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Am Rande

Paris ist empört über Scientology-Vorwürfe

Brüssel (dpa) - Der französische Außenminister Herve de Charette ist schockiert über die Vorwürfe der Scientology-Sekte, sie werde in Deutschland wie die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Klaus Kinkel in Brüssel sagte er gestern, man könne nicht das Deutschland von heute mit dem Deutschland von gestern vergleichen. Er stellte sich hinter die Bundesregierung, die die Sekte nicht als Religionsgemeinschaft anerkennt.

TAZ Nr. 5133 vom 21.01.1997
Agentur

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Datum: 21.01.1997, Berliner Zeitung
Ressort: Politik
Autor: (nicht benannt)

De Charette schockiert über Scientology

Frankreichs Außenminister de Charette sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem deutschen Kollegen Kinkel, er sei "schockiert" über Vorwürfe von amerikanischen Schauspielern und Moderatoren, die in einem offenen Brief der Bundesregierung eine "Verfolgung" der Scientology-Gemeinschaft vorgeworfen und Vergleiche mit dem Nationalsozialismus gezogen hatten."Ich teile und unterstütze die deutsche Einstellung gegenüber Scientology", sagte de Charette. Indessen ist in Griechenland die dortige Scientology-Vertretung verboten worden. Dies ist Ergebnis eines Prozesses, den der Präfekt von Athen mit Unterstützung der orthodoxen Kirche angestrengt hatte.