Newsgroups: alt.religion.scientology
Subject: A Real Life View of Scientology/Sterling
From: bob@minton.org (Robert S. Minton)
Date: Mon, 03 Aug 1998 16:00:08 GMT
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Mr. Bob Minton
c/o Dateline NBC, NBC News,
30 Rockefeller Plaza, Room 510
New York, NY 10112

Dear Mr. Minton,

Ich danke Ihnen für Ihr Auftreten in 'Dateline' und für Ihren Kreuzzug gegen die Scientology "Kirche". Ich war von 'Dateline' total gefesselt. Ihre Geschichte kam an, sie war wie ein erhörtes Gebet. Ich sass tatsächlich während dem ganzen Interview da und weinte. Nun, wie Sie im Briefkopf sehen können, ich bin ein CPA¹ und weine nicht wegen jeder Kleinigkeit. Aber die ganze Angelegenheit mit der Scientology "Kirche" ist so emotionsgeladen dass sie mich geradezu durcheinanderbrachte.

¹CPA: Certified Public Accountant (staatlich vereidigter Revisor/Wirtschaftsprüfer)

Falls Sie es mir erlauben möchte ich Ihnen meine Geschichte erzählen. Vor etwa zwei Jahren, im Mai 1996, erhielt ich Unterlagen von einer Managementfirma mit dem Namen 'Sterling Management' in Glendale, Kalifornien. Mit ihrer Verkaufsmasche richtete sie sich an CPAs und versprach Unterstützung dabei, gewinnbringender zu werden indem sie einen Weg zeigen würden, mit dem sie ihre Firmen auf effizientere Weise führen könnten. Ich forderte das "kostenlose" Video an, hörte am Telefon einem zweistündigen Verkaufsgespräch zu und alles klang wirklich gut. Es kostete allerdings 14'000 Dollars, trotzdem überzeugten sie mich, Scientology Technik gebrauchend (die mir damals gänzlich unbekannt war), dass ich dies zu tun hätte oder dass sonst mein Geschäft in Gefahr sei. Ich unterschrieb für einen 10tägigen Kurs in Glendale.

Mein Mann und ich kamen am 'Memorial Day' in Glendale an. Ahuda, die für mich zuständige Mitarbeiterin, traf sich mit uns und eröffnete mir die Resultate meines Persönlichkeitstests. Ich wusste damals nicht, dass Scientology diese Tests nur dazu benutzt um irgendwelche Defizite nachzuweisen, die einzig durch Auditing korrigiert werden könnten. Ahuda fuhr damit fort, dass sie mir erzählte mein Test sei der schlechteste den sie je sah und dass meine einzige Hoffnung sei, unmittelbar Auditing zu bekommen. Sie enthüllte mir, falls ich dies nicht tun würde, würde mein Geschäftbetrieb scheitern, meine Ehe würde in Brüche gehen und ich würde in kürzester Zeit bankrott gehen. Sie müssen im Auge behalten, dass ich nicht wusste dass 'Sterling Management' eine Scientology Frontgruppe war. Falls ich das gewusst hätte, hätte ich ihnen in erster Linie keinen Groschen zukommen lassen. Auf jeden Fall, Ahuda verwirrte mich völlig. Ich weiss heute, dass sie durch den umfassenden Persönlichkeitstest genau wusste wo sie bei mir auf den "Knopf" drücken musste und sie tat dies, weil sie eine OT VIII ist, ausserordentlich gut. Ich konnte die Dinge die sie mir berichtete nicht glauben -- dass ich extrem negativ sei, auf Konfrontation bedacht und ärgerlich. Sie müssen bedenken, dass ich zu jener Zeit eine blühende CPA Praxis hatte mit Kunden, die mich wirklich mochten. Eigentlich hätte ich denken sollen, warum ist dies tatsächlich so trotzdem ich eine so furchtbare Person sein soll? Glauben Sie mir, Ahuda hatte für alles eine Erklärung.

Möglicherweise sind Sie nicht an all den blutigen Details interessiert (falls doch kann ich Ihnen alles was Sie wünschen belegen und bezeugen), darum bleibe ich bei den Grundzügen. Ich unterzeichnete für einführendes Auditing (selbstverständlich zu einem angemessenen Preis angeboten). Die "Kirche" hatte eine Spezialeinheit in Orange County welche sich nur mit Fachleuten wie Doktoren, Rechtsanwälten, CPAs usw. befasste. Das hört sich fein an, dachte ich, nicht realisierend dass das ja nur bedeutete, dass sie bestens darauf vorbereitet waren, tief in der Psyche dieser Fachleute rumzuwühlen. Ich ging im August 1996 für ein 10tägiges Programm nach Orange County. Nach acht Tagen war mein Vater bereit herzufliegen und mich zu rauszuholen aufgrund der Tatsache, dass ich meinen Broker (der zugleich mein Bruder war, Gott sei Dank) beauftragte all mein Geld auf mein Bankkonto zu überweisen, damit ich es abheben und der "Kirche" geben konnte. Wir sprachen von über 60'000 Dollars und ebenso war ich auch daran, die Ruhestandsgelder meines Mannes auszahlen zu lassen. Ich hatte auch zugestimmt, die Maximalbeträge von allen meinen Kreditkarten zu kassieren. In Anbetracht der Tatsache, dass ich in finanziellen Angelegenheiten äusserst konservativ eingestellt bin war das alles so fern von meinem Charakter wie es nur denkbar sein konnte. Als der Interviewer Sie fragte, ob die Leute die durch Scientology ins Unglück gestürzt wurden psychisch labil gewesen sein könnten, können Sie meinen Fall für ein klares NEIN anführen -- zumindest nicht bevor ich eine Woche lang Hirnwäsche ausgesetzt wurde. Jedenfalls verlor ich durch dieses Fiasko schlussendlich etwa 10'000 Dollars in bar plus etwa 10'000 Dollars durch Schulden mit Kreditkarten (nicht eingerechnet die 14'000 Dollars die ich an 'Sterling Management' bezahlte). Ich versuche immer noch mich finanziell wieder zu erholen, das schlimmste war jedoch das Zerbrechen meiner über 20jährigen Ehe. Mein Ehemann entschied, dass er mir nicht mehr länger vertrauen könne, aber ich bin davon überzeugt, dass ihn jemand beeinflusste und mit Lügen über mich überhäufte. Das würde bestens zum Charakter dieser "Kirche" passen. Meine Familie betrachtet mich noch immer so als wenn ich von einem Dämon besessen wäre und ich fühle mich tatsächlich wie ein Narr.

Ich danke Ihnen so sehr für ihr Auftreten in 'Dateline' und dass Sie sich die Zeit nehmen um meiner traurigen Geschichte zuzuhören. Ich fühlte mich so alleingelassen und geängstigt, aber Sie sind eine gewaltige Inspiration für mich. Gott segne Sie.

Hochachtungsvoll

[Name gelöscht]

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