Freie Presse Online 18.5.2003

Leipziger Menschenrechtspreis an Norweger Heldal-Lund verliehen

Leipzig (ddp-lsc). Der Leipziger Menschenrechtspreis 2003 ist an den Norweger Andreas Heldal-Lund verliehen worden. Der Spezialist für Informationstechnologie wurde am Sonntag in der Messestadt für sein Engagement gegen die Sekte Scientology und seinen Einsatz für Redefreiheit im Internet geehrt. Heldal-Lund unterhält seit fast sieben Jahren eine Homepage mit dem Namen «Operation Clambake», auf der er über die Scientology-Organisation aufklärt.

In seiner Laudatio sagte Alain Vivien, Preisträger des vergangenen Jahres, Heldal-Lund decke die Machenschaften der Scientologen mit «Respekt und Intelligenz» auf seiner Internetseite auf. Damit helfe er Opfern und Interessierten.

Heldal-Lund betonte in seiner Dankesrede die Rolle der Bürger im Kampf um Grundrechte wie Redefreiheit. «Dass diese Rechte in Verfassungen verankert sind, reicht nicht. Organisationen wie Scientology unterwandern die Gesetze», sagte er. Deshalb müsse jeder Einzelne darauf bedacht sein, solchen Kirchen und Organisationen das Handwerk zu legen. Auch müsse man sich Grundrechte immer wieder aufs Neue verdienen.

Heldal-Lund will mit seiner Internetpräsenz über die Lehren und Praktiken von Scientology informieren, die von der Organisation selbst nicht veröffentlicht werden. Mehreren Klagen von Scientology und einem zeitweiligen Boykott einiger Internet-Provider zum Trotz hat Heldal-Lund seine Internetseite nicht abgeschaltet. Erst im Februar 2003 hatte auch die Suchmaschine «Google» sämtliche Links zu Heldal-Lunds Homepage aus ihrem Verzeichnissen genommen. Mit einer Internet- und Printmedienkampagne ließ sich «Google» kurz darauf überzeugen, «Operation Clambake wieder aufzunehmen.

Der vom Leipziger Künstler Rüdiger Bartels gestaltete, undotierte Menschenrechtspreis wurde im Jahr 2000 als «Alternativer Karlspreis» ins Leben gerufen. Er wird jährlich vom «Europäisch-Amerikanischen Bürgerkomitee für Menschenrechte und Religionsfreiheit in den USA» verliehen. In dem Gremium sind neben Amerikanern auch Deutsche, Engländer, Österreicher, Russen und Schweden vertreten. Das Bürgerkomitee besteht seit 1997 und kämpft unter anderem gegen physischen und psychischen Missbrauch von Menschen unter dem Schutzschild der Religion. Vor Heldal-Lund erhielt unter anderem der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm den Preis. (www.xenu.net)

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Westfälische Rundschau 16.5.2003

Menschenrechtspreis für norwegischen IT-Spezialisten

Leipzig (dpa) - Der norwegische Informationstechnologie-Spezialist Andreas Heldal-Lund ist am Sonntag mit dem vierten Leipziger Menschenrechtspreis ausgezeichnet worden. Der Norweger wurde vom Europäisch-Amerikanischen Bürgerkomitee für Menschenrechte und Religionsfreiheit in den USA für sein Internet-Engagement gegen die umstrittene Organisation Scientology geehrt.

Heldal-Lund unterhält seit sechs Jahren die Internet-Präsenz »Operation Clambake«, die die Arbeitsweise und die Hintergründe von Scientology enthüllt.

Das international zusammengesetzte Bürgerkomitee hat sich den Kampf gegen Scientology auf die Fahnen geschrieben. Seit dem Jahr 2000 verleiht die Organisation jedes Jahr den undotierten Preis an Personen, die sich für Menschenrechte und Religionsfreiheit stark machen. Zu den bislang Ausgezeichneten gehört der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU).

Internet: Die Scientology-kritische Internet-Präsenz von Andreas Heldal-Lund: http://www.xenu.net
18.05.2003 dpa