Gegner der Kirche von Körperverletzung freigesprochen

Die Anwälte der Verteidigung argumentierten, dass die Scientologen Robert Minton hereinlegten und in eine Konfrontation verwickelten.

Von THOMAS C. TOBIN

© St. Petersburg Times, 24. Mai 2000

LARGO -- Der Anwalt der Verteidigung Denis de Vlaming kennt sein Publikum.

Unter den sechs Geschworenen, an die er am Dienstag seine Schlussrede richtete, waren ein Vater von vier Kindern und eine alleinstehende Mutter, die es ablehnte, die Sprecherin der Geschworenen zu sein.

So verdichtete er die dreijährige Fehde zwischen Robert S. Minton und der Scientology Kirche zu einem Szenario, das alle Eltern leicht nachvollziehen können: einen Streit unter Kindern.

Minton, des Vegehens eines tätlichen Angriffs gegen einen Scientologen in Clearwater angeklagt, ist das Kind, das schliesslich zurückschlug nachdem es herumgeschubs und in die Zange genommen wurde, vermittelte de Vlaming. Die Kirche, so sagte er, ist das Kind welches mit allem anfing - und dann Foul schreit.

De Vlaming drängte die Geschworenen, die verständigen Eltern zu sein, welche die Wahrheit sehen.

Nach 40 Minuten Überlegung an Dienstag stimmten ihm die Geschworenen zu, sorachen Minton nach einem Verfahren, das die Aufmerksamkeit auf die oft aggressive Reaktionsweise der Kirche gegenüber ihren Kritiker lenkte.

"Er wurde bedrängt", sagte de Vlaming von Minton. "Er wurde bedrängt, er wurde aufgebracht und sie (die Kirche) bekamen was sie wollten."

Staatsanwalt Bill Tyson sagte, dass es Minton war der die Probleme hervorrief, Mitglieder der Kirche belästigend bis an den Punkt, an dem sie es für notwendig hielten, ihn zu verfolgen.

"Es ist schwierig mit Selbstverteidigung zu argumentieren wenn sie derjenige sind, der den Streit sucht", sagte Tyson, später hinzufügend, dass Minton, ein Millionär aus New England auf dem Kreuzzug zur Erneuerung von Scientology, 53 Jahre alt ist.

"Dies sind nicht Kinder die andere Kinder herumschubsen", meinte Tyson.

Die Klage wurde eingereicht nachdem Minton den Mitarbeiter Richard W. Howd der Kirche in der Nacht des 31. Oktobers 1999 mit einem Demoschild schubste, nach einem Tag des Katz-und-Maus-Spiels.

Minton wurde an jenem Morgen am Tampa International Airport von Scientologen begrüsst, die zu ihm sagten, nach Hause zu gehen. Er kam, wie er sagte, um Büroräume für eine Scientology "Watchdog Group" zu suchen, die inzwischen ihr Hauptquartier in Clearwater eröffnete.

Als die Scientologen ihn verfolgten, fuhren Minton und ein Begleiter zum Fort Harrison Hotel von Scientology im Zentrum von Clearwater und begannen zu demonstrieren.

Daraufhn verfolgten ihn die Scientologen bis in sein Hotel. In jener Nacht erschienen Minton und sein Begleiter vor dem Haus einer bekannten Scientologin und machten Videoaufnahmen von ihrem Grundstück, dann gingen sie erneut zum Fort Harrison um zu demonstrieren, wo sie Howd mit seiner digitalen Videokamera erwartete.

Howd beschattete Minton hautnah, versuchend, wie er sagte, eine Aufnahme von allem zu machen, was Minton sagte oder tat. Minton erklärte, Howd sei ihm zu nahe gekommen. Howd erzählte den Geschworenen, dass Minton aggressiv erschien.

Der angebliche Angriff fand nach einem Moment statt, bei dem sich die beiden offensichtlich gegenseitig drängelten. Minton wendete sich um mit seinem Handy die Polizei zu rufen, wirbelte jedoch herum, sein Demoschild ausstreckend um Howd davon abzuhalten, ihn weiter zu verfolgen. Howd wurde vom Schild im Gesicht getroffen und fiel auf den Gehsteig.

Das Verfahren wurde zu einer Debatte darüber, welche Partei mehr Schuld beim Verursachen des Zusammenstosses hatte.

Pat Jones, eine Sprecherin von Scientology, sagte in einer Stellungnahme, dass die Kirche die Bemühungen des Staatsanwaltes zu schätzen wisse.

"Mr. Minton weiss, was wirklich geschah", erklärte die Stellungnahme, "und wir sind hoffnungsvoll, dass ungeachtet vom Urteil, diese Anklage zumindest helfen wird, weitere Gewaltakte gegen unsere Mitglieder zu verhindern."

De Vlaming hielt fest, dass Mitarbeiter von Scientology den Zwischenfall inszeniert hatten im andauernden Versuch, Minton verhaften zu lassen und seine Glaubwürdigkeit zu ruinieren.

Er holte Frank Oliver in den Zeugenstand und das ehemalige Mitglied des Office of Special Affairs der Kirche bezeugte, dass er eine spezielle Ausbildung erhielt um Gegnern der Kirche nachzustellen.

Tyson bemerkte, dass Oliver nun im Beratungsausschuss der Organisation von Minton in Clearwater ist.

De Vlaming wies darauf hin, dass das was er sagte verschiedene Hinweise enthielt, dass Minton hereingelegt wurde. Darunter war ein Videofilm der Howd regiungslos auf dem Boden liegend zeigte, die Augen geschlossen. Das Band zeigt dann, wie er die Augen öffnet, die Kamera erblickt, und sie daraufhin schnell wieder schliesst.

"Schaut ihn an", sagte de Vlaming den Geschworenen, Howd verspottend. "Ausser Bewusstsein! Braucht eine Ambulanz!"

Tyson meinte, das Minton derjenige war, der die Grenzen überschritt. "Er hat das Recht zu protestieren", sagte der Staatsanwalt, "aber zu was er nicht das Recht hat ist, das Gesetz zu übertreten".

Nach dem Entscheid sagte Minton, seine Absicht nach Clearwater zu kommen war, der Öffentlichkeit über den Umgang von Scientology mit Kritikern zu erzählen und das Verfahren, sagte er, half mit dies zu verwirklichen.

Eine der Geschworenen, Joyce Green von St. Petersburg, erzählte, dass das Gremium anfänglich 5 zu 1 stimmte um Minton freizusprechen, die Abstimmung jedoch einstimmig erfolgte nachdem man die Videofilme des Zwischenfalls überprüfte.

Es gab keine eigentliche Diskussion über Scientology oder ihre Praktiken, erklärte sie.

"Ich glaube er wurde provoziert, und viel davon war inszeniert", sagte Green, eine Hauspflegerin. Sie sagte sie könnte wie Minton reagiert haben, hinzufügend dass es nicht so erschien, als ob Howd ernsthaft verletzt war.

Der Geschworene Leroy Joiner aus Clearwater, der Vater von vier Kindern, sagte von Minton: "Er hatte nicht die Absicht, dies zu tun".

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