"Med Scientology i Bakspejlet", Danish TV, DR2, 6/12/99:

das englische Transkript wurde durch Bat Child (Sue M.) erstellt


JESSE PRINCE (Untertitel--Jesse Prince, Ex-Scientologe): Ich kam dahinter, dass ich mein Leben in Angst verbrachte - Angst vor etwas, was beinahe unbestimmbar war. Und weil ich in Angst lebte, konnte ich nicht wirklich funktionieren. Ich war wirklich nicht in der Lage, ein Mitglied unserer Gesellschaft zu sein. Ich konnte meine eigentliche Leistungsfähigkeit nicht umsetzen weil ich mich ständig fürchtete. Und ich realisierte, dass wenn ich mein Schweigen brach ich auch meine Angst überwinden würde.

TOM HEINEMANN (Interviewer): Sie verliessen Scientology 1992, aber sie begannen erst sechs Jahre später die Organisation zu kritisieren. Was hielt sie so lange zurück?

JESSE PRINCE: Gut, ich wurde bedroht - damals war ich verheiratet und meine Frau und ich wurden durch Scientology bedroht, dass falls wir unsere Meinung äussern oder irgend etwas über unsere Erfahrungen in Scientology aussagen, meine Frau nie wieder mit ihrem Vater oder ihrer Schwester sprechen könne. Sie waren beide in Scientology und sie liebte ihren Vater sehr. Und aus diesem Grund stimmten wir zu, nicht zu reden.

TOM HEINEMANN: Sie unterschrieben ein Dokument mit dem sie versprachen, über Scientology nicht schlecht zu reden.

JESSE PRINCE: Sie sagen es.

TOM HEINEMANN: Warum?

JESSE PRINCE: Gut, als ich diese Dokument unterschrieb wurde ich von Scientology als Gefangener in Gilman Hot Spring in Kalifornien festgehalten. Unter Bewachung, bewaffnete Wachen, Videoüberwachung, Sicherheitssysteme. Und ich wurde dort solange festgehalten bis sie eines Tages kamen und sagten: "Du kannst gehen. Alles was du zu tun hast, ist dies zu unterzeichnen". Ich las es gar nicht, unterzeichnete es nur gerade. Meine Frau las es auch nicht, sie unterzeichnete es und wir gingen weg.

TOM HEINEMANN: Sie erzählten uns, dass sie zahlreiche Todesdrohungen erhielten. Wo kamen ihrer Meinung nach diese Drohungen her?

JESSE PRINCE: Um, ich bekam mindestens fünf, fünf oder sechs Todesdrohungen. Ich weiss genau, wo sie herkamen. Sie kamen von der höchsten Führung von Scientology, die Privatdetektive für die psychologische Kriegsführung gegen ihre Kritiker bezahlt.

TOM HEINEMANN: Das ist eine schwere Beschuldigung.

JESSE PRINCE: Aber sie ist wahr.

ARON MASON (Untertitel--"Aron Mason, Scientologe"): Nein, es wurden keine Todesdrohungen gegen Jesse Prince gemacht, im Gegenteil, Jesse Prince bedrohte das Leben von Scientologen und das ist einer der Gründe, warum wir fühlten ihn ernst nehmen zu müssen, weil andere Leute, die Drohungen machten, diese manchmal ausführten und tatsächlich mit Schusswaffen in unsere Kirchen kamen. Und es ist diese Art von Extremismus, der durch, uh, der durch die Sensationssucht gefördert werden kann.

TOM HEINEMANN: Warum denken sie denn, dass das FBI Jesse Prince unter Beobachtung hält?

ARON MASON: Das habe ich zuvor noch nie gehört und ehrlich, ich glaube das nicht. Ich denke, es ist ein weiterer Teil von Jesse Princes Fantasie. Ich glaube, es ist unglücklich, dass das die Richtung ist, die er meint gehen zu müssen.

TOM HEINEMANN: Wenn sie ins Internet sehen, können sie sehr viele ehemalige Scientologen entdecken, die Worte gebrauchen wie "Scientology Kills", "Gehirnwäsche" und so weiter. Machen sie nicht genau dasselbe, das sie Scientology anlasten?

JESSE PRINCE: Gut, ich kann kaum verstehen wie ich das machen sollte indem ich meine Meinung äussere und erkläre, was meine Erfahrungen waren. Und dann auch, ich etwas gegen die Ex-Scientologen einzuwenden, die "Scientology Kills" sagen, ganz offen, es sind die Leute die nie in Scientology waren oder je zuvor davon hörten, die diese Dinge sagen. Und das ist die Art wie sie empfinden, begründet auf dem was sie gelesen haben und wie sie es nun verstehen, wie Scientology überall wirklich ist. Nach meinem Verständnis kam das nicht wirklich von Ex-Scientologen; es kam genau von gewöhnlichen Leuten, die etwas über Scientology und die durch sie getöteten Leute herausfanden.

TOM HEINEMANN: Warum sollten sie das tun?

JESSE PRINCE: Weil es ein Krebs in der Gesellschaft ist. Es ist eine Krankheit womit, wie sie wissen, junge, idealiostische Leute in Scientology gebracht werden; sie sind von ihren Familien getrennt. Alles was sie möglicherweise besitzen können oder mit dem sie ausgestatten sind wie Kredite, um, Treuhandvermögen oder was auch immer, wird ihnen von Scientology genommen. Sie nehmen von anderen Leuten enorme Geldbeträge auf.

ARON MASON: Wir begannen nicht mit diesem Konflikt mit Jesse Prince. Während Jahren war er - ging er seinen Weg, wir gingen die unsrigen. Er betrachtete sich selbst als Scientologe; wir schätzten uns glücklich, ihn zu haben, ob er zur belegschaft gehörte oder nicht. Um, aber wir wünschen keinen Streit mit Mr. Prince, und wir sagten nur offen alles über ihn in dem Grad, in dem wir uns selbst verteidigen mussten. Und das ist, das ist die Realität.

TOM HEINEMANN: Für einen Aussenseiter wie mich, zum Beispiel, erscheint es wie eine Welt voller Hass.

JESSE PRINCE: Gut, das hängt davon ab, von welcher Welt sie nun sprechen - die Welt von Scientology selbst ist eine Welt voller Hass. Um, von meiner allerersten Erfahrung in Scientology, ich - lernten wir von Leuten, die keine Scientologen waren, als von "raw meat", "wogs", ein Ausdruck mit der Bedeutung "Worthy Oriental Gentleman", der keine Ahnung von sich selbst, Spiritualität oder ähnlichem hat. So lernen sie von Beginn weg, durch die Verbindung mit Scientology, andere Leute herunter zu machen.

TOM HEINEMANN: Ja, aber ich meine auch den Hass von ehemaligen Scientologen oder, wie sie sagen, Leute die überhaupt nie Mitglieder von Scientology waren. Es ist ein äusserst hasserfüllter Krieg, der zwischen diesen beiden Gruppen stattfindet.

JESSE PRINCE: Ja, gut, die Leute sind erzürnt, dass innerhalb einer freien Gesellschaft etwas auftreten kann, was durch eine Regierung als Religion zugelassen ist und als eine der Mafia ähnliche geheimdienstliche Organisation wirksam ist und Terror ausübt.

TOM HEINEMANN: Während ihrer Zeit in Scientology besuchten sie mehrmals Dänemark. Was war der Zweck dieser Besuche?

JESSE PRINCE: Bei einem meiner ersten Auslandaufträge musste ich hierher kommen und Missionhalter erpressen - Missionhalter sind Leute, die kleine Franchisen und Lizenzen zur Benutzung von Scientology haben - die Geld angehäuft hatten. Ich wurde zusammen mit einer Gruppe von ranghohen Leuten hergeschickt, die immer noch in Scientology sind, um von ihnen ihr Geld zu erpressen und das Geld an uns zu nehmen und entweder an Banken in Liechtenstein oder auf Zypern zu überweisen, die ausgesucht wurden weil in Amerika eine wirkliche Bedrohung bestand, dass das IRS, der Internal Revenue Service, bei Scientology eine Razzia durchführen und die Bankkonten beschlagnahmen könnte.

TOM HEINEMANN: Dann sammelten sie also Geld in Dänemark, das nicht auf die offiziellen Konten in Dänemark überwiesen wurde?

JESSE PRINCE: Nein. Um -

TOM HEINEMANN: Damit brachen sie eigentlich auch die dänischen Gesetze?

JESSE PRINCE: Sicher.

TOM HEINEMANN: Geht das, nach ihrer Kenntnis, immer noch weiter?

JESSE PRINCE: Absolut. In Scientology ändert sich nie etwas. Durch ihren eigenen Charakter und ihre Vorschriften ist sie unfähig, sich zu ändern.

ARON MASON: Um zu den Anschuldigungen über die Finanzen der Kirche zu kommen, Mr. Prince, der während nahezu 15 Jahren nie in einer verantwortlichen Stellung in der Kirche war und der auch nicht länger als 7 Jahre für Kirche arbeitete, ist, uh, äusserst trügerisch. Er ist nicht in irgend einer Stellung, um informiert zu sein.

TOM HEINEMANN: Vor diesem Interview gab uns Scientology äusserst persönliche und, ich würde sagen sehr einschüchternde Akten über sie. Warum machen die das?

JESSE PRINCE: Nochmals, das wird aufgrund der Ratschläge vom Gründer von Scientology, L. Ron Hubbard, gemacht um eine Kritiker oder jemand, der Scientology nicht zustimmt, zum Schweigen zu bringen. Sie bekommen intime Informationen über die Person oder sie erdichten Informationen, die bei der Person Angst erzeugen werden und sie dem Schweigen unterwirft.

ARON MASON: Jesse Prince versuchte, sich in eine Position zu erheben, von der aus er den moralischen Charakter, die Natur von Scientology kommentieren kann. Und, und dafür, da wir fühlten, dass es angebracht war über seinen moralischen Charakter zu sprechen, weil er das in Frage stellte indem er sagte "Ich bin eine Autorität auf dem Gebiet von Scientology". Um, diese Erklärungen, die wir verbreiteten, oder die verbreitet wurden, um, waren von ihm, normalerweise, und geben unglücklicherweise den Charakter wieder, den heute Jesse Prince hat. Weil er im Wesentlichen in seine alten Wege zurückfiel, die Wege auf denen er vor Scientology war.

TOM HEINEMANN: Für mich als Däne erscheint alles sehr amerikanisch, vieles, über das sie heute gesprochen haben. Funktioniert das auch in Dänemark so?

JESSE PRINCE: Ja, genau so ist es, wenn auch auf einer unterschiedlichen Stufe. Es passierte in Dänemark. Die Leute wurden hier terrorisiert. Ich kam selbst als Scientologe hierher und terrorisierte die Missionshalter, wie ich bereits früher gesagt habe. Ich werde ein wenig ausführen, was genau geschah. Diese Leute wurden mit dem falschen Versprechen zusammengerufen, dass sie eine neue und wundervolle Anweisung über die neue Ziele der Ausbreitung von Scientology erhalten würden. Und als sie dann alle in den Raum gebracht wurden, wurden die Türen verschlossen und sie wurden während Stunden angeschrien und es wurde von ihnen verlangt, jedes schlechte Ding, das sie machten, aufzuschreiben. Dann wurden sie fotografiert, genau so wie Kriminelle - Verbrecheraufnahmen, von vorne und als Profil von der Seite. Sie wurden mit dem Scientology E-Meter verbunden und sämtliche ranghohen leitenden Angestellten von Scientology quetschten sich um die Person und schrien sie gleichzeitig an, sie nennen das "gang-bang sec checking". Und dann wurde von ihnen verlangt, auf alles zu verzichten, ihre Bankkonten aufzulösen, ihre Scheckhefte zu zücken und ihre Bankkonten zu leeren, dann wurde dieses Geld genommen - whoosh - schnellstens, und nach Liechtenstein oder Zypern verfrachtet. Und, um, das läuft immer noch so.

TOM HEINEMANN: Auch in Dänemark?

JESSE PRINCE: Ja. Und - darüber spreche ich ja gerade; es geschah in Dänemark. Es passierte hier in Dänemark. Als ich das erste Mal herkam, war es das was ich hier zu tun hatte.

TOM HEINEMANN: Wo genau? Erinnern sie sich?

JESSE PRINCE: Ja, es war im Northern Hotel.

TOM HEINEMANN: An der Vesterbrogade in Kopenhagen?

JESSE PRINCE: Ja, und es dauerte vier Tage - nicht erlaubt heim zu gehen, nicht erlaubt zu duschen. Die Türe war verschlossen. Und viele von Ihnen - wissen sie, als - sie kamen fröhlich und lächelnd herein, dachten darauf vorbereitet zu sein etwas herauszufinden, als sie weggingen sahen sie aus wie der Tod.

TOM HEINEMANN: Scientology sagt, dass sie einige vertragliche Verpflichtungen verletzen wenn sie Scientology kritisieren und dass sie nicht wünschen, sich mit ihnen zu treffen, wie sie sagen, da sie vor über 10 Jahren die Organisation verliessen und sie von allen ihren Pflichten entbunden wurden.

JESSE PRINCE: Gut, wie sie wissen, ist das die allgemeine Parteilinie. Scientology erfindet Ausreden für jeden Mangel, den sie aufweisen könnten oder jede Art von Entschuldigungen, die plausibel erscheinen mögen. Wir wissen jedoch, zumindest ich erlangte das Wissen und Verständnis seit ich von Scientology weg bin, ich realisierte und erkannte erneut, dass die Leute menschlich sind, dass die Leute Fehler machen. Scientology geriete jedoch sehr stark in Bedrängnis, wenn sie Fehlern zugeben sollte.

ARON MASON: Das erscheint als eine von diesen Sachen, die er nun auftischt, abgesehen davon, dass er nun wie er selber sagte Geschichten über uns verbreiten will bis wir ihm einen hohen Geldbetrag auszahlen. Während Jahren hatte er nichts Schlechtes über Scientology zu sagen und gab freiwillig gute Darstellungen über Scientology ab nachdem er wegging; um, und dann geriet er in finanzielle Schwierigkeiten und sagte, er würde nun beginnen etwas mitzuteilen und das machte er.

TOM HEINEMANN: Scientology erklärt, ich zitiere: "Für Geld werden sie alles sagen".

JESSE PRINCE: Das ist ungeheuerlich, aber Scientology ist in der Lage, jederzeit und wann sie wollen auf meine Bankbelege zuzugreifen und nachzusehen, wie ich mein Geld ausgebe und woher mein Geld kommt. Und sie vermuten deshalb, das es von diesem oder jenem kommt. Bevor ich jedoch begann mich gegen Scientology zu äussern, ich musste früher in einigen Unternehmen und Situationen, in denen ich steckte, Konkurs erklären. Ich gründete jedoch ein neues Geschäft; ich war eigentlich Kunsthändler und handelte mit Kunstwerken. Und es lief eigentlich recht gut mit diesen Geschäften. Dann begann ich meine Meinung über Scientology zu äussern und sie gingen herum zu allen meinen Geschäftspartnern und Unternehmen und Personen und versuchten, diese zu geringschätzigen Aussagen über mich zu bewegen oder irgendwelche empfindliche Informationen oder sonst etwas zu finden, um mich damit zu belasten.

ARON MASON: Wir wollen nicht in die Situation kommen, über diese Angelegenheit zu reden, aber wir müssen uns selbst verteidigen und dazu wurden wir gezwungen, teilweise aufgrund der von ihm erhobenen Beschuldigungen. Wir begannen diesen Konflikt mit Mr. Prince nicht. Wir machten nicht - wir wollen nicht im Streit mit Mr. Prince stehen. Wir machten keine Anschuldigungen gegen ihn; er machte Anschuldigungen gegen uns und wir wurden zur Antwort gezwungen.

JESSE PRINCE: Ihr klagt nicht wegen eigentlichen Angriffen, ihr klagt um eine Person finanziell völlig zu ruinieren und zu vernichten. Und selbst eine Person der Mittelklasse oder der gehobenen Mittelklasse kann es sich nicht leisten mit einer Organisation zu kämpfen, der über eine Milliarde Dollars zur Verfügung steht. Und unglücklicherweise kann in vielen Ländern das Recht gekauft werden.

ARON MASON: Mr. Prince kann soviel kritische Dinge sagen wie er zu sagen wünscht. Unsere Angelegenheit mit ihm ist, dass er vertrauliche Informationen enthüllt. Aber wir lieben es auch nicht, uns mit dem Verklagen von Leuten zu beschäftigen. Wir verklagen niemanden, wenn es sich vermeiden lässt.

TOM HEINEMANN: Können sie den Grund nicht auch im eigenen Verständnis von Scientology sehen - sie behaupten, eine Religion zu sein und sie kämpfen, sie als Religion zu erhalten; sie kämpfen um ihr Recht, darüber so zu denken wie sie denken.

JESSE PRINCE: Gut, wissen sie, ich bin sicher dass dort ein klein wenig davon mitspielt, jedermann hat die Freiheit, die Freiheit zu denken, an das zu glauben was sie wollen. Aber wenn es die Grenze von wirklich sterbenden Leuten oder eingeschüchtert zu werden überschreitet oder, wie sie wissen, Privatdetektive auf sie angesetzt werden oder, wie sie wissen, an die Nachbarn in der ganzen Umgebung Informationen verbreitet werden wie diejenigen, die sie über mich erhielten, nur gerade zur Einschüchterung - das überschreitet die Grenzen. Sie können glauben was sie wollen, aber ihre Handlungen müssen mit den Gesetzen, Sitten und Regeln des Landes übereinstimmen. Und Scientology ist dazu nicht unbedingt bereit.

TOM HEINEMANN: Sie waren während 16 Jahren dabei. Ist Scientology eine Religion?

JESSE PRINCE: Nein, beim besten Willen nicht, Scientology ist keine Religion. Eigentlich ist meiner Meinung nach der grösste Teil von Scientology , ich würde sagen 70% von Scientology, als Geheimdienst aufgebaut - Geheimdienstaktionen wie sie in den 50ern während der Ära des kalten Krieges praktiziert wurden, was der Mentalität von L. Ron Hubbard entspricht.

[END]

Real Video verfügbar:
     <http://www.net-produktion.dk/scientology/web-tv.html>