From: stacy8@gte.net (Stacy Brooks Young)
Newsgroups: alt.religion.scientology
Subject: A classic example of the fair game policy at work
Date: Thu, 24 Sep 1998 17:48:07 GMT

Donnerstag, 24. September 1998

Ein klassisches Beispiel der Anwendung
der "fair game" Richtlinie

(Jetzt wo wir beide von Scientology weg sind ist Gerry Armstrong mein Freund und ich habe ihm diese Geschichte bereits erzählt. Ich erzählte ihm wie leid mir mein Anteil am Versuch tut, ihn zu vernichten als ich noch Mitglied des OSA war. Ich habe diese Geschichte auch einigen anderen Leuten mitgeteilt und sie drängten mich, sie weiter zu verbreiten weil sie eine klassische Illustration dafür ist, wie weit DM und seine Kumpanen gewillt sind zu gehen um ihre Feinde zu vernichten.)

Ich war im Frühling 1985 die leitende Redaktorin des FREEDOM Magazins, als Julie Christoffersson's Klage gegen Scientology erneut verhandelt wurde. Ich war ausserdem die Hauptschriftstellerin des Office of Special Affairs, was bedeutete, dass DM zu mir kam wenn er etwas Spezielles schriftlich benötigte.

Julie Christoffersson hatte Gerry Armstrong als Zeuge in ihrem Gerichtsverfahren genannt. DM wollte Gerry in Verruf bringen, da er äusserst besorgt war über die Informationen die Gerry hatte. Gerry war bis Ende 1991 der Archivar von LRH und hatte als solcher Zugang zu sämtlichen persönlichen Unterlagen von LRH. Unter diesen waren Dokumente, von denen ich weiss weil ich diese anfangs 1982 selbst gesehen hatte, die unwiderlegbare Beweise enthielten dass LRH bereits sehr jung an klinischer paranoider Schizophrenie und manischen Depressionen litt.

Es waren Briefe an seine Eltern darunter, die bei ihm erhebliche Wahnvorstellungen aufzeigten. In einem der Dokumente, das in Gerry's Prozess als "the Affirmations" bekannt wurde, erklärte LRH selber klar an Grössenwahn zu leiden. In einem anderen Dokument mit dem Decknamen "Blood Ritual", beschrieb er in grässlichen Einzelheiten verschiedene erschreckende Methoden von sexuellen Torturen welche er seiner zweiten Frau Sara zufügen wollte, die er kennenlernte als er tief in schwarze Magie verwickelt war.

Gerry war die erste Person in Scientology die alle diese Dokumente zu sehen bekam. Er kritisierte viele der "über den Autor" Abschnitte in den LRH Büchern, er verglich deren Informationen mit den Dokumenten in den Archiven. Im Herbst 1981 bekam Norman Starkey, damals für Spezialprojekte direkt unter DM, woraus bald der "Author Services, Inc." wurde, den Bericht, dass die bisher von Scientology publizierten Informationen über LRH's Leben falsch waren gemäss den Dokumenten in den Archiven. Es war klar, dass durch einige der Dokumente (wie das "Blood Ritual") Probleme in der Öffentlichkeitsarbeit entstehen könnten falls sie je zugänglich gemacht werden.

Als Norman diesen Bericht erhielt ordnete er umgehend einen "security test" mit Gerry an, da er sichtlich unzufrieden und klar kritisch gegenüber LRH war was selbstverständlich bedeutete, dass er "overts" und Vorbehalte gegen LRH hatte die ausgetrieben werden mussten. Gerry geriet tatsächlich in schwerwiegende ethische Schwierigkeiten, die ihn erkennen liessen wie sehr er durch LRH und Scientology betrogen wurde.

Gerry arbeitete damals mit Omar Garrison zusammen, einem Schriftsteller der angestellt wurde um eine Biographie von Hubbard zu schreiben. Gerry fertigte von allem archivierten Material Kopien an gab diese an Omar weiter für seine biographischen Nachforschungen. Als er dann im November 1981 durchbrannte hatte er für Omar das gesamte Archiv fotokopiert.

DM, Norman Starkey, Lyman Spurlock, Terri Gamboa, Vaughn und ich versuchten alles um Gerry zur Rückkehr in Scientology zu bewegen und auch die Kopien des Archivmaterials zurückzugeben. Als offensichtlich wurde dass Gerry dem nicht nachkommen würde und bekannt wurde, dass er Dokumente von LRH an den Anti- Scientology Anwalt Michael Flynn schickte, liess DM die "Church of Scientology of California" Klage gegen Gerry wegen Diebstahl von Dokumenten einreichen. Weil der Stand der CSC gefährdet schien arrangierte DM, dass Mary Sue in den Prozess eingreifen konnte, da sie als Frau von LRH den stärksten Anspruch auf seine persönlichen Papiere geltend machen konnte.

Ich war an der "Gerry Armstrong Dead Agent Unit" - kurz der GA DA Unit - beteiligt. Vaughn, ich selbst, Andy Lenarcic, Ann Lenarcic und einige andere arbeiteten rund um die Uhr um Beweise beizubringen, dass Armstrong ein unglaubwürdiger Forscher war und deshalb seine Aussage falsch war, dass die durch die "Kirche" über LRH publizierten Informationen gefälscht waren.

Wir unternahmen alles was wir konnten um den Nachweis zu erbringen, dass die Behauptungen die LRH über sich machte gesichert waren. Wir durchsuchten alles um zu beweisen, dass LRH im Zweiten Weltkrieg tatsächlich auf einer Aufklärungsfahrt mit der PC 815 vor der Küste von Oregon ein U-Boot versenkte, zum Beispiel. Es existierte kein Beweis. Wir versuchten nachzuweisen, dass er an der George Washington University tatsächlich sein Abschlussexamen machte und in Princeton Nuklearphysik studierte. Es war ebenfalls nicht wahr. Wir versuchten zu beweisen, dass er auf einer geheimdienstlichen Mission zur Zerstörung von Aleister Crowley's Ordo Templer Orientis (OTO) war als er 1946 nach Pasadena ging und sich mit Schwarzer Magie zu beschäftigen begann. Auch hier gab es keinerlei Beweise.

Der Fall CSC und Mary Sue gegen Gerry wurde im Frühjahr 1984 von Richter Paul Breckinridge verhandelt. Michael Flynn war Gerry's Anwalt. Er ist ein genialer Anwalt und im Verlauf dieses Gerichtsverfahrens verschlang er Mary Sue und die "Kirche" noch vor dem Frühstück. Flynn setzte mit seiner Verteidigung von Gerry darauf, zu zeigen dass Gerry die Kopien der Dokument deshalb behielt, weil er wusste dass er sich gegen die "fair game" Taktik der "Kirche" verteidigen musste und der springende Punkt dabei war, dass er diese Dokumente benötigte um das Lügen der "Kirche" zu beweisen.

Flynn war mit seiner Verteidigung von Gerry so erfolgreich, dass Richter Breckinridge ein heute berühmtes Urteil erliess, in dem er L. Ron Hubbard als paranoid schizophren erklärte und die Scientology "Kirche" als das andere Ich des geisteskranken Hubbard bezeichnete. Es gelang Scientology die Dokumente unter Verschluss stellen zu lassen, sie blieben unter Verschluss bis der Fall 1986 abgeschlossen wurde (sie wurden damals an Scientology zurückgegeben), aber Gerry führte während diesem Prozess einen vernichtenden Schlag gegen LRH's Glaubwürdigkeit. Unnötig zu sagen, Gerry Armstrong wurde von diesem Zeitpunkt an einer der meistgehassten Feinde von Scientology.

Im Sommer 1984 machte Gerry in London eine Zeugenaussage in einem Sorgerechtsfall für ein Kind, dem Fall Latey, der ebenfalls zu einem verheerenden Urteil gegen Scientology führte. Darum sah sich DM gezwungen, Gerry so in Verruf zu bringen, dass er als Zeuge für jeden künftigen Rechtsstreit nutzlos würde.

DM ordnete eine geheimdienstliche Operation gegen Gerry an. Gene Ingram erhielt ein LAPD Offizier, Phillip Rodriguez, um zu einer falschen Ermächtigung zu kommen, um Gerry abzuhören oder geheime Videoaufnahmen zu machen. Es war eigentlich durch das LAPD nicht bestätigt und Rodriguez bekam später deswegen Schwierigkeiten. Dann machten Mike Rinder und Dave Kluge (damals einer der OSA Mitarbeiter) zusammen Treffen mit Gerry ab, vortäuschend unzufriedene Scientologen zu sein die in Erwägung zogen, mit belastenden Informationen über die "Kirche" zu den Behörden zu gehen. Mike's Rolle war wichtig da er ein hochrangiges Mitglied des Managements war das Gerry sehr gut kannte. Er traf sich mit Gerry und sagte grundsätzlich dass er äusserst unzufrieden mit dem Weg sei den die "Kirche" eingeschlagen hatte und sich frage, ob Gerry ihn mit jemandem vom IRS oder FBI in Verbindung bringen könnte. Gerry wurde tatsächlich von Untersuchungsbeamten der IRS Criminal Investigation Division kontaktiert, weil damals das IRS gegen LRH und Scientology ernsthaft wegen kriminellem Betrug ermittelte. So gab Gerry die Namen der Agenten mit denen er gesprochen hatte an Mike weiter.

Aber DM wollte mehr als nur dies. DM wollte Beweise dass Gerry ein bezahlter Informant des IRS war, weil das dem Richter zeigen würde dass Gerry's Zeugenaussage falsch war. Das einzige Problem war, Gerry war kein bezahlter Informant. So konnten Rinder und Kluge fragen wie sie wollten, sie konnten Gerry nicht dazu bringen auf dem Videoband zu sagen, er sei bezahlt um die "Kirche" anzugreifen. Rinder und Kluge stellten ihm alle möglichen Suggestivfragen, alles nur mögliche versuchend um Gerry zu der Aussage zu bringen, die ihnen befohlen wurde aus ihm herauszuholen. Aber erfolglos.

Darum rief mich DM an und verlangte, die Transkripte der Videobänder so zu bearbeiten, dass es aussah als hätte Gerry zugegeben ein bezahlter Informant zu sein, obwohl er nie so etwas zugegeben hatte. Ich musste die Suggestivfragen von Rinder und Kluge weglassen, so dass es aussah als hätte Gerry Informationen angeboten, während tatsächlich alles was er wirklich tat nur das Beantworten einer hypothetischen Frage war die ihm gestellt wurde.

Ich ging durch die Transkripte und suchte die "besten" Abschnitte die ich finden konnte heraus, mein Bestes gebend um die Befehle DM's auszuführen und aus Gerry ein bezahlter Informant zu machen. Persönlich fand ich, dass es offensichtlich war, sogar nach der Bearbeitung, wie Gerry manipuliert wurde, aber ich übergab pflichtbewusst mein frisiertes Transkript an DM, der gab es dann an Ted Horner weiter, ein Mitglied des Personals von Gold, der sich mit der Filmbearbeitung befasste, um mein bearbeitetes Transkript zur Editierung der Videobänder zu benutzen.

Dann ging ich zurück zum Bearbeiten des FREEDOM Magazins und meinen weiteren Verpflichtungen und dachte nicht mehr daran.

Ungefähr ein Monat später wurde ich eines Nachts hinüber in den Konferenzraum des OSA Int gerufen zusammen mit verschiedenen wichtigen OSA US Mitgliedern. DM und Norman waren beide auch dort und erschienen äusserst mürrisch. DM berichtete uns wie sie das Videoband ins Gericht mitbrachten und eine Vorführung für den Richter verlangten, indem sie meinten damit überzeugend zu beweisen dass Gerry Armstrong ein bezahlter Lügner war. Der Richter willigte ein, das Videoband unter Ausschluss der Öffentlichkeit anzusehen. Aber der Richter zeigte nicht die Reaktionen die DM und die anderen erwartet hatten. Nachdem er das Videoband angesehen hatte war er erzürnt und sagte den Scientologen: "Ich habe von diesen schmutzigen Taktiken gehört die ihr gegen eure Feinde anwendet, aber jetzt habe ich sie selbst gesehen und ich denke ihr seid viel, viel schlechter als ich mir je vorgestellt habe!" Und er warf sie aus seinem Zimmer.

Nun, ihr müsst verstehen dass in Scientology das "absichtliche Unterdrücken des Zweifels" eine Lebensart ist, so sehr dass niemand, von DM an abwärts, je auch nur für einen Moment zugibt dass alles was sich dort drin abspielt nichts anderes als ein Planspiel ist. Jedermann ist darin so gut, dass er sich selbst vorgaukelt zu denken, wirklich an das zu glauben was er behauptet.

So war es mit den Videobändern von GA. Als DM mir befahl die Bänder zu manipulieren handelte er nie auch nur einen Moment so wie wenn er sich tatsächlich bewusste war, dass er mir befahl sie zu manipulieren. Mit dem ehrlichsten Gesicht befahl er mir, die Bänder zu bearbeiten und alle irrelevanten Teilchen wegzuschneiden damit sie als eine knappe Aufzeichnung von Gerry's Geständnis erschienen, dass er ein Informant war. Und als ich sie bearbeitete redete ich mir wirklich ein, nur dies zu tun. Alle beteiligten sich in der Illusion daran, dass wir nur das Videoband schnitten.

Und als DM uns von der Reaktion des Richters erzählte, war er in der Lage absolut überzeugend auszudrücken, dass der Grund für diese Reaktion des Richters war, dass der Richter gegenüber Scientology voreingenommen war. DM bot eine sehr überzeugende Show durch die Reaktion des Richters äusserst beleidigt zu sein. Nun, auf diesen Vorfall zurückblickend denke ich auch an die Möglichkeit, dass DM so ist wie er sich gibt. Ich denke aber auch es ist durchaus möglich, dass DM und die anderen an der Spitze genau wissen was sie tun und ganz einfach alle anderen auf einer niedrigeren Stufe der Belegschaft manipulieren, damit sie ihre dreckige Tätigkeit auszuführen. Bis heute bin ich nicht wirklich sicher was es ist.

Ich weiss das von mir selbst, im tiefsten Innersten war ich überhaupt nicht überrascht über die Reaktion des Richters. Wirklich, es gab ein Teil in mir der, sogar in jener Nacht als ich DM's Vorführung zuhörte, sich wunderte ob er wirklich dieser Wahnsinnige ist.

Aber dieser Teil von mir war tief unter meiner scientologischen Persönlichkeit begraben. Sicherlich hätte ich nie solche Gedanken geäussert. Ich wollte nur so schnell wie möglich das tun was mir befohlen wurde damit ich zu ein wenig Schlaf kommen konnte und vielleicht etwas Zeit für mich selber fand. Das war alles um das ich damals besorgt war.

DM befahl mir und und der übrigen FREEDOM Belegschaft das Transkript des bearbeiteten Videobands in eine Spezialausgabe von FREEDOM umzuarbeiten. Falls der Richter nicht hören wollte, dann würden wir diese Ausgabe unter die Leuten von Portland bringen! Das war was DM sagte.

So verbrachten Andy Lenarcic, Tom Whittle und ich die nächsten paar Tage mit dem Zusammenstellen dieser Spezialausgabe von FREEDOM. Als sie fertig war musste ich nach Portland fliegen und das Manuskript persönlich DM vorzeigen für sein Einverständnis. Ich stand dort in seiner Wohnung und beobachtete ihn beim Lesen, hoffend dass er gleich sein Einverständis geben würde damit ich nicht nochmals mit einer verbesserten Version hinfliegen musste. Zu meiner grossen Erleichterung unterschrieb er seine Zustimmung und mir wurde erlaubt, nach Los Angeles zurück zu fliegen.

Ich war dann dafür verantwortlich, dass 2 Millionen Exemplare dieser Spezialausgabe von FREEDOM gedruckt und an jeden Haushalt in Portland Oregon verteilt wurde. Jonathan Epstein, damals Finanz Chef Int, war derjenige der das Geld aus den verschiedenen Firmen wie CSI, IAS, CS WUS und verschiedenen Konten von lokalen Org's abzapfte um dieses monströse, lächerliche und nutzlose Projekt zu finanzieren.

Ich bezweifle dass irgend jemand in Portland diese verdammte Spezialausgabe je gelesen hat. Ich hätte es bestimmt nicht getan wenn ich sie auf meiner Türschwelle gefunden hätte. Sie half Scientology bestimmt auch nicht den Fall Christo zu gewinnen. Als das 30 Millionen Dollars Urteil erlassen wurde bestellte DM jeden Scientologen auf dem Planet nach Portland für den heute berühmten Kreuzzug für die Religionsfreiheit, in dem tausende von Scientologen durch die Strassen von Portland marschierten und forderten, dass der Richter die Entscheidung der Jury im Falle Christo ändere.

Ich habe keine Idee was hinter der Szene sonst noch für Druck auf diesen Richter augeübt wurde. Alles was ich weiss ist, dass DM's Strategie aufging. Der Richter erliess schliesslich ein Fehlurteil im Verfahren Christoffersson, das nur dazu diente, DM und Scientologen auf der ganzen Welt zu bestätigen, dass man mit genügend Gewalt und Einschüchterung alles erreichen kann was man will.

Stacy Brooks Young