dem Zweiten Weltkrieg seine Vision zu Papier brachte. So war der 
Scientology-Gründer im Grunde ein Plagiator – selbst wenn er vorgab, sein 
Wissen entstamme "vielen Jahren exakter Forschung und gewissenhafter 
Überprüfung". (28) Hubbards Devise lautete aber: Besser gut kopiert, als 
schlecht erfunden. Etliche Theorien, die er als eigene Erkenntnisse 
auswies, stammen aus naturwissenschaftlichen, psychologischen und 
philosophischen Werken verschiedenster Epochen. (29) Er übernahm, was er 
für richtig hielt - ganz gleich, wessen Gedankengut er sich dadurch 
zueigen machte. Mal mußte Anastasius Nordenholz herhalten, mal Sigmund 
Freud (30), mal Alfred Korzybski. Selbst bei den ihm als Ausgeburt des 
Bösen geltenden Psychiatern hat er abgekupfert. (31) Aus dem gesammelten 
Halbwissen konstruierte er schließlich eine "geheiligte Wissenschaft" 
(32), in dessen Zentrum noch heute Hubbard selbst und der Anspruch auf 
die absolute Gültigkeit (33) seiner Lehre stehen.

Knapp zehn Jahre hatte Hubbard gebraucht, um die okkulten Ingredienzen 
seiner Ideologie zusammenzustellen - eine Mixtur mystischer 
Manipulationen, wie sie Robert Lifton als Kriterium in seiner Definition 
totalitärer Systeme aufstellte (34): Danach berufen sich Führer solcher 
Systeme oft "... auf die Geschichte, Gott oder eine übernatürliche Macht, 
die die Auserwählten dazu berufen hat, das mystische Gebot zu erfüllen". 
(35) Hubbards Gespinste von Thetanen und kosmischen Tyrannen erfüllen das 
Kriterium genauso wie Hitlers Bild der arischen Rasse und des deutschen 
Volkes, das auserwählt gewesen sei, die Welt ihrer wahren Bestimmung 
zuzuführen (36). Hitler versprach, das deutsche Volk in der Geschichte 
unsterblich zu verankern - Hubbard ging einen Schritt weiter: Er winkte 
seinen Anhängern mit der individuellen Unsterblichkeit.


Fußnoten:

1)Russell Miller, Bare-faced Messiah, London 1987, (im folgenden: Miller, 
Messiah)
2)Jon Atack, A Piece of Blue Sky, New York 1990, (im folgenden: Atack, 
Blue Sky).
3)Tom Voltz, Scientology und (k)ein Ende, Düsseldorf 1995, (im folgenden: 
Voltz, Ende).
4)vgl.: Eric Voegelin, Die politischen Religionen, München 1993 (im 
folgenden: Voegelin, Religionen)
5)ibd., S. 49.
6)vgl.: Otto Koellreutter, Der Deutsche Führerstaat, Tübingen 1934, S. 
15.
7)Das vermutlich erstveröffentlichte Manuskript ist: L. Ron Hubbard, 
Scientology, Issue I, o.O. 1952.
8)Zit. in: Arbeitsgruppe Scientology der Hansestadt Hamburg (Hg.), 
Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft, Hamburg 1995, Paragraph 3b, S. 
8, (im folgenden: AGS, Mitteilung).
9)Im scientologischen Jargon wird ein Mensch als "Clear" bereichnet, wenn 
er alle negativen Erfahrungen (sogenannte Engramme) aus seinem 
Unterbewußtsein entfernt hat. Dies könne, so Hubbard, nur durch 
"Auditing", eine Art hypnotischer Beichte, geschehen.
10)vgl.: Voltz, Ende, S. 151
11)Cyril Vosper, The Mind Benders, St. Albans 1973, S.  45, (im 
folgenden: Vosper, Mind Benders).
12)vgl. L. Ron Hubbard, Ethics, in: HCO Policy Letter, East Grinstead, 
23. Dezember 1965 (im folgenden: HCO PL 231265). Hier definiert Hubbard 
die "Suppressive Person" als eine Person oder Gruppe, die "... aktiv 
versucht, Scientology oder Scientologen zu unterdrücken oder ihnen 
Schaden zuzufügen." [Übers. d. Verf.].
13)Eric Hoffer, The True Believer, London 1952, (im folgenden: Hoffer, 
Believer).
14)Als "Potential Trouble Source" (dt.: mögliche Gefahrenquelle) stufte 
Hubbard jene Menschen ein, die mit "Suppressive Persons" in Kontakt 
stehen.
15)In der Ideologie Hubbards werden Menschen, die nicht den Status 
"Clear" besitzen, als "Preclear" eingestuft. An anderer Stelle nannte 
Hubbard diese Gruppe auch "raw meat" (dt.: rohes Fleisch).
16)Hubbard propagierte Scientology als Wissenschaft, die dem Menschen 
angeblich vermitteln soll, wie er zu wissen habe. Er folgte damit dem 
Ansatz des deutsch-argentinischen "Rassenforschers" Anastasius 
Nordenholz, der bereits 1934 in seinem Buch Scientologie die Grundlagen 
wissenschaftlicher Forschung auf ein Fundament esoterischer, 
parawissenschaftlicher Axiome stellen wollte.
17)Das Ziel der Scientology-Bewegung ist die angebliche "Erlösung" der 
Menschheit. In zahlreichen Werbeschriften und Traktaten Hubbards wird 
dieser globale Machtanspruch mit dem Slogan "Clear Planet" umschrieben. 
Etappenziele der Bewegung sind etwa "Clear Germany" oder "Clear Russia". 
Besonders deutlich wird die Zielsetzung Hubbards in einer Erklärung der 
ehemaligen Scientology-Funktionärin Stacy Young beschrieben: "In der Tat 
wollte Hubbard eine neue Kategorie Menschen schaffen, die alle Stufen der 
scientologischen Leiter erklommen haben: Sie sollten den 
Entwicklungsstand des Homo sapiens verlassen und dadurch zum Homo novis 
werden. Scientologen glauben, daß sie bei Erreichen dieses Zustands in 
der Lage sind, durch Galaxien zu reisen, um dort andere Wesen zu 
befreien, die ebenfalls im physischen Universum gefangen sind." Vgl.: 
Stacy Young, Eidesstattliche Erklärung, o.O., Oktober 1994, (im 
folgenden: EV Stacy Young).
18)vgl.: Adolf Hitler, Mein Kampf, München 1925, S. 702 f.: "Das 
Finanzjudentum wünscht [...] nicht nur die restlose wirtschaftliche 
Vernichtung Deutschlands, sondern auch die vollkommene politische 
Versklavung." (im folgenden: Hitler, Kampf).
19)Das Buch wurde 1917 Alfred Rosenberg zugespielt. Im August 1921 
stellte sich heraus, daß es eine Fälschung der zaristischen Geheimpolizei 
war: im Auftrag der französischen Rechten, die damit Dreyfus mit einer 
angeblichen Verschwörung seiner Rasse in Verbindung bringen wollte. Die 
Protokolle sollten ferner die Judenpogrome Anfang des 20. Jahrhunderts in 
Russland rechtfertigen. Rosenberg war von der Echtheit dennoch überzeugt 
und verlegte das Pamphlet erneut. Bis 1933 wurden in Deutschland mehr als 
30 Auflagen gedruckt. Vgl.: George L. Mosse, Die Geschichte des Rassismus 
in Europa, überarbeitete Taschenbuchausgabe, Frankfurt/M. 1990, S. 132, 
(im folgenden: Mosse, Rassismus).
20)Richter Breckenridge am Obersten Gerichtshof von Kalifornien stellte 
zur Person Hubbards in einer Urteilsbegründung im Jahre 1984 fest: "The 
evidence portrays a man who has been virtually a pathological liar when 
it comes to his history, background and achievements. The writings and 
documents in evid-ence additionally reflect his egoism, greed, avarice, 
lust for power, and vindictiveness and aggressiveness against persons 
perceived by him to be disloyal or hostile."
21)Die "Brücke zur totalen Freiheit" ist ein Synonym für das von Hubbard 
entwickelte Kurssystem von Scientology. Zahlreichen Recherchen zufolge 
ist für die Belegung aller dort beschriebenen Kurse ein Geldeinsatz in 
Höhe von mehr als 300.000 US-Dollar erforderlich. Zur Zeit führt die 
"Brücke" bis zum "Operierenden Thetan – Stufe 15"; allerdings ist bis 
heute erste Stufe 8 "freigegeben" worden. Vgl.: Roy Wallis, The Road to 
Total Freedom. A Sociological Analysis of Scientology, New York 1977, (im 
folgenden: Wallis, Road).
22)Ein "Operierender Thetan" ist in Hubbards Ideologie ein Mensch, der 
die Grenzen des materiellen Universums willentlich überschreiten könne, 
dadurch daß seine Seele (der "Thetan") den Körper verlasse und das 
"geistige Universum" betrete. Bei der Konstruktion dieser Vorstellung hat 
Hubbard wesentliche Elemente der sogenannten Paraphysik übernommen, die 
davon ausgeht, daß Seelenwesen in einer vierten räumlichen Dimension 
existieren könnten, die nur von besonders befähigten Menschen 
wahrgenommen werde. Das herkömmliche quantenmechanische Weltbild kommt 
allerdings ohne derlei Erklärungen aus. Vierdimensionale Weltmodelle 
zählen zu den "paradoxen Theorien" (vgl.: Gerhard Vollmer, 
Biophilosophie, Stuttgart 1995, S. 117) und können empirisch nicht 
nachgewiesen werden.
23)vgl: L. Ron Hubbard, Professional Auditor's Bulletin 31, in: PABs, 
Book 2 (Nos. 25-49, April 1954 - April 1955), Kopenhagen 1973, (im 
folgenden: Hubbard, PAB 31): "Religion does much to keep the assumption 
in restimulation, being basically a control mechanism used by those who 
have sent the pre-clear into the body. You will find the cross as a 
symbol all over the universe, and the Christ legend as implant in 
preclears a million years ago."
24)vgl.: Joel Sappell und Robert Welkos, The Religion Abounds in Galactic 
Tales, in: Los Angeles Times, Los Angeles 1990: "Hubbard maintained [...] 
that the concept of a Christian Heaven is the product of two implants 
dating back more than 43 trillion years. Heaven, he said, is a ,false 
dream' and a ,very painful lie' intended to direct thetans toward a 
non-existent goal and convince them they have only one life. In reality, 
Hubbard said, there is no heaven and there was no Christ. ,The implanted 
symbol of a crucified Christ is very apt indeed. It's the symbol of a 
thetan betrayed.'"
25)vgl.: Colin Wilson, Das Okkulte, 1. Aufl., Wiesbaden 1988, S. 136, (im 
folgenden: Wilson, Okkult).
26)In einer Richtlinie vom 5. Oktober 1971 schrieb Hubbard: "... der 
Psychiater [hat] in einem Jahrhundert für alle Zeiten den Rekord an 
Unmenschlichkeit unter der Menschheit aufgestellt." (im folgenden: HCO PL 
051071). Vgl. auch: Voltz, Ende, S. 86: In dem Aufsatz False Purpose 
Rundown (5. Juni 1984) schrieb Hubbard, daß es "eine Gruppe von Wesen 
[gab], die weit in der Vergangenheit existierte". Diese Gruppe, nach 
Ansicht von Hubbard "Psychiater und Priester", sei etwa dafür 
verantwortlich, die Menschheit zu "schlechten Taten" zu veranlassen. Das 
neue Management der Scientology-Bewegung änderte am 11. Januar 1990 den 
Wortlaut des Aufsatzes und entfernte das Wort "Priester". Die Intention 
des Traktats blieb aber erhalten: die Begründung des Feindbilds.
27)Eine Übersicht scientologischer Aktivitäten gegen die Psychiatrie 
liefert der Beitrag von: Prof. Lyndon J. West, Psychiatry and 
Scientology, in: The Southern California Psychiatrist, Juli 1990, S. 13 
ff.
28)vgl.: Hubbard, Dianetics (1975), S. IX.
29)Hubbards Quellen sind anschaulich dargestellt in: Jeff Jacobson, The 
Hubbard is Bare, o.O. 1992, (im folgenden: Jacobson, Bare). Jacobson 
sieht unter anderem Thomas Hobbes als eines von Hubbards Vorbildern. Der 
englische Philosoph hatte in seinem Buch Leviathan den Menschen als Wesen 
dargestellt, dessen Leben durch sogenannte Dynamiken geregelt wird – eine 
Anschauung, die im scientologischen Menschheitsbild zentrale Bedeutung 
hat.
30)Neben den psychoanalytischen Erkenntnissen des österreichischen 
Psychologen, die Hubbard zum Teil in Dianetik integrierte, sind Freuds 
Ansichten zum Thema "Magie" in diesem Kontext relevant. In seinem Buch 
Totem und Tabu, Frankfurt/M. 1981, schrieb er: "Die Motive, welche zur 
Ausübung der Magie drängen, sind leicht zu erkennen, es sind die Wünsche 
des Menschen." (S. 89) Sind diese Wünsche ungebremst, würden sie als 
reale Macht angenommen, aus denen am Ende eine "Allmacht der Gedanken" 
entstehe. Hubbards Konzept des "Operierenden Thetans" bemächtigt sich 
dieser magischen Wunschvorstellungen in entscheidendem Maß.
31)vgl.: Jacobson, Bare.
32)vgl.: Robert Lifton, Thought Reform and the Psychology of Totalism, 
New York, 1961, (im folgenden: Lifton, Totalism): Nach Lifton vertreten 
totalitäre Organisationen stets ein "schlüssiges Konzept, an dem nicht 
gezweifelt werden darf". Oft werden totalitäre Weltordnungen mit 
"wissenschaftlichen Durchbrüchen" gerechtfertigt. Das Ergebnis ist die 
"geheiligte Wissenschaft": bei Hitler kam der "Rassenbiologie" dieser 
Status zu; bei Hubbard sind es seine eigenen Schriften, die "Wissenschaft 
vom Wissen".
33)Hubbards Schriften gelten als "Gesetze der kommenden Weltordnung" und 
dürfen daher nicht verändert werden. Nach dem Tod des Gründers sollen sie 
mit gigantischem Finanzaufwand in einem atombombensicheren Bunker 
untergebracht worden sein. Anhänger der Bewegung, die Kritik an Hubbards 
"Gesetzen" üben, werden als "Potential Trouble Source" geoutet. Sie 
werden dadurch innerhalb der scientologischen Gemeinschaft kriminalisiert 
und müssen zum Teil schwere Strafen hinnehmen.
34)vgl.: Lifton, Totalism.
35)ibd.
36)Diese Bestimmung ist ausführlich beschrieben in: Ernest Klee, Das 
arische Manifest, München, 1932