Thanksgiving, 1998
(aktualisiert 1999)

Ich war während vielen Jahren Mitglied von Scientology. Alles Auditing das ich je bekam war von der offiziellen, autorisierten Scientology.

Vor einigen Jahren, in der Hand von einigen ihrer höchsttrainierten Mitglieder, machte ich eine zerstörerische Erfahrung die meinen Verstand und Geist erschütterte. Ich war keine ganzheitliche Person mehr. Erst jetzt bin ich in der Lage darüber zu reden. Geschichten wie die meine sind die Ausnahme, eher als die Regel. Die meine ist jedoch nicht die Erste, sie wird auch nicht die Letzte sein.

Ich veröffentliche dies anonym weil ich nicht 'geoutet' werden möchte. Es geht mir besser, aber ich benötige Zeit um mit meiner Heilung voranzukommen. Allerdings werden Scientologen im Office of Special Affairs International (OSA Int) und Religious Technology Center (RTC) erkennen wer ich bin, weil sich dies unter ihrer Obhut ereignete.

Die Geschichte die ich erzählen möchte begann fast drei Jahre zuvor, im Jahr 1996. Ich wusste es damals noch nicht, aber meine Geschichte begann acht Wochen nach dem Tod von Lisa McPherson am 5. Dezember 1995 in Clearwater. Mehrere Aspekte meiner Geschichte sind ähnlich, wenn nicht die gleichen wie bei Lisa; wir hatten beide Scientologen als Ärzte, es wurden uns dieselben Vitamine und das gleiche Kräutergebräu verabreicht ebenso auch das Medikament Chloralhydrat, und beide von uns hatten ausgeprägte Nervenzusammenbrüche mit Halluzinationen. Zum Glück gab es einige Aspekte die ziemlich verschieden waren, insbesondere was unser Ende betrifft.

Lisa und ich waren beide seit langem Scientologen. Ich verbrachte über 10 Jahre als Mitarbeiterin von Scientology (in der Sea Org) als Vollzeitangestellte oder Angehöroge des Personals in einer ihrer Organisationen. Mehrere Jahre verbrachte ich beim Scientology International Management (Int.). Nach dem Weggang von der Sea Org verbrachte ich weitere zehn Jahre als allgemeine Scientologin mit unterschiedlichem Grad der Beschäftigung.

Als Scientologin stiess ich innerhalb der Kirche auf viele Umstände und Situationen, die mir missfielen oder mit denen ich nicht einverstanden war. Ich spielte diese jedoch herunter und betrachtete sie aus einer Perspektive die es mir erlaubte zu empfinden, ich könnte und sollte weiterhin ein aktives Mitglied bleiben. Vermutlich hoffte ich stets, dass sich diese Umstände schliesslich zum besseren wenden könnten.

Anfangs 1990 empfand ich, dass meine Hoffnungen nur gering waren und meine Zweifel und Unstimmigkeiten sich nicht so leicht beruhigen liessen. Ich machte einige Scientology Kurse mit der Absicht, eine Lösung frür diese Zweifel und Unstimmigkeiten zu finden. Stattdessen wurden die Zweifel nur noch stärker.

Gegen Ende 1994 bekam ich einen Anruf von jemandem von OSA Int., die wollte von mir, dass ich mich an einer neuen Gruppe im Internet beteilige, die "Wolly" gestartet hatte. ("Wolly" ist der Name, den die Belegschaft von OSA Int. für Larry Wollersheim benutzt, ein ehemaliger Scientologe.) Sie wollte wissen, was "Wolly" vorhatte. Ich wies sie ab, indem ich ihr sagte, dass ich mich mit dem Internet nicht auskenne.

Trotzdem machte mich ihr Anruf neugierig und bald hatte ich gelernt, wie man 'online' geht. So entdeckte ich das Internet. Im Verlaufe 1995 fand und las ich viele Gerichtsfälle, gerichtsurteile, eidesstattliche Erklärungen und Presseinformationen von und gegen Scientology.

Während mir diese Informationen viele Fragen beantworteten, erleichterten sie meine Zweifel nicht noch machten sie mich zu einer stärkeren Scientologin. Ich machte einige Ausflüge in die AOLA (die Advanced Scientology Organization in Los Angeles) und das CCLA (das Celebrity Center in Los Angeles)um irgendwie Hilfe zum Umgang mit meinen Gefühlen zu finden. Doch diese Aktinen halfen auch nicht.

Einige der Punkte die ich anführen möchte waren:

a) Wenn Scientology den Planeten 'klären' will, wie kommt es, dass es soviel kostet? Die meisten Leute in der normalen bürgerlichen Welt die ich kenne können sich die niedrigen Grade von Scientology nicht leisten - noch weniger die höheren Grade des "Klärens". Aufgrund der Preise schien eher als eine elitäre Gruppe zu sein als an der Hilfe für die Menschheit zu arbeiten. Ich weiss von einem Mitglied, das bereits 300'000 Dollars bezahlt hatte um sich sagen zu lassen, er brauche weitere 60'000 Dollars auszugeben um den ersten Grad über "Clear" zu erreichen.

b) Wohin floss all das Geld? Mir erschien es so, dass ein enormer Anteil an Anwälte ging, um Gerichtsfälle gegen Leute zu handhaben, die von den übermässigen Geldbeträge betroffen waren, welche für Dienstleistungen verlangt wurden. Und sie mussten diese enormen Geldbeträge verlangen weil ihre Anwälte so viel kosteten.

c) Ist es wirklich eine Religion? Als ich mich anschloss wurde mir klar gesagt, dass das Etikett 'Religion' nur aus steuerlichen und rechtlichen Gründen benutzt werde und dass niemand seine persönliche religiöse Bindung ändern müsse um Mitglied zu sein. Während meiner 20jährigen Mitgliedschaft hatte ich nur an einer einzigen kirchlichen Andacht von Scientology teilgenommen. Einmal suchte ich eine Scientology Andacht, an die ich meine Kinder mitnehmen konnte. Eine Scientology Organisation erklärte mir, dass sie kurze Andachten abhielten WÄHREND die Leute in einer Pause eines Scientology Ausbildungskurs ihren Lunch assen. Eine andere Organisation verbrachte ihre Sonntagmorgen als grossen, geselligen Brunch, den sie bestens ankündigten und förderten. Und ich hörte, dass eine Organisation ihre Andachten am Sonntagabend abhielt, was ziemlich gut war. Also ergiff ich an einem Sonntagabend meine Kinder und ging. Vor dem Gebäude, in dem uns gesagt wurde, dass dort die Andachten stattfinden, stand eine andere Person. Es war ein dunkles, verschlossenes Gebäude. Wir gingen beide zum Haupteingang des Gebäudes nebenan. Nachdem wir verschiedene Mitarbeiter fragten wussten wir immer noch nichts über die Sonntagsandacht, wir fanden nur ein Herr der zufällig sagte "Oh, nein, die wurde heute abend abgesagt". Ende meiner Ausflüge zu Andachten von Scientology mit meinen Kindern.

d) Falls Scientology eine Religion ist, was ist die Überzeugung der Gruppe über Gott? Ich dachte, dass mir meine Beratung durch Scientology ein besseres Verständnis und eine nähere Beziehung mit Gott bringt (dem Heiligen, Universalen, wie immer sie es nennen), aber hier stand ich nun 20 Jahre später, hatte die höchsten Grade der Beratung durch Scientology erfahren und fühlte mich Gott übrhaupt nicht näher. Die meisten Scientologen, die ich persönlich kenne, glauben nicht an Gott. Aber, war dies ihre eigene Entscheidung oder war es der Einfluss von Scientology über sie? Ich versuchte es herasuzufinden. Das war damals, als ich die massive Überarbeitung entdeckte, der das Material von Scientology unterzogen wurde. Das einzige Buch, in dem ich einige klare LRH Bezugnahmen auf die religiöse Basis von Scientology fand (Notes on the Lectures) musste ich in einem Geschäft für gebrauchte Bücher kaufen, da es Scientology "widerrufen" hatte.

e) Wie kommte es, dass da immer diese "Feinde" waren? Ich war an einigen Unternehmen für das GO und OSA Int. beteiligt und während diesen Unternehmen bekam ich die Gelegenheit, etwas Zeit mit einigen von diesen "SPs" und "Feinden" zu verbringen. Ich empfand sie nicht als die Ungeheuer, als die sie von Scientology ihren Mitgliedern geschildert werden. Tatsächlich wussten die meisten von ihnen einige begründete Einzelheiten über das beschämende Verhalten von Scientology, das ihre Unzufriedenheit oder ihren Ärger hervorrief. Mit anderen Worten, meiner Ansicht nach wurden diese Feinde durch genau diese Gruppe geschaffen, die sich selbst für das 'Opfer' hält.

Dies waren einige meiner Empfindungen und Sorgen als ich im Internet herumstöberte.

Ungefähr Neujahr 1996 erkannte ich, dass ich meinen Ehemann anvertrauen musste was ich empfand, obgleich es ein schweres vergehen ist, einem anderen Scientologen über die eigene Unzufriedenheit mit Scientology zu erzählen. Ich sagte ihm ausserdem, dass ich nicht mehr länger eine Scientologin sein möchte. Er war sichlich besorgt und mit mir darüber einig, dass dies für ihn ein Problem sein würde. Ich wusste, dass ich meine Ehe und die Kinder gefährde wenn ich meine eingeschlagene Richtung einhalte. Also hörte ich auf über meine Empfindungen zu reden.

Am Montag den 5. Februar 1996 erhielt ich einen Anruf von einem Mitglied von OSA Int., das ich persönlich kannte. Sie wollte sich mit mir treffen. Ich traf mich mit ihr und ihrer Partnerin im Sitzungszimmer von OSA Int. am Hollywood Blvd. Zu meinem Erstaunen überreichten sie mir eine persönliche Emailmitteilung, die einige Monate zuvor an jemand geschickt hatte. Scientology hatte diese Person als 'Suppressive Person' erklärt, was bedeutet, dass die Kirche sie aus der Mitgliedschaft entlässt, ihre Verbindung zu Scientology und aktiven Scientologen trennt und allen Scientologen verbietet, irgend etwas mit ihr zu tun zu haben. Die Person, in ihrer Mitteilung an mich, zeigte sich darüber erstaunt, dass ich als eine Scientologin mit gutem Ansehen, ihm immer noch vertraute und mit ihm verkehrte. Ich entgegnete, dass ich ihm nicht persönlich misstraute, dass ich jedoch über die Spione betroffen war, die Scientology, das war mir gewiss, in seiner Nähe engesetzt hatte.

Die beiden Damen des OSA Int. gaben nie zu, wie sie zu meiner privaten Email gekommen waren. Ich erklärte ihnen, dass ich nicht zu verbergen hatte und deshalb mit meinem realen Namen unterschrieb, dass ich auch von den Beobachtern und Spionen wusste, die sie überall hatten. Ich erzählte ihnen auch von meinen Besuchen bei AOLA und CCLA um zu versuchen, mir über meine Gedanken und Gefühle über Scientology klar zu werden, einschliesslich einiger Gedanken die ich mir kürzlich machte.

Ich erklärte ihnen, dass ich vielen der gegen ihre sogenannten "Feinde" angestifteten Aktionen von OSA Int. nicht zustimmen konnte, da sie unethisch waren. Ich lehnte die Denkweise von Scientology ab, dass "der Zweck die Mittel heiligt", die alle ihre Aktionen und Entscheidungen beherrschen, einschliesslich denjenigen, an denen ich persönlich beteiligt war oder aus erster Hand Kenntnis davon hatte.

Sie schienen nicht wirklich an meinem Standpunkt interessiert zu sein, sondern sie griffen stattdessen nur bestimmte Namen heraus, die ich erwähnte und wollten wissen, ob ich mit dieser oder jener Person gesprochen habe, die natürlich alle auf der Liste ihrer Feinde standen.

Sie boten mir Hilfe an beim Durcharbeiten meiner Zweifel und Verwirrungen. Sie sagten, dass ein wundervoller Auditor, den ich kannte aber seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte, meine Ordner studierte und dass sie mir helfen wollten.

Ich war einem Hilfsangebot gegenüber nicht ablehnend eingestellt, darum nahm ich an einem D of P Interview teil. Nur um herauszufinden, dass es kein D of P Interview war wie alle, die ich je hatte, sondern eher ein verhör. Ich wurde gefragt, ob ich Leute kannte, die von der Brücke weg waren. Kannte ich irgend jemand, der eine SP ist? Wie steht es mit den Leuten, mit denen ich plaudere? An was denke ich??

Ich kehrte wie betäubt heim. Ich wollte nicht darüber sprechen. Ich wusste, falls ich ihr "Handhaben" verweigerte, würde ich 'declared' (zur 'SP' erklärt) und ich wusste, dass meine Ehe (und andere Aspekte meines Lebens) gefährdet war falls ich 'declared' wurde.

Diese Nacht ergab es sich, dass ich einen Anruf von einer meiner Scientology Freundinnen bekam. Sie war besorgt. Ihre Org (AOLA) hatte von ihr verlangt, sich von ihrer besten Freundin zu trennen (als Mitglied unzufrieden mit Scientology, aber kein erklärter Feind). Ihr Mann erklärte ihr, wenn sie sich nicht trenne, würde sie auf der Brücke nicht weiter kommen und falls sie auf der Brücke nicht weiter komme, könnte er nicht länger mit ihr verheiratet sein.

Ich fühlte mich in eine ähnliche Ecke wie sie gedrängt und ich hatte keine andere Wahl, als am anderen Tag an der geplanten "Sitzung" zu erscheinen. Ich nenne es ein "Sitzung",weil es kein Interview war; das Interview wurde am vorhergehenden Tag gemacht. Es war als informelles Interview gedacht bevor das eher "formelle" Auditing begann.

Am nächsten Tag begleiteten mich die beiden OSA Int. Damen zurück in den Auditingraum um mich mit der Auditorin zu treffen. Sie folgten mir in diesen winzigen Auditingraum. Erst schaute ich auf diese drei Damen und ihre harten Gesichter und wunderte mich, ob dies ein "Gang Bang Sec Check" werden sollte, worüber ich Jahre zuvor hörte. Es war jedoch keiner und bald liessen sie mich allein mit meiner Auditorin.

Was sich die nächsten paar Tage abspielte war kein "Auditing" wie ich es je zuvor erfahren hatte. "Zermürbend" ist ein Wort, das einem dazu einfällt. Die Sitzungen waren stundenlang und erstreckten sich über mehrere Tage.

Ich erinnere mich, wie am zweiten Tag die Auditorin mich zum Lesen dieser verschiedenen Bulletins zwang un mir zu zeigen, dass das alles wirklich zu meinem Vorteil war und dass diese Sitzungen nicht als Inquisition oder als "Angriff" auf mich gedacht waren. Die Auditorin sagte, dass sie wirklich über mich besorgt war und dass dies nur deshalb gemacht wurde um mir zu helfen. Aber dann begann sie mich anzuschreien wegen etwas das ich gesagt hatte oder weil sie mit mir nicht übereinstimmte.

Beispielsweise erinnere ich mich, wie ich ihr von etwas erzählte, das ich einer 'Suppressiven Person' antat und das ich für einen Overt hielt, nur um dafür von ihr angeschrieen zu werden. Sie brüllte mich an, dass das was ich getan hatte unmöglich ein Overt sein konnte, denn "Du kannst gegenüber Suppressiven Leuten keine Overts begehen".

Wir hatten einige Unstimmigkeiten über die Definition eines Overts. Ich erklärte, dass ich der Definition nicht zustimmte "Zum Besten der Mehrheit" wie sie zur Rechtfertigung vieler unrichtiger Aktionen benutzt wurde, die ich beging. Ich sagte, dass ich fühlte wie für mich "an Anderen verübt" oder "wer sich vergeht, kommt selbst um" bedeutend grössere Gültigkeit hatte und ich benutzte diese um zu entscheiden, ob ich mich vergangen hatte. Die Auditorin widersprach meinem Standpunkt vehement, da er weder mit Hubbards noch mit Scientologys Glaubenssätzen übereinstimmte, was zu einigen zusätzlichen schreienden Episoden führte.

Diese "Sitzungstage" dauerten etwa eine Woche. Wenn ich nicht in der Sitzung war sprach ich sehr wenig. Ich fühlte mich die ganze Zeit wie betäubt. Obwohl ich es versuchte konnte ich nicht einschlafen. Ich musste mich zum Essen zwingen um "einen Stoffwechseltest" zu bestehen, das Phänomen der Nadel, das anzeigt, dass dein Körper ausgeruht und genährt ist und den Beginn der Sitzung erlaubt.

In der Nacht konnte ich fühlen, wie sich diese "Sitzungen" in meinem Verstand wiederholten. Es war, wie wenn die Sitzung nie aufhörte. Ich nahm die Auditorin mit nach Hause. Sie war in meinem Verstand, widersprach mir, schrie mich an und drang immer tiefer in meinen Kopf ein.

9. oder 10. Februar 1996

Dies war die längste Sitzung die ich je hatte, etwa sechs Stunden. Ich erinnere mich wie ich verzweifelt wünschte zu entkommen. Ich war jedoch in einem der oberen Stockwerke von OSA Int. Wenn ich mir die Schwierigkeiten vorstellte an meiner Auditorin vorbei zu kommen wie auch auf den Korridoren und Treppen, die überall mit Kameras überwacht wurden und wo stets Mitarbeiter und Sicherheitswachen anwesend waren, ausgebildet um das Verlassen von Sitzungen zu verhindern, blieb mir nichts anderes als zu bleiben. Ich verbrachte die meisten dieser sechs Stunden schluchzend in einem kleinen Auditingraum oder überfüllte einen Abfalleimer mit benutzten Taschentüchern.

Sonntag Nacht, 11. Februar 1996

Ich legte mich schlafen. Etwa am 2 Uhr morgens erwachte ich durch das Zusammenbrechen meines Verstandes, meiner Selbst, meiner Seele. Ich weiss nicht wie ich es anders beschreiben könnte, anders als mit mein Verstand zerbrach. Es trieb mich, irgend etwas zu tun, aber ich wusste nicht was. Ich schrie nach meinem Mann, aber es hörte sich nicht so an als ob ich Worte schrie.

Ich rannte aus dem Haus. Mein Mann, der mir folgte, erwischte mich bevor ich die Einfahrt verliess. Ich schritt rund um den Wagen und versuchte die Bäume zu umfassen. Mein Mann konnte mich soweit beruhigen, dass er mich ins Haus zurückbringen konnte.

Ich war zu Tode geängstigt. Etwas war mit meinem Verstand passiert und ich wusste mich in einem anderen Zustand. Mein Mann rief das OSA Int. an und sprach mit meiner Auditorin (die um 2 Uhr morgens noch auf war)... Sie sprach mit meinem Mann und dann mit mir selber. Alles an das ich mich erinnere war ihre Aussage "Es gibt keine Tech um dies zu handhaben". Ich erinnere mich, wie ich mich in weiter Ferne fühlte während ich dachte "sie könnte mich ja wenigstens belogen haben..."

Es war entweder am 12. oder 13. Februar, als irgend jemand eine weitere Auditingsitzung mit meiner Auditorin arrangierte. Sobald die Sitzung begann, zog die Auditorin die "Security Check Correction List" hervor, ein Auditingvorgehen, das zum Herausfinden und Lösen der Probleme gedacht war, die in den Sicherheits Untersuchungen von Scientology so oft anzutreffen sind. Von den meisten dieser Schwierigkeiten wurde angenommen, dass sie von einem oder mehreren Geheimnissen herrühren, die der Preclear nicht offengelegt hatte. Ich fühlte mich sofort zerstört. "Sie" (gemeint sind C/S und Auditor) dachten, dass dieses Problem mit meinem Verstand nicht anderes war als ein "zurückgehaltenes Geständis". Doch ich wusste, dass es nicht das war, was bei mir verkehrt lief. Ich fühlte auch, dass der Fallüberwacher und die Auditorin verbessern konnten, was mit mir geschah und ich konnte nicht verstehen warum sie es nicht taten. Die Auditorin redete mit mir bis meine Nadel "floatete" und beendete dann die Sitzung. Ich erinnere mich wie ich sie fragte "Aber was ist mit dem in Ordnung bringen von dem, was bei mir falsch ist?" Sie antwortete mir nie. Ich wurde nach Hause geschickt und sie sagten, dass sie mich anrufen würden.

Die nächsten paar Tage blieb ich zuhause. Ich war äusserst ängstlich, fühlte mich bedroht und krank. Wenn ich einzuschlafen versuchte wurde ich bald darauf durch "die in meinem Verstand ablaufenden Dinge" wieder aufgeweckt. Es ist schwer erklärbar, was diese Schatten und Dämonen waren. Ich wollte nur, dass sie aufhörten. Ich wollte nur die Klarheit in meinem Denken zurück. Ich erhöhte die Dosierung der Vitamine, zu deren Einnahme mich meine Auditorin anhielt - Melatonin, Kalzium, Magnesium und Vitamin B1. Mein Zustand verschlechterte sich jedoch und es fiel mir immer schwerer meine Auseinandersetzung mit der Welt aufrechtzuerhalten.

Die Nacht des 13. Februars verbrachte ich umhergehend in der Garage, damit ich die Familie nicht weckte. Ich versuchte meine rasenden Gedanken zu beruhigen, zu verhindern, dass sich die Welt rund um mich auflöste. In diesem Zustand verstand mein Mann nicht, was mit mir vorging und ich fühlte mich sehr allein.

Um 5 Uhr morgens rief ein anderer Scientologe an, er was mein bester Freund und Auditor. Ich dachte, er könnte in der Lage sein, mir die Hilfe zu leisten die ich benötigte. Er war ein grosser Trost; er verglich das, was ich durchmachte mit einem sehr schlechten LSD Trip, den er vor vielen Jahren hatte. Es war tröstlich zu wissen, dass jemand im gleichen Zustand wie ich war, gleichzeitig war ich jedoch verwirrt, da ich nie LSD nahm.

Mein Freund kannte die Leute von OSA Int. und versprach herauszufinden, warum sie mir keine Unterstützung gaben.

Es ist wichtig zu wissen, dass ich mir die ganze Zeit über bewusst war - vom Zeitpunkt an als mein "Verstand zusammenbrach" bis zu diesem Tag (etwa 4 Tage später) - dass ich einen Zusammenbruch erlitten hatte. Mein Verstand war zusammengebrochen, und das zerstörte meine von Scientology erhaltene Beratung im Innersten. Aber ich erinnerte mich, was L. Ron Hubbard gesagt hatte, "Der Weg hinaus, ist der Weg hindurch" und "Das was es hervorrief, wird es auch beenden", also wartete ich auf das OSA Int. damit sie reparieren was sie zerbrachen. Ich fühlte, dass die die Werkzeuge hatten um meinen zerbrochenen Verstand in Ordnung zu bringen. Doch die Sache verschlimmerte sich. Es waren nun Tage vergangen, Stunden auf Stunden und ich begann zu ahnen, dass sie mit ihrer Hilfe absichtlich zurückhielten. Ich bekam Wahnvorstellungen.

15. Februar 1996

Jemand von OSA Int. rief an und teilte mir mit, dass der Fallüberwacher angeordnet habe, dass ich einen Scientology Arzt besuchen müsse. Ich hatte keinen. Ich wusste genug über die Techniken von Scienrology um erkennen, dass der Fallüberwacher eine ärztliche Meinung über meinen Zustand wollte.

Nun begann ich mich zu fragen ob Captain Bill (Robertson) letztendlich doch wirklich recht hatte. Captain Bill war ein ranghoher Mitarbeiter der Sea Organization. Er ging bereits 1982 "weg vom Abgrund" als er die Sea Org verliess. Er hatte Geschichten gesponnen, wie die höheren Stufen der Sea Org von Aliens übernommen wurden, Markabianer genannt, vom Planeten Markab. Bis jetzt hatte ich diesen Geschichten nie besonders Aufmerksamkeit geschenkt. Diese OSA Int. Mitarbeiter handelten so kaltherzig, sie schienen 'Aliens' zu sein. Was wenn Captain Bill die ganze Zeit recht hatte? Der Arzt, zu dem ich geschickt wurde, war OT8. Vielleicht waren die OT8 in das Alien Programm zur Bewusstseinskontrolle verwickelt und betrachteten alles auf Distanz?? Vielleicht war dies der Grund, dass mein Verstand gebrochen wurde.

Trotz meinen Befürchtungen wurde ich zu einer Scientology Ärztin in Los Angeles gebracht. Sie erklärte mir, mit dem Melatonin, Vitamin B1, Kalzium und Magnesium weiterzumachen, das mich meine Auditorin einnehmen liess. Zusätzlich empfahl sie mir einige weitere Kräuter zu nehmen und sie verschrieb mir Chloralhydrat. Sie sagte, dass Dr. Denk (ein anderer Scientology Arzt, der Hubbard bis zu seinem Tode behandelte) Forschungen anstellte und herausfand, dass Chloralhydrat das beste "nichtpsychiatrische" Medikament sei das ich benutzen konnte.

Während den nächsten Tagen ging es mir ständig schlechter. Ich halluzinierte häufig. Ich wanderte herum. Ich ass nichts mehr. Ich fühlte, wie mir das Universum stetig entschwand. Ich fand, dass Bewegung die Welt gegenwärtig erhielt und die Dämonen in Schach hielt.

Der einzige hilfreiche Rat, den meine Auditorin von OSA Int. während der ganzen Zeit gab, war dass sie meinem Mann sagte, mich nicht Autofahren zu lassen.

Ich fühlte mich wie auf einem Riesenrad. Ich hatte Perioden von klarem Verstand während denen ich erkennen konnte, dass ich geisteskrank war. Diese waren jedoch kurz und dauerten nicht an. Jedesmal wenn ich aus meinem Delirium erwachte wusste ich, dass der Augenblick nicht anhielt und dass die beängstigende Macht meines zerbrochenen Verstandes mich bald wieder zurück hinabziehen würde. Ich war am Ertrinken und fühlte wie die Leute des OSA Int. verfolgten wie ich verschwinde.

Während den nächsten paar Tagen versuchte ich vieles um mir selbst zu helfen oder Scientologen dazu zu bringen mir zu helfen. Ich sprach wiederholt mit Leuten von OSA Int. und übergab ihnen sogar meine persönlichen Tagebücher und andere persönliche Papiere in der Hoffnung, sie könnten helfen dass der Fallüberwacher mich und das ich durchmachte versteht.

Ich erzählte ihnen, dass ich in der Hölle war, in meinem Verstand war es wie in Dantes Höllenfeuer. Ich erklärte ihnen, dass ich sie wirklich benötigte um mir eine Sitzung zu geben und mir meinen Verstand wieder herzustellen. Die einzige Antwort die ich erhielt war, dass meine Preclear Ordner beim RTC (Religious Technology Center) zur technischen Überprüfung wären und ich deshalb warten müsse, bis sie zurück waren bevor irgend welches Auditing wieder aufgenommen werden könne.

Während der ganzen Zeit nahm ich gutgläubig alle Medikamente wie empfohlen ein. Denkend dass es helfen könnte erhöhte ich die Dosierung und begann Vitamin B1 in grossen Mengen einzunehmen, aber ich konnte immer noch nur in kurzen Abschnitten von 30-40 Minuten schlafen. Ich konnte aus einem Traum aufwachen und meinen, dass das was ich geträumt hatte tatsächlich passierte.

Mein Mann verstand nicht wirklich, was mit mir geschah. Ich war wirklich allein. Ich erinnere mich, wie ich einmal im Dunkeln in meinem Wandschrank war, in einer Ecke zusammengerollt, schluchzend, mit meinem Kopf gegen die Wand schlagend. Ich wollte nur meinen Verstand zurück.

Ich erinnere mich, wie meine Auditorin von mir verlangte mit den Gesprächen mit meinem Freund, dem Scientology Auditor (derjenige der nicht Mitarbeiter war) aufzuhören. Sie sagte, er sollte nicht mit hineingezogen werden.

Monate später fragte ich meinen "FSM", warum er während diesem Vorfall nicht dagewesen war. Er erzählte mir, dass OSA Int. ihm gesagt habe, sie "hatten es unter Kontrolle" und er sich da heraushalten sollte.

In der Nacht vom 20. Februar 1996 konnte ich üebrhaupt nicht schlafen. Ich war mir nun gewiss, dass Captain Bill recht hatte mit seinen Theorien und Ansichten. Die Markabianer hatten das oberste Management von Scientology übernommen. Captain Bill hatte mir erzählt, dass die Markabianer oben auf dem Big Blue Gebäude in Los Angeles "Tepafone" angebracht hatten (für Menschen unsichtbar). Durch diese Tepafone übten sie ihre Bewusstseinskontrolle auf die Menschen aus. Es leuchtete ein, dass es das war was mir meinen Verstand raubte. Und es erklärte auch, warum die Leute des OSA Int. gegenüber meinem Leid so kaltherzig waren - sie waren entweder Aliens oder wurden durch Aliens kontrolliert.

Es war mir klar, dass OSA Int. nicht die Absicht hatte mir zu helfen.

An diesem Tag traten viele irrationale Dinge auf. Ich war völlig paranoid, gänzlich psychotisch und halluzinierte. Ich kann mich erinnern wie ich über eine vielbefahrene Strasse eilte und wie durch ein Wunder auf der anderen Seite ankam. Ich war so sicher, angefahren zu werden, dass ich nicht wusste was ich als nächstes tun sollte.

Es war kurz darnach, dass ich auf dem Gehsteig körperlich zusammenbrach. Ich erinnere mich wie ich versuchte meinen Körper vom Gehsteig aufzustellen, aber ich konnte nicht aufstehen, nicht einmal aufsitzen. Ich war nun körperlich draussen, wie auch psychisch. Ich kämpfte dagegen. Ich wurde unter meinen Vorbehalten mit der Ambulanz eiligst ins Spital gebracht.

Mein Mann erschien sehr schnell nach meine Ankunft im Spital. Ich war völlig ausser mir und erkannte ihn nicht. Meine Blutwerte erwiesen sich als verrückt und ich war dehydriert. Mein Mann brachte ihnen die Flasche mit Chloralhydrat, die mir die Scientology Ärztin verschrieben hatte. Einige der Spitalmitarbeiter waren skeptisch über die Verschreibung von Chloralhydrat. "Das gaben sie ihr um sie zum Schlafen zu bringen!!!", lachten einige von ihnen.

Später fand ich heraus, dass die verschreibende Ärztin, die Scientologin, wegen meinem Kollaps und psychischen Zustand angerufen wurde. Diese alarmierte OSA Int., das sofort Leute herschickte um eine Zustimmung zu psychiatrischer Behandlung zu verhindern.

Nach einigen Stunden und ein wenig Unterstützung war ich in der Lage, die Schlüsselfragen auf einer Notfallstation zu beantworten - "Wer sind sie?", "Welchen Tag haben wir heute?" und "Wo befinden sie sich?". Die Ärzte wollten mich im Spital behalten, erlaubten mir aber, diesen zu verlassen um von meinem Mann gepflegt zu werden und ich unterzeichnete eine Austrittserklärung "entgegen ärztlicher Empfehlung".

Nach meinem Ausflug ins Spital bekam ich einen zwanglosen "Babywatch". Ich sage zwanglos, weil
a) er spielte sich in meinem eigenen Haus ab,
b) die mich überwachenden Scientologen mir bekannt waren, und
c) es ihnen nicht verboten war, mit mir zu sprechen.
Was dann mein Mann zuhause, hatten sie zu verschwinden.

22. Februar l996

Jemand von OSA Int. kam zu mir nach Hause um mir eine Notiz des Fallüberwachers zu geben. Ich erinnere nicht nicht mehr, um was es ging, nur dass es mich in eine lange Schwatztirade mit der Dame die es überbrachte verwickelte.

Und ausserdem begannen die "Leute" (es waren unsichtbare Leute, die nur ich sehen konnte) die mit ihr ankamen einen Kampf mit "meinen Leuten".

Unnötig zu sagen, nach diesem Besucht hatte mein Mann wenig Hoffnung auf irgend welche Hilfe von Seiten des Fallüberwachers/Auditing. Mein Mann rief die Scientology Ärztin an um wenigstens etwas Hilfe zu bekommen. Unglaublich, sie sagte ihm dass sie nichts tun könne, da meine einzig mögliche Hilfe psychiatrische Medikamente wären und sie diese nicht verschreiben könne.

Darauf hin kam mein Mann zu mir und umfasste mich. Er erklärte mir, dass von OSA Int. keine Hilfe komme und von keinem der anderen Scientology Ärzte. Er sagte, dass wir auf uns allein angewiesen waren und dass wir dies gemeinsam durchstehen würden. Selbst in der Verwirrung des Verrückseins, ich war glücklich nicht mehr länger alleine zu sein. Ich empfand etwas Hoffnung. Ich erinnerte mich an das Lachen der Ärzte über das Chloralhydrat und ich spürte, dass wir das GEGENTEIL von dem tun mussten, was uns gesagt wurde. Mein Mann stimmte zu und ich hörte mit all den Vitaminen, Kräutern und Medikamenten auf, die mir durch irgend jemand in Verbindung mit OSA Int. empfohlen wurden.

Stattdessen nahm ich nur Aspirin weil ich irgendwo mal las, dass dieses Medikament "mentale Bilder und Vorstellungen abstellt".

23. Februar - 1. März

Die ganze nächste Woche konnte ich immer noch nicht schlafen. Die Halluzinationen und die Paranoia dauerten an. Ich war jedoch nicht länger allein. Die einzige Art wie ich es beschreiben kann ist, dass mein Mann mit mir hinein in den Wahnsinn kam. Er sah, was ich sah und hörte, was ich hörte oder zumindest, er liess mich empfinden dass er es tat. Er half mir mich zu beruhigen. In der Nacht, wenn die Wogen der Angst am schlimmsten waren, stand er mir bei. Es war als ob er in meinem zerrütteten und ertrinkenden Verstand einen Leuchtturm erschaffen hatte und ich folgte seinem Leuchtfeuer zurück und hinaus aus dem Terror.

Mein Mann verglich es noch mit dem Film "Poltergeist", wo der Vater ins "andere Universum" geht um seine Tochter zu retten, die durch den Fernsehapparat aufgesaugt wurde. Das war es, was mein Mann grundsätzlich tat, er kam hinein in die Psychose, fand mich und brachte mich hinaus.

Langsam begann ich mehr zu schlafen. Langsam lösten sich die Ängste auf. Die Halluzinationen waren noch da, aber sie wurden sanfter. Die Stimmen die ich hörte wurden freundlicher.

Während diesem Zeitabschnitt der sich abzeichnenden langsamen Heilung rief niemand von OSA Int. an. An einem Punkt spürte ich die dringende Notwendigkeit, meine Bücher und Tagebücher zurück zu bekommen. Mein Mann rief OSA Int. an und bekam tatsächlich Bündel von meinen persönlichen Sachen zurück. Die Tagebücher wurden beim Öffnen flachgedrückt (wie auf einem Kopiergerät) und gewisse Seiten (auf denen ich Scientology erwähnte) wiesen Eselsohren auf. Aber ich hatte zumindest meine Originale wieder.

Ich erinnere mich, wie ich versuchte zur Normalität zurückzukehren. Früher stand ich gewöhnlich am Morgen auf, hatte meinen Fruchtsaft und Kaffee und las die Zeitung. Nun begann ich die ganze Prozedur zu durchgehen - aufzustehen, meinen Fruchtsaft und Kaffee zu haben und die Zeitung zu öffnen. Obschon ich nicht in der Lage war, mich zu konzentrieren und nicht mehr als ein Wort hier und dort lesen konnte, konzentrierte ich mich auf zwei kleine Statements - "tun als ob" und "täusche es vor bis du es machen kannst". Ich wartete auf einer Zeitungsseite etwa so lange ab wie ich dachte, dass es brauchen würde wenn ich sie tatsächlich las und wendete dann zur nächsten.

Ich war bemüht, meinen Verstand wieder in Ordnung zu bringen und zurück in die reale Welt zu finden und Tag für Tag zu leben. Jede Nacht schlief ich ein wenig länger und jeden Tag fühlte ich mich ein wenig besser.

6. März 1996

Ich erhielt einen Anruf von meinem Auditor Freund, demjenigen der mir mit seiner LSD Geschichte und anderen Taten geholfen hatte bevor mein Mann verstand was sich abspielte. Er wollte mich befragen und meine Erfahrungen aufzeichnen.

Ich hatte zwar bereits entschieden, dass ich "diese Dosen nie wieder festhalten" wollte. Trotzdem vertraute ich ihm und stimmte zu. Er wollte MEINEN Standpunkt dokumentieren. Ich wollte nicht, dass mein Preclear Ordner, über den mir Scientology niemals erlauben würde zu verfügen, die einzige Aufzeichnung meiner Erfahrungen sein sollte. Wir trafen uns an einem privaten, sicheren Ort.

Nachher erklärte mein Freund als ausgebildeter Auditor, dass er unvollständige Anwendungen und Fehler in den Techniken feststellte die ich erhielt. Seine Feststellung brachte für mich nichts in Ordnung noch zeigte sie mir irgend etwas Neues, aber sie half mir zu verstehen, dass der Verlust meines Verstandes nicht meine Schuld war.

Freitag, 8. März

Ein weiterer Anruf kam von meinem Freund, dem Auditor. Er berichtete mir, dass eine Frau von OSA Legal von mir das Unterzeichnen von einigen Erklärungen wolle. Er erzählte mir, dass OSA Int. ursprünglich um seine Hilfe baten um mich zum Unterzeichnen dieser Erklärungen zu bringen. OSA Int. kümmerte sich nicht um meine Information und zeigte kein Interesse, mich über mein Empfinden über das Vorgefallene zu befragen. Er sagte mir, dass er es war der die Durchführung einer Befragung für die Aufzeichnungen verlangt hatte.

Ich war aufgebracht. Ich suchte die Telefonnummer von OSA Legal. Ich war verärgert, dass diese Person von Legal nicht einmal den Anstand hatte mich direkt anzurufen. In Wahrheit erhielt weder mein Mann noch ich Telefonanrufe in meiner Angelegenheit seit dem Freitag, als er realisierte, dass OSA und Scientology uns nicht behilflich sein würde.

Als ich die Frau von OSA Legal anrief erklärte sie mir, dass sie eine kurze Erklärung und ein langer Verzicht für mich zum Unterzeichnen habe. Ich sagte ihr, dass ich Kopien wollte und Zeit um diese erst mal zu lesen. Als ich so mit ihr sprach wurde mir plötzlich klar, dass nach alldem was ich durchmachte dies alles war, was ich von Scientology noch erwarten konnte. Nichtscientologen hatten mir Blumen und gute Wünsche geschickt. Scientology wollte von mir, dass ich rechtliche Dokumente unterzeichne. Ich begann zu schluchzen und hängte ihr auf. Eine Weile später rief ich ihr zurück und sie willigte ein, mir die Papiere mit der Post zu schicken.

Ich war über diese Wende der Ereignisse bedrückt, traurig und zutiefst enttäuscht, dass dies alles war was ich von meiner angenommenen Kirche erwarten konnte. Mein Mann war im Gegenteil nicht traurig, sondern darüber erzürnt dass alle diese betroffenen Leute sich nur um ihren eigenen Arsch kümmerten.

Die Erklärungen kamen nie mit der Post. Auch so fragte ich mich, ob ich sie zu unterschreiben sollte oder nicht. Ich wusste, falls ich sie nicht unterschrieb würde OSA Int. für mich zur Bedrohung und sie würden weiter Aktionen gegen mich unternehmen.

Obschon es mir besser ging, war ich immer noch labil und irgend etwas in mir war besorgt wegen der Übernahme durch die Aliens und diese "Tepafone", welche die markabianischen Aliens auf dem blauen Scientologygebäude angebracht hatten. Ich war mir auch bewusst, dass sie mich geradewegs in die Hölle zurückschicken konnten, der ich gerade entstiegen war.

13. März

Die Frau von OSA Int. Legal rief an und sagte, sie könne die Dokumente nicht mit der Post schicken, hätte aber gerne dass ich diese lese (in ihrer Gegenwart) und unterzeichne.

Mein Mann war an diesem Tag abwesend. Der einzige Freund den ich erreichen konnte empfahl mir, diese Dokumente zu unterschreiben damit mich Scientology in Ruhe lassen würde.

Ich wollte die Legal Frau nicht im Scientologygebäude treffen. Wir kamen überein uns in einem Restaurant zu treffen, aber ich war zu aufgebracht um aus dem Wagen zu steigen und kamen nicht weiter als auf den Parkplatz des Restaurants. Es war nur ein wenig mehr als ein Monat seit dem Anfang meiner Qual und nur eine Woche seit ich vorzugeben begann, normal zu sein. Noch nicht wieder in der realen Welt verankert fühlte ich mich unsicher. Ich sass mit ihr im Wagen auf dem Parkplatz, weinend, während sie mir die beiden Dokumente vorlas. Sie sagte, dass diese normalerweise ein Anwalt erklären würde damit ich wusste was ich unterschrieb, da ich aber nicht in der Lage war in ihr Gebäude zu kommen und mich mit ihrem Anwalt zu treffen, war dies nicht möglich.

Wir wechselten einige Worte. Sie bezeichneten das, was mir passierte meine "stressvolle Periode". Sie drängten mich zur Unterschrift, mit der ich anerkannte dass dies nicht ihre Schuld war und dass Scientology mit geholfen hat.

Die andere zu unterzeichnende Sache war ein Verzichterklärung, sie sagte, dass dies allgemein üblich war. Sie sagte, dass er nun jeden Tag von vielen Leuten unterschrieben werde. Es ist eine wirklich allgemein übliche Handlung. Jedermann der die Belegschaft verlässt unterzeichnet einen. OSA Int. bewahrt sie im Legal Büro in Schachteln in einem Schrank auf. Sie hoffen, der ausscheidende Angestellte werde nie zu einem Feind und dass diese Verzichterklärungen nie gebraucht werden müssen, nur für diesen Fall wollen sie diese unterschrieben haben bevor jemand die Sea Org verlassen kann.

Sie stimmte zu, den Wortlaut etwas zu ändern. Sie ging dann saubere Kopien machen und wir vereinbarten, uns zum Unterschreiben zu treffen. Ich wollte gerade wegzugehen als sie sich mir zuwandte und sagte "Oh, noch etwas, ich möchte gerne dass sie beim unterschreiben auf Video aufgezeichnet werden. Damit "wir beweisen können, dass sie nicht zur Unterschrift genötigt wurden", falls Arnie Lerma etwas davon erfährt.

Die Ironie, in einem Wagen zu sitzen, auf einem Parkplatz, mit tränenüberströmtem Gesicht, durch die seelischen Belastung unfähig, es auch nur in ein Restaurant zu schaffen, war unglaublich. Ich erklärte ihr, ich wolle nicht auf ihrem Video sein.

Mein Mann war immer noch unerreichbar. Ich wusste nicht, was zu machen. Ich wollte nicht ein einen Krieg mit Scientology verwickelt werden wegen dem Unterschreiben der Dokumente. Ich wollte einfach meinen Verstand zurück. Ich nahm an, dass das Unterzeichnen der Papiere sie davon abhalten werde, mich zu belästigen (und diese "Tepafone" auf mich zu richten), ich sollte es machen und mein Leben weiterführen.

Ich ging nach Hollywood zurück um mich mit dieser OSA Frau und einem öffentlichen Notar zu treffen. Ich liess sie vor dem OSA Int. Gebäude einsteigen und wir fuhren um die Ecke und parkierten. Ich unterzeichnete die Dokumente in meinem Wagen. Ich bekam meine Kopie. Sie warnte mich, diese sicher aufzubewahren und niemandem zu zeigen. Scheinbar war es ungewöhnlich, dass Leute Kopien bekamen.

Mein Mann war nicht gerade glücklich, besonders als er herausfand, dass OSA Int. dies an einem Tag durchzog, an dem er unerreichbar war.

Das Leben geht weiter. Das Leben ging weiter. Ich wurde langsam wieder gesund.

Ich erinnere mich an Ende Juni oder Anfangs Juli 1996, als ich fühlte wie die "Mauern" in meinen Verstand zurückkehrten.

In diesen Monaten sprach ich nie darüber, was vorgefallen war, nicht mal mit meinen engsten Freunden und der Familie. Ich diskutierte es auch nicht mit denjenigen, die wussten was geschah. An diesem Punkt war es besser, nur gerade vorwärts zu gehen und nicht darüber nachzudenken.

Im Juni 1996 erzählte mir eine Freundin, dass sie meinen Auditing Ordner bei der Advanced Org gesehen habe. Ich war zufrieden zu hören, dass mein Ordner zumindest aus dem Bereich OSA Int/RTC weg war. Ich rief die D of P an und fragte sie, ob dort eine Notiz für mich vom Fallüberwacher zu finden war. Es war nicht nur kein Notiz vorhanden, sondern das von meinem Auditor Freund gemachte Interview fehlte, das alle Fehler dokumentierte. Tatsächlich fehlten mehrere Sachen. So war nichts in meinem Ordner aus der Zeit, als mir befohlen zum Scientology Ärztin zu gehen - keine Informationen über meinen Zusammenbruch oder die Ambulanz oder den Aufenthalt im Spital, erst recht nicht von der Hölle durch die ich ging - absolut nichts. Es war, als ob sich nie so etwas ereignet hatte. Meine Auditing Ordner wurden durchforstet. Alle und jeder belastende Beweis entfernt. OSA Int. und RTC schätzen es nicht, wenn untergeordnete Orgs über ihre Angelegenheiten orientiert sind.

14. August 1996

Ich erhielt einen Telefonanruf von einem sehr jungen Kerl, der sagte dass er von OSA Int. war. Er erklärte, er wollte mit mir einen termin ausmachen um vorbeizukommen und die im Februar begonnene Auditingaktion zu Ende zu bringen. Ich war vor Überraschung schockiert. Ich glaubte ihn nicht richtig zu verstehen. Doch er sagte, dass mein Auditor ihn beauftragt habe anzurufen. Er sagte, dass ich "im für mich ausgearbeiteten Programm nicht sehr weit gekommen war". Ich fragte ihn ob er irgend etwas davon wisse, was mit mir geschehen war. Er antwortete nur, dass ich nicht weit gek0ommen war und es notwendig sei abzuschliessen. Ich entgegnete, dass ich nach dem Durchführen der letzten Aktion im Spital endete. Er wies meinen Kommentar zurück als ob es völlig mein Fehler war und sagte "Ich habe nie gehört das Scientology ein schlechtes Resultat liefert".

Das Gespräch zufällig mithörend nahm mein Ehemann das Telefon in das anliegende Zimmer um mit dem Gentleman ein Wörtchen zu reden. Ich weiss nicht, was mein Mann alles sagte, aber der junge Mann rief nie mehr an. Es war anfangs 1997 als ich das erste Mal von Lisa McPhersons Tod hörte. Ich war sehr traurig und es berührte mich stark. Sie war wie ich seit langem Scientologin. Ich sah viele Ähnlichkeiten. Als ich die von ihren Betreuern geschriebenen täglichen Anmerkungen las, verstand ich die anscheinend verrückten Bemerkungen und Handlungen von Lisa. Ich weiss genau, wo sie mit ihrem Verstand angelangt war. Es war dort, wo auch ich gewesen war und es ist kein Ort, den ich irgend jemandem wünschen würde.

Ich habe keine Verbindung zwischen den Drogen, Vitaminen und Kräutern erkannt, die Lisa und ich einnahmen, bis ich im Sommer 1997 eine TV Sendung sah. Ich hatte bereits den Schlafentzug und seine Auswirkungen auf die mentale Stabilität studiert. Nach der TV Sendung wandte ich mich weiter den Nebenwirkungen von Chloralhydrat und anderen Pillen zu. Ich realisierte, dass ich gleichen Medikamente wie Lisa genommen hatte und unter den gleichen Auswirkungen gelitten hatte. Erst als ich mit der Einnahme der Medikamente aufhörte begann es mir besser zu gehen.

Im September 1997 schrieb ich an David Miscavige, Vorsitzender des RTC und Führer von Scientology und informierte ihn über meine Erfahrung und den Zusammenhang mit den Medikamenten und Vitaminen, da ich besorgt war, dass dies anderen Scientologen nicht passiert.

Er antwortete nie.

Ich habe meine Geschichte seither einigen nahestehenden persönlichen Freunden erzählt. Ich wechselte die Stellen. Ich zog um.

Ich bin immer noch am Erholen von den Auswirkungen meiner Tortur. Ich bin mental und emotional nicht mehr so stark wie ich es früher war. Es könnte noch weitere Jahre dauern, oder es könnte den Rest meines Lebens dauern, aber ich bin für jeden Tag dankbar an dem ich noch atmend erwache und kenne den Unterschied zwischen einem Alptraum und der realen Welt, was ich für selbstverständlich erachte.

Kathryn