Erklärung von Stephen Kent

'The Globe and Mail' 16. Oktober 1998

VERLEUMDERISCHER ANGRIFF

Anfangs Juni verbreitete 'The Globe and Mail' eine Beilage, herausgegeben von der Scientology "Kirche" mit dem Titel 'Freiheit'. Diese Beilage enthielt einen Artikel, der auf einen weitschweifigen und verleumderischen Angriff auf mich und meine Forschungstätigkeit über neue und alternative Religionen hinauslief, insbesondere über Scientology selbst.

Als Beilage in 'The Globe and Mail' gewann diese Scientology Publikation und der Artikel über mich einen höheren Grad an Glaubwürdigkeit als es sonst der Fall gewesen wäre, was mich zu dieser Reaktion veranlasst.

Anscheinend wurde der Angriff durch meine publizistischen Arbeiten und Darlegungen über Scientology veranlasst, eingeschlossen jene in denen ich meine Betroffenheit über das äusserte, was ich als mögliche Verletzungen der Menschenrechte innerhalb der Scientology Organisation wahrnahm. Der Artikel war besonders kritisch, wenn auch unklar, über Darlegungen die ich letztes Jahr in Deutschland betreffend Scientology machte. Beim Lesen des Artikels konnte niemand erkennen, dass meine Darlegungen davon handelten, was meiner Ansicht nach möglicher Verletzungen der Menschenrechte durch Scientology sind, und dass ich diese Darlegungen vor deutschen Regierungbeamten und anderen machte, die Scientology überwachen.

Statt mit mir einen Dialog oder eine Diskussion über die Inhalte dieser Menschenrechts-Angelegenheiten aufzunehmen, entschied sich Scientology - mit ihrer Veröffentlichung - einen persönlichen Angriff gegen meine charakterliche Integrität und forscherischen Fähigkeiten zu starten.

Meine Äusserungen und Schlussfolgerungen über Scientology sind gründlich erforscht, sorgfältig dokumentiert, begründet auf Interviews und umfassenden Zitaten des eigenen Materials der Organisation. Überdies übernehme ich die volle Verantwortung für das, was ich geschrieben und gesagt habe. Im Gegensatz dazu übernimmt niemand als Autor die individuelle Verantwortung für die Äusserungen gegen mich in der Veröffentlichung von Scientology, oder auch für die Veröffentlichung selbst. Warum nicht?

Ich bin nicht der einzige Forscher, der die Praktiken von Scientology in Frage stellt oder der über sie berichtet. Viele Webseiten sind der Auseinandersetzung im Umfeld der kontroversen Organisation gewidmet. Eine der gründlichsten Seiten kann unter gefunden werden.

Meiner Ansicht nach weist die erhöhte Aufmerksamkeit, die Scientology in den Medien erfährt darauf hin, dass eine wachsende Anzahl von Leuten realisiert dass Scientology eine strenge Überwachung benötigt. Früher in diesem Jahr konnten die Kanadier einen TV Ausschnitt über Scientology von CBS's 'Public Eye' mit Bryant Grumbel sehen. Ähnliche Artikel über das gleiche Thema erschienen in der 'Newsweek' Ausgabe vom 21. Juli 1997 und am 1. Dezember 1998 in der 'The New York Times'. 'The Globe and Mail' brachte am 19./20. Januar 1998 eine zweiteilige Serie über Scientology. Später in diesem Jahr werden ABC's '20/20' und 'Art and Entertainment' Shows über die Organisation senden. Ich bin zufrieden, dass Scientology soviel Aufmerksamkeit erfährt.

Stephen A. Kent, PhD.
Professor of Sociology
University of Alberta, Edmonton