20. Oktober 1999

Beschwerde von Scientology durch den dänischen Presserat abgelehnt

Zum Hintergrund:
In der Folge der zweieinhalbstündigen Sendung des Dänischen Fernsehens über Scientology vom Juni dieses Jahrs, die ein Interview mit Jesse Prince und einen nachgestellten "sec check" eines Kindes beinhaltete, reichte die CoS beim Pressemaevet (Presserat) eine Beschwerde ein. Dieser Rat ist eine unabhängige offizielle Instanz, die sich mit Beschwerden gegen die Medien - Zeitungen, TV, Radio, Zeischriften usw. - befasst, um die Einhaltung der Mediengesetze zu überwachen. Jede Beschwerde wird von 4 Mitgliedern des Rates behandelt - je einem Anwalt, Verleger, Journalisten und einem Vertreter der Behörden.

Das Interview mit Jesse Prince wurde mit Kommentaren von Aron Mason des Int PR Büros erwidert. Im Teil über Familien und Kinder in Scientology wurde Anette Refstrup, dänische PR, interviewt. Vier ehemalige Scientologen erzählten von ihren Erfahrungen in dieser Beziehung. Im März wurde CoS gebeten, eine Familie von aktiven Scientologen zu stellen, um ihre Ansichten darzulegen. Als im Mai die Dreharbeiten abgeschlossen wurden hatte CoS immer noch keine Familie für ein Interview gefunden. Hingegen boten sie einen Film aus eigener Produktion an, den Radio Dänemark jedoch nicht verwenden wollte. Die Rekonstruktion des Kinder "sec check" wurde von einem dänischen Ex-Scientologen durchgeführt und klar als nachgestellte Szene deklariert. Es wurden Kommentare von Anette Refstrup eingespielt, bei denen die Fragen des Journalisten, auf die sie antwortete, weggeschnitten waren. Deshalb behauptete CoS, dass es erschien als ob sie die nachgestellte Szene selbst kommentierte, was nicht der Fall war.

http://www.pressenaevnet.dk/include/wrapper.asp?art_id=184
(in Dänisch)

Keine Kritik an Radio Dänemark bezüglich religiöser Bewegung

Die TV Station brachte eine 2,5stündige Themensendung über den Beschwerdeführer als eine Bewegung.
Die Beschwerde hielt unter vielem anderen fest, dass eine nachgestellte Szene der zentralen religiösen Praxis des Beschwerdeführers verwendet wurde und dass dem Beschwerdeführer keine Gelegenheit gegeben wurde, im gleichen Umfang wie die Kritiker der Bewegung zu sprechen.

Der Presserat erklärte, dass keine Ansprüche erhoben werden können, dass eine gleiche Anzahl von Personen teilnehmen müsse um jede Seite eines Themas zu repräsentieren und deshalb dem Beschwerdeführer genügend Gelegenheit zum Reden gegeben wurde.

Bezüglich der nachgestellten Szene fand der Rat, dass die Bearbeitung auf eine Weise erfolgte die keinerlei Zweifel zuliess, ob der Beschwerdeführer die Rekonstruktion kommentierte.

Der Rat fand keine Gründe, die eine Kritik rechtfertigten.

--------
Catarina