La nuova Sardegna

Cagliari, Freitag den 26. März 1999, S. Emanuele

AUFSEHENERREGENDE ERMITTLUNG

Angeklagt ist die Scientology Kirche.
Digos ermittelt nach der Anzeige der Eltern eines 20-jähriges Selbstmörders.

CAGLIARI. "Clear" sein, sauber sein. Die Emotionen kontrollieren zu können, sich vom geistlichen Abfall des alltäglichen Leben zu befreien. Für die Laienpriester der Scientology Kirche ist das Ziel griffbereit: es genügt die Bücher des Dianetiks Gründer Ron Hubbard zu lesen. Nachher muss man auf einem sorgfältig abgezeichneten Reinigungs-Weg weitermachen. Auf der Welt gibt es Millionen von mehr oder weniger Jungen, die der Kirche beigetreten und von den erreichten Resultaten begeistert sind. Aber, trotz der Erfolg, Scientology hat eine Spur von Gerichtsverfahren, Zivilklagen, Polemiken und viele Selbstmorde hinterlassen.

Der letzte ist der eines 20jährigen Junge aus Cagliari, Roberto D., der sich aus einem Fenster vom 8. Stock stürzte um seinem Leben auf schlimmste Weise ein Ende zu bereiten. Er hatte sich Scientology angeschlossen, hoffte dass die Kirche von Hubbard ihm helfen könnte seine Unsicherheiten zu beseitigen. Es war März 1997. Jetzt wurde über diese stille Tragödie ein Gerichtsverfahren eingeleitet, das fürs Archiv bestimmt scheint. Es wird von der Digos geführt, die schon eine Serie von Hausdurchsuchungen am städtischen Sitz der Scientology Organisation an der Sonnino Strasse und in privaten Wohnungen durchgeführt hat. Der Anwalt Mario Canessa, im Auftrag der Familienangehörigen, lieferte dem Staatsanwalt Guido Pani wichtige Dokumente und Zeugenaussagen.

Es gibt auch einige Straftatbestände, an denen die Ermittler arbeiten: Ausnutzung eines Handlungsunfähigen und Erpressung. Schwerwiegende Annahmen, die ein ganz anderes Licht auf die Aktivitäten von Hubbard's Anhängern werfen. Im Moment weisst man noch nicht mehr darüber, und der Anwalt Canessa war selbst überrascht als diese Nachrichten in einer Morgen-Zeitung erschienen. Seit Jahren öffnen und schliessen die Staatsanwaltschaften in Italien Aktenbündel über Scientology. Seit Jahren spricht man auch von Jungen die in ein psychische Abhängigkeit gezwungen werden, die bereit sind, die Dianetics Kirche mit allen Mitteln zu finanzieren und damit ihr eigenes Leben zu ruinieren. Die Kritiker sagen, dass Scientology weltweit ein riesiges Vermögen durch das Ausbeuten der Schwäche seiner Mitglieder gewonnen hat. Männer und Frauen die zu allem bereit sind um die Barriere ihrer Ängste zu überwinden. Aber bis heute konnte noch kein Gericht eine Verbindung zwischen der Aktivität der Proselytenmacherei von Scientology und den Folgen dieser Aktivitäten beweisen. Nicht weniger mit den Selbstmorden, die sich in fast regelmässigem Takt in jeder Ecke der Welt folgen.

In Sardinien kann man sich an einem Fall in Nuoro erinnern, in den 80er Jahre, als sich eine junge Frau das Leben nahm. Die Scientology Mitglieder mussten bezahlen um sich einzuschreiben und die Kurse besuchen zu können (Scientology wurde als eine "Vereinigung für das Predigen, die Praktik und die Verbreitung der Religion basiert auf den Dianetics Büchern von Ron Hubbard" beschrieben). Die Anfangsspende war - gemäss der Ansa Agentur - 90'000 Lire ohne den "empfohlenen" Kauf von drei Büchern. Dazu folgten später immer grössere Geldforderungen.

Übersetzung durch Luigi Bianchi