Zwei Anwälte geraten über die Aussage von Videofilme aneinander

Sie disputieren ob Videofilme, die Robert S. Minton beim Schlagen eines Scientologen mit seinem Demonstrationsschild zeigen, einen tätlichen Angriff beweisen.

Von THOMAS C. TOBIN

© St. Petersburg Times, 23. Mai 2000

LARGO -- Vier Videokameras liefen in der Nacht in der Robert S. Minton beschuldigt wurde, einen Mitarbeiter der Scientology Kirche mit seinem Demonstrationsschild geschlagen zu haben.

Drei Bänder zeigen, wie der Mitarbeiter Richard W. Howd mit einer der Kameras Minton verfolgte, oft näher als einen halben Meter an Mintons Gesicht kommend.

Sie zeigen Minton, wie er den Scientologen erklärt, dass sie alle am Tod von Lisa McPherson mitschuldig sind, der 36jährigen Scientologin, die 1965 unter der Pflege durch die Kirche starb.

Und jedes Band endet auf die selbe Weise: ein frustrierter Minton ruft mit seinem Handy die Polizei. Er überquert eine Seitenstrasse, weggehend von Scientologys Fort Harrison Hotel im Zentrum von Clearwater. In einem Augenblick schreit er Howd an, aufzuhören ihn zu verfolgen und dreht sich um, mit seinem Demonstrationsschild in Richtung Howd zeigend.

Howd stösst mit dem Gesicht hart an die Kante die Kante des Schildes, sein Kopf schnellt zurück während er sich auf den Gehsteig fallen lässt.

Obwohl niemand dieser Kette von Ereignissen widersprach, konnten sich die Anwälte in Mintons Verfahren am Montag darüber nicht uneiniger sein, wie die Geschworenen dies interpretieren sollten.

Minton, ein Millionär aus New England, der eine Kampagne zur Erneuerung von Scientology finanziert, steht wegen einer Klage auf tätlichen Angriff beim Zwischenfall am 31. Oktober 1999 vor Gericht.

"Mr. Minton war derjenige, der die Fassung verlor", sagte der stellvertretende Staatsanwalt von Pinellas-County Bill Tyson in seiner eröffnenden Stellungnahme vor dem Geschworenengericht bestehend aus vier Frauen und zwei Männern. "Mr. Minton war derjenige, der die Leute in jener Nacht provozierte."

Mintons Anwalt jedoch, Denis de Vlaming, erklärte Minton sei das Opfer eines Plans von Scientology geworden, den Zwischenfall zu inszenieren undseinen Klienten zu diffamieren. De Vlaming sagte, dass Mitarbeiter der Kirche Minton an diesem Tag seit seiner Ankunft auf dem Internationalen Flughafen von Tampa und später, als er zur Anmeldung im Belleview Biltmore Resort Hotel and Spa in Belleair eintraf.

De Vlaming verband siese Aktionen mit einer Anweisung von Scientology von 1967, bekannt als "Fair Game". Geschrieben durch den Gründer L. Ron Hubbard bestimmt sie, ein Feind von Scientology "darf um sein Eigentum gebracht oder geschädigt werden mit allen Mitteln und durch jeden Scientologen" und "darf betrogen, verklagt oder belogen oder vernichtet werden".

"Fair Game" wurde im folgenden Jahr widerrufen, aber de Vlaming wies auf den Wortlaut im Widerruf hin, der zeigt, wie er sagte, dass sie ihrem Wesen nach immer noch in Kraft ist.

Vetreter der Kirche sagten, Fair Game sei durch Kritiker schwerstens missverstanden worden.

"Es ist die Methode, mit der sie Kritiker zum Schweigen bringen", sagte de Vlaming. Minton "hatte das unanfechtbare Recht, sie davon abzuhalten, weiterhin seinem Gesicht nahezukommen".

De Vlaming erklärte den Geschworenen, dass Howd geschlagen werden wollte gleich wie ein Basketballspieler seinen Körper einsetzt und ein Foul begeht um einen Gegner vom Punktgewinn abzublocken.

Der Zwischenfall wurde auch von einer Sicherheitskamera der Kirche und durch einen anderen Mitarbeiter der Kirche festgehalten.

Tyson, der Staatsanwalt, vetrat die Ansicht, dass Howd nie ein Wort zu Minton sagte und dass drei andere Scientologen, die Minton in jener Nacht umgaben, ihm nur sagten, er soll heimgehen.

Tyson bemerkte ebenfalls, dass an einem Sonntag Abend um 22.30 Uhr war, als nur wenig Leute zugegen waren um Mintons nächtliche Demonstration zu sehen.

Howd erzählte den Geschworenen, er habe Minton so nah aufgenommen damit die Kirche eine vollständige Aufnahme von dem haben würde, was er sagte und machte. Er behauptete auch, er habe es zur Abschreckung von Minton gemacht, dessen gegen Scientology gerichtete Organisation, der Lisa McPherson Trust, in Clearwater niedergelassen ist.

Unter Befragung durch de Vlaming sagte Howd, dass er sich mit Minton anlegte nachdem "jemand anrief" um ihm einen Wink zu geben. Er sagte, Mintons Sorache im Internet Postings klinge bedrohlich und "ich wollte wissen, wo er sich aufhielt zur Sicherheit und für die Sicherheit der Mitarbeiter und Gläubigen".

De Vlaming zog auch Howds Reaktion auf den Schlag durch das Schild in Zweifel, welches aus zwei Schaumstoffposters bestand, zusammengehalten durch kleine Metallklammern.

1.8 m gross und 95 kg schwer, fiel der der 34 jährige Howd auf den Gehsteig nachdem ihn die Kante des Schildes und eine Klammer nahe dem linken Auge traf, mit einem kleinen Schnitt und einer Schürfung.

Eine Ambulanz brachte ihn zum Röntgen ins Morton Plant Hospital. Howd sagte, er empfand Rückenschmerzen und dass er nichts riskieren wollte.

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