Attentate in Schweden

29. Oktober 2001

Freigesprochener gesteht Mord an Olof Palme

Stockholm. - Der als Mörder von Olof Palme verurteilte und dann wieder freigesprochene Schwede Christer Pettersson hat sich in einem Zeitungsinterview nun zum Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten 1986 bekannt. "Ich habe geschossen", sagte der heute 54-Jährige. "Aber sie werden mich niemals überführen. Die Waffe ist weg", erklärte der alkoholkranke Drogenabhängige. Lisbet Palme hatte sich letzte Woche erstmals öffentlich zu dem Attentat geäussert. Sie sei sich sicher, Pettersson in der Gegenüberstellung richtig als Täter identifiziert zu haben, auch wenn die schwedischen Gerichte ihr nicht geglaubt hätten, sagte die Witwe des populären Sozialdemokraten. (SDA/AFP)

Schwedisches TV Kanal 4
"Der Bombenleger"

7. Januar 1998
[ Erklärungen in Klammern ]

"Schweden - Schauplatz von Verbrechen"

Die Serie zeigt die klassischen schweren Verbrechen in der Geschichte Schwedens. Damit soll das Erscheinungsbild des Bösen aufgezeigt und eine Antwort auf die Frage gesucht werden:

Wer begeht Verbrechen, und warum?
1982 wurde auf die Villa des schwedischen Staatsanwalts Denckert ein Bombenanschlag verübt und dabei sein Schwiegersohn getötet.

1983 wurden mehrere Stockwerke im grossen Gebäude der Steuerverwaltung durch eine Bombenexplosion zerstört.

Später im Jahr 1983 wurde auf das Gebäude eines Betreibungsamtes ein Bombenanschlag verübt.

Im Dezember 1983 wurde einer der Hauptverdächtigen, der Scientologe Hannu Hyttinen, in seiner Wohnung in Stockholm durch eine Bombe getötet. Er war zuvor im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen verhaftet worden, musste aber wieder entlassen werden da die vorliegenden Beweise für eine Verurteilung nicht ausreichten.

Das GO [Guardians Office - heuted OSA - Office of Special Affairs des Scientology Kults ] in Stockholm besuchte ihn nach seiner Verhaftung und befragte ihn unter Anwendung des Scientology E-Meters. Das geschah in Zusammenarbeit mit einem Polizisten, der daraufhin vom Dienst suspendiert wurde.

Hyttinen arbeitete für das GO wie auch für die CCHR [ Citizens Commission for Human Rights - eine Scientology Tarnorganisation ] und besuchte Kurse bei Scientology. Hyttinens Freund in der CCHR, Lars Tingström, wurde für diese Verbrechen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, er bestritt jedoch seine Beteiligung bis zu seinem Tod im April 1993.

Tingström behauptete, dass es der Scientologe Hyttinen war der die Bomben herstellte. In der letzten durch seinen Anwalt festgehalten Stellungnahme sagte Tingström, dass er auch wusste, wer den schwedischen Premierminister Olof Palme 1986 ermordet hatte. Tingström und Hyttinen waren beide Freunde des Hauptverdächtigten für den Mord an Palme, Christer Pettersson.

Der Prozess gegen Christer Pettersson im Fall Palme wurde kürzlich wieder aufgenommen.

Bericht von Birgitta (Dagnell) Harrington, Ex-Scientologin


Hier die bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen von Birgitta (Dagnell) Harrington:

Diese schmutzige Geschichte ist eine schriftliche Aufzeichnung meines im letzten Jahr verstorbenen Ehemannes Joe Harrington. Es müssen noch viele Details nachgetragen werden, da Joe nicht mehr die Zeit fand um sie vollständig abzuschliessen. Sie beruht auf der Befragung von mir, meinem Tagebuch und Zeitungsausschnitten. Ich zweifelte erst sehr, ob ich es posten sollte, aber ich glaube nun, dass dies erzählt werden muss.

Ich verstand nicht wirklich, wie viel ich wusste und dass CoS sich durch meine Erinnerungen und mein Tagebuch bedroht fühlen könnte, bis ich mit dieser schriftlichen Aufzeichnung der Ereignisse zurückschaute. Den Brief von Hyttinen an seine Mutter, den er einige Tage vor seinem Tod schrieb, werde ich separat posten.

Bid


"Debrief"

Im März 1980 liess der schwedische Hauptstaatsanwalt Erik Osterberg eine Reihe von Polizeirazzien bei der Scientology Kirche von Malmö durchführen, wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung. Der "Treasury Secretary" B. Wiberg wurde verhaftet. Im Verlaufe eines Gesprächs innerhalb des GO wurde gesagt, dass er der Polizei einige Dinge gestanden hatte und er ausgequetscht wurde. Tägliche Berichte über seine Geständnisse fanden ihren Weg zum GO in Malmö. Einige Tage später berichteten die Medien, dass eine Sicherheitswache im Polizeidepartement, P. Duttlinger, ein Scientologe war.

Als Reaktion auf die Geständnisse von Wiberg fabrizierte GO gefälschte Belege des eingenommenen Geldes, "religiöse Dienstleistungen" nachweisend. Die GO Büros in Malmö und Stockholm hatten "Tresorräume" für gesammelte sensible Daten, welche möglicherweies in die Hand der Polizei fallen konnten. In der Folge der Untersuchung wegen Steuerhinterziehung erklärte die "Scientology Kirche von Schweden" 1986 den Konkurs, nachdem durch das Finanzamt Steuerrückstände für drei zurückliegende Jahre eingefordert wurden.

1981 suchte Hannu Hyttinen Hilfe vom CCHR-Chapter in Stockholm. Er war als Patient in einer Nervenklinik in Finnland und auch im Karsudden-Hospital in der Stadt Katrineholm in Schweden. Es ist unklar was seine anfängliche Absicht war. aber er anerbot sich dem CCHR bei ihren Aktionen gegen Karsudden zu helfen. Karsudden ist hauptsächlich eine Klinik für schwerere Fälle, etwa Psychopathen.

Hyttinen erzählte Birgitta, dass er 1981/1982 während einem Treffen in Karsudden einen Vorsitzenden abgehört hatte. Er machte dies während seiner dortigen Anwesenheit als Agent des CCHR, eine offizielle Nachforschung durchführend. Birgitta kannte Hyttinen während dieser Zeit, er war gegenüber jeder Art von Psychologie, Psychiatrie, Sozialarbeit oder staatlichen Institutionen äusserst feindselig.

R. Sjogren war damals Leiter des CCHR-Chapters. Er sass innerhalb von GO Stockholm im PR-Zweig.

Hyttinen wurde durch Sjogren als gefährlich erachtet und er warnte Birgitta einmal, sich bei ihm aufzuhalten als Hyttinen ihr seine Wohnung anbot um über Nacht zu bleiben. Während jener Zeit lebte er dort mit einem anderen Mann zusammen. Sjogren erklärte nicht, warum er Hyttinen für Birgitta als gefährlich hielt.

Auch Lars Tingstrom war ein CCHR Aktivist, Freund und Angestellter von Hyttinen, der eine kleine Reparaturfirma hatte. Es ist möglich, dass er der Mann war, der sich bei ihm in der Wohnung aufhielt.

Die CCHR Stockholm wurde hauptsächlich durch Sjogren und M. Nyman, der heute OSA-Staff ist, zusammengestellt. Sie rekrutierten interessierte Leute wie Hyttinen und R. Wersocki-Lind, die schon seit langem Scientologen gewesen waren. Er betrieb eine Schlosserei, arbeitete ebenso für das Flag Service Consultant Office wie auch für das GO. Bevor er sich Scientology anschloss wurde er wegen Bankraub verurteilt. In einer Erklärung an Birgitta meinte er, dass er im Verfahren auf Bewährung verurteilt wurde, weil er sagte, dass er durch Scientology verändert wurde.

1983 wurde durch L. Nordstrom und B. Strandman in Stockholm ein privates Detektivbüro "Detecta Info Consult" eröffnet. Beide wurden 1982 aus dem Guardians Office rausgeworfen, führten jedoch mit ihrem Unternehmen ihrer Arbeit für das GO und später für OSA weiter. Die Firma besteht heute noch. Sie eröffneten auch die Firma "Inventor Trading", die auf elektronische Ausrüstungen spezialisiert ist.

Die Hauptaktivitäten des CCHR konzentrieren sich in Richtung der Schliessung von psychiatrischen Kliniken, durch Untersuchungen und dem Aufdecken von durch Psychiater begangenen Missbräuchen. Der Name des GO Programms war "Psychs Behind Bars" (Psychiater hinter Schloss und Riegel). Während Birgitta andere PR-Aktionen durchführte konzentrierte sich Sjogren hauptsächlich auf seine CCHR Kampagnen.

Während diesem Jahr ernannte der schwedische Premierminister Olof Palme ein aus wissenschaftlichen Experten zusammengesetztes Komitee, das die Anwendung hoch dosierter Vitamine und den "Purification Rundown" ins Auge fassen sollte.

Im Juli 1982 erfolgte ein Bombenanschlag auf die Villa des schwedischen Staatsanwalts Denckert, bei dem sein Schwiegersohn getötet wurde.

Im Dezember 1982 geschah es dann, dass viele Mitarbeiter des Guardians Office durch eine "Ethics" Mission rausgeworfen wurden. Zuvor fand im Nordland Hotel in Stockholm ein Treffen statt, allen GO Mitarbeitern wurde die Teilnahme befohlen. Guillaume Lesevre, Jesse Prince und Ray Mithoff waren einige der Missionäre. Dem GO wurde beigebracht, dass sie 'out-ethics' waren und die meisten der Go Mitarbeiter ihre Posten zu verlassen hatten. Nach diesem Treffen blieben einzig vier Mitarbeiter im GO von Schweden: Sjogren (Stockholm), Birgitta (Malmö), A. Dysholm (Göteborg) und M. Persson (Narconon Malmö).

Im Februar 1983 wurden mehrere Geschosse im grossen Gebäude des Finanzamtes durch eine Bombe zerstört. Kurz vor der Explosion wurde Hyttinen und ein in Elektronik ausgebildeter Scientologe im Gebäude gesehen.

In dieser Zeit wurden die Guardians Offices in Europa durch CMO Missionen geschlossen.

82 der GO Mitarbeiter wurden nach Kopenhagen ins DPF geschickt. Birgitta macht im März den Abschluss und wurde dem neuen "Office of External Affairs" für Europa in Malmö zugewiesen nachdem sie den Sea Org Vertrat unterzeichnet hatte. Da sie es ablehnte für sämtliche Angelegenheiten des neuen Büros in Europa verantwortlich zu sein, wurde bald darauf Birthe Held als neuer Chef für Europa gewählt. Birgitta war nun hauptsächlich dafür besorgt, die schwedische Org in Malmö wieder aufzubauen, welche nahezu zusammenbegrochen war nachdem eine in die Org geschickte "Ethics" Mission die Mitarbeiter und allgemeinen Scientologen vertrieben hatte.

Ebenfalls um diese Zeit schickte das Finanzamt zwei Vertreter in die Org von Malmö um die Buchhaltung zu überprüfen. Sjogren kam aus Stockholm um ihnen zu helfen.

Im April wurde Birgitta nach Los Angeles geschjickt um die aus Scientology Führern zusammengesetzte "Special Unit" zu orientieren. Es waren auch Anwälte der Kirche anwesend. Unter ihnen waren Alan Cartwright und Henning Heldt. Birgitta orientierte sie über das Palme Komitee und Gegner der Scientologen in Schweden. Nachdem sie einige PR Arbeit im Guardians Office und für die Anwälte machte wurde sie zurück nach Malmö geschickt.

Im August 1983 erfolgte ein Bombenanschlag auf das Gebäude der Steuereinzugsbehörde in Nacka bei Stockholm.

Kurz danach, am 13. September, wurde Hyttinen wegen den Bombenanschlägen verhaftet. Die Verhaftung wurde von Sjogren ernst genommen, der über eine mögliche Bedrohung von Scientology besorgt war, als die Polizei Hyttinen für zwei der Bombenanschläge verdächtigte. In seiner Funktion als Case Officer hatte Sjogren in der Polizei von Stockholm einen Polizeibeamten namens Oberg angeworben. Mit seiner Hilfe konnte er erreichen, Hyttinen in seiner Zelle zu besuchen und mit ihm einen Sec-Check am E-Meter durchzuführen. Sjogren erzählte später Birgitta. das E-Meter habe gezeigt, dass Hyttinen bezüglich der Bombenanschläge sauber war.

Zur gleichen Zeit war Kerry Gleeson, der zurückgetretene ehemalige International Executive Director of Church of Scientology, in Stockholm. Birgitta sollte ihn "handhaben", aber nicht in direkten Kontakt mit ihm treten. Trotz diesem Befehl traf sie sich mit ihm in einem Cafe und führte mit ihm ein Gespräch, über das angebliche Ethics Program auf dem er war und über das neue Management und die neuen Squirrel Gruppen in den Vereinigten Staaten. Aufgrund des unberechtigten Treffens mit Gleeson wurde Birgitta einem Ethics Verhör unterzogen, wurde ihres Postens enthoben und hatte später ein Board of Investigation über sie.

Ungefähr zwei Wochen nach seiner Verhaftung wurde Hyttinen freigelassen, da die Polizei seine Beteiligung an den Bombenanschlägen nicht beweisen konnte. Birgitta zeigte sich damals nicht in der Org, wurde jedoch gezwungen, an nächtelangen "Ethics" Verhören im "FOLO" in Kopenhagen teilzunehmen. Sie wurde krank, kehrte nach Malmö zurück und verbrachte drei Tage im Spital. Missionäre der Sea Org wurden zu ihr nach Hause gesandt um sie aufzufordern, zum FOLO zurückzukehren. Birgitta weigerte sich. Als ihr Ehemann unter Druck gesetzt wurde, sich von ihr zu trennen, gab sie schliesslich nach und ging am 18. Dezember zurück zum FOLO. Sie wurde in den Nächten verhört, stand ständig unter Bewachung und all ihr Besitz wurde beschlagnahmt. Am 22. Dezember um 4 Uhr morgens waren die Verhöre beendet und sie wurde gezwungen eine eidesstattliche Erklärung zu unterzeichnen in welcher sie festhielt, "dass sie vor Squirrel Gruppen gewarnt wurde". Es wurde ihr auch befohlen, der Kirche fernzubleiben.

Am 23. Dezember 1983 wurde Hannu Hyttinen in seiner Wohnung in Stockholm durch eine Bombenexplosion getötet. In einem wenige Tage vor seinem Tod an seine Mutter geschickten Brief erwähnte er, dass er "Teil der Terrorgruppe von Scientology war". Er sagte auch, dass er um sein Leben fürchte, da die schwedische Polizei korrupt sei. Kurz nach seinem Tod wurde sein Freund Lars Tingstrom verhaftet und blieb bis Sommer 1984 im Gefängnis. In einem Presseartikel von 6. Juli 1988, gab Sjogren zu, nach der Explosion am gleichen Tag in der Wohnung gewesen zu sein.

Im April 1984 ersuchte Sjogren, der damals für OSA Stockholm und RTC arbeitete, Birgitta um ein Treffen. Dieses fand am 3. und 4. April am Zentralbahnhof in Stockholm statt. Sjogren erklärte, dass verschiedene Agenten in den "Squirrel" Gruppen platziert waren und dass die GO Aktionen im Vergleich mit den OSA Aktivitäten nichts waren. Er wurde von jemandem von RTC besucht, der ihn drängte Squirrels zu melden und mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Er forderte Birgitta auf eine seiner Agenten zu werden, so könne er RTC berichten sie würde mit der Kirche zusammenarbeiten. Birgitta wies das Angebot zurück.

Am 10.April wurde Stefan Sahlvall, ein sogenannter "Squirrel", von der Polizei auf dem Arlanda Flughafen in Stockholm verhaftet als er aus den US zurückkehrte. Das fand im Auftrag von Sjogren statt, der mit einem Polizeimann ein Abkommen traf, indem er diesem Teile aus dem PC-Ordner von Sahlvall als Beweismittel für Geldwäscherei aushändigte als Gegenleistung für angeblich gestohlenes OT-Material, welches bei der Verhaftung nicht bei ihm gefunden werden konnte.

An folgenden Tag begann ein weiterer "Squirrel", Todde Sahlen aus Göteborg, der Polizei und verschiedenen Zeitungen eine Reihe von Briefen zu schreiben welche aussagten, dass er sich durch Sjogren bedroht fühlte.

Bei einem weiteren Treffen mit Birgitta bestätigte Sjogren, dass er Sahlen umbringen könnte und dass der Zweck die Mittel heilige. Er sagte ihr, niemandem etwas davon zu erzählen.

Wegen dem Gerücht das Ziel von Steueruntersuchungen zu sein kontaktierte Birgitta im Mai 1984 die Polizei und bei einem Treffen wurde ein Brief vorgezeigt, in welchem A. Dysholm aus Göteborg sie gemäss den Protokollen einer Jahresversammlung als für die Finanzen der Malmö Organisation verantwortlich erklärte. Damals drohte der Organisation der Bankrott, falls nicht innert weniger Tage 98'000 SEK an das Finanzamt bezahlt wurden. Birgitta wurde der falschen Anschuldigungen nicht schuldig befunden und die Protokolle der Jahresversammlung erwiesen sich als gefälscht.

12. Juni 1984: Todde Sahlen wurde durch Sjogren, Wersocki-Lind und Nyman gehindert zur Arbeit zu gehen indem sie seinen Wagen mit ihren Wagen blockierten. Als die Polizei von Göteborg gerufen wurde alarmierte Sjogren die Polizei von Stockholm mit seinem Sprechfunkgerät. Diese erschien innert Minuten und übernahm den Fall. Sie drangen ohne Ermächtigung in das Haus ein, durchsuchten den Ort und beschlagnahmten Eigentum. Sahlen wurde in seine Firma gebracht, wo die Polizei all sein Geld und verschiedene Unterlagen konfiszierte. Später wurde er im Auftrag von Bezirksstaatsanwalt Stettler aus Stockholm verhaftet.

In der Nacht des gleichen Tages wurde Britt-Marie Mossberg von OSA Stockholm gesucht. Aus diesem Grund gingen sie zu ihrer Mutter und fanden heraus, dass sie bei Marie-Lousie Krusell zu Besuch war.

Sjogren, Wersocki-Lind und Nyman gingen zu Krusells Wohnung und versuchten dort einzudringen. Da die Polizei von Göteborg alarmiert wurde, sahen sich die drei Männer und weitere Scientologen gezwungen den Ort zu verlassen. Sie kehrten um 1 oder 2 Uhr zurück, schrieen auf der Strasse und Wersocki-Lind hatte einen Magnum Revolver. Wiederum wurde die Polizei gerufen, die stellte sicher, dass sie die Stadt verliessen.

Im Verlaufe des nächsten Tages wurde Sahlens Frau Renee zu einer polizeilichen Unterredung gerufen. Zusammen mit ihrer Freundin Chia erschien sie auf der Polizeiwache in Göteborg. Die Befragung wurde durch Staatsanwalt Stettler und den Polizeibeamten Oberg durchgeführt. Während der Befragung hörte man Oberg Sjogren anrufen, der nach Stockholm zurückgekehrt war, und ihm in sanftem und freundlichem Ton sagen, dass er die Belästigungen während dem Verlauf der polizeilichen Untersuchungen einstellen solle. Nachdem er aufgehängt hatte, sagte der Renee, sie soll nicht misstrauisch sein, er würde im Auftrag der Kirche handeln oder würde mit ihnen zusammenarbeiten. Am nächsten Tag wurde Todde Sahlen freigelassen. Später wurde er bezüglich der Anklagen als nicht schuldig befunden.

Seit Dezember 1983 kehrte Birgitta nie mehr in die Org zurück und im Juli 1984 erhielt Birgitta ihre SP-Erklärung.

Am 23. August orientierte ein Journalist Birgitta, dass er von zwei Scientologen wusste, welche in Drogenhandel verwickelt waren. Einer von ihnen war Julek Wersocki, der Bruder von Roger Wersocki-Lind. Sie würden dafür eine Scientology Firma genannt "Pro-Life" benutzen. Einige Tage später erwähnte er, dass ein Mitglied der Palme Kommission, Jan-Ove Hansen, ebenfalls darin verwickelt war.

Am 30. August, als sie bei ihrer Mutter in Stockholm weilte, rief Birgitta ihre Tochter ind Helsingborg an nachzufragen wie es ihre geht. Ihre Tochter erzählte ihr, dass Sjogren sie zuvor angerufen hatte. Birgitta rief Sjogren in seinem Büro an. Er verneinte ihre Tochter angerufen zu haben und sagte, dass es Leif Nordstrom von der Privatagentur "Detecta" war. Sjogren gab Birgitta die Teledonnummer von Nordstrom, die daraufhin die Agentur anrief. Nordstrom erklärte Birgitta, dass es einfach war an die Geheimnummer und die Adresse zu kommen, dies aufgrund der Tatsache, dass er Kontakte innerhalb der Telefongesellschaft hatte. Er fragte sie zweimal, ob sie nicht um ihr Leben fürchte. Birgitta fühlte sich bedroht und meldete die Angelegenheit der Polizei.

Eine polizeiliche Untersuchung über die Infiltration der Agenten von Scientology begann im September. Sie fanden heraus, dass Sjogren mit zwei Funksprechgeräten ausgerüstet war, die er sich bei der Polizei besorgte. Es wurde bekannt, dass die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und den Scientologen im Jahr 1980 begann, nach der Razzia. Der Polizeibeamte Oberg wurde aus der Polizei entlassen.

Am 28. Februar 1986 wurde Premierminister Olof Palme im Stockholm mit einer Magnum 357 erschossen, nachdem er gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn in einem Kino war.

Im Juli 1986 bestätigte Sjogren gegenüber Birgitta, dass er seinen Familienname geändert hatte.

Im April 1986 sagte Marie-Louise Krusell gegenüber Birgitta aus, dass sie wusste wer Palme getötet hatte. Zwölf Jahre später vernahm Birgitta, dass Krusell gestorben war. Das Todesdatum ist unbekannt.

Im November 1986 wurde der Anwalt Pelle Svensson von Lars Tingstrom wiederholt zum Gegenstand von Schikanierereien durch OSA International, welches ihn vor der Anwaltkammer mehrerer Rechtsmissbräuche beschuldigte. Er wurde zum 'zu handhabenden' Programm bestimmt, aufgrund seiner Aussagen besteht eine Verbindung zwischen den Bombenanschlägen, dem Palme Mord und Scientology.

Im Juli 1987 nahm Sjogren mit Brigitta Kontakt auf und erklärte ihr, dass er im März 1987 Scientology und die Sea Org infolge "out- ethics" (finanzielle Unregelmässigkeiten und 'out-2D') verlassen habe. Er wurde entweder nach Spanien oder Italien versetzt, zuvor wurde er von seinem Büro in Stockholm nach Flag geschickt.

Tingstrom hielt bis zu seinem Krebstod 1993 an seiner Aussage fest, dass es der Scientology Hyttinen war, der die Bomben herstellte.

Es war vorgesehen, den Fall Palme Ende 1997 wieder aufzunehmen. Eine Untersuchung die Magnum betreffend läuft immer noch.

Einer der Mordverdächtigen, Wersocki-Lind, war in die Vereinigten Staaten geflohen.

Ein weiterer ist B. Strandman von "Detecta".

Der Dritte, Christer Petersson, war ausserdem ein Freund von Hyttinen und Tingstrom.


"Kouvolan Sanomat" 24. Dezember 1983

Versuchte er eine Bombe herzustellen?

Ein Mann stirbt in Stockholm bei einer Bombenexplosion

Stockholm, (STT - TT)

Ein 39jähriger Mann, gebürtiger Finne, wurde am Donnerstag Morgen in seiner Wohnung in einem Wohnviertel von Tensta in Stockholm durch eine Bombenexplosion getötet. Die Polizei verdächtigt ihn, dass er in seiner Wohnung eine Bombe herstellte die versehntlich explodierte. Er war in Haft gewesen weil man ihn verdächtigte, für den Bombenanschlag auf die Steuereinzugsbehörde in Nacka bei Stockholm im August dieses Jahres [1983] verantwortlich zu sein.

Die Explosion verursachte grossen Sachschaden im Haus wie auch an Häusern in der Umgebung. Die Wohnung des getöteten Mannes wurde völlig zerstört und mindestens drei weitere Wohnungen so schwer beschädigt, dass ihre Bewohner andersweitig untergebracht werden mussten. Die Explosion ereignete sich am Donnerstag morgens kurz vor halbsechs Uhr.

Der getötete Mann machte bereits früher Erfahrungen mit Sprengstoffen. "Wir sind überzeugt, dass er am Bombenanschlag in Nacka beteiligt war und wir haben den Verdacht, dass er Pläne für weitere Sabotageakte in nächster Zukunft hatte", sagte Hauptinspektor Lennart Thorin, der Chef der Brandabteilung der Polizei.

Im Verlaufe des Herbsts drohte derselbe Mann Behörden und Privatpersonen mit Bombenanschlägen. Die Polizei beobachtete ihn und bereiteten eine Aktion gegen ihn vor als sich die Explosion erreignete, die sein Leben beendete.

Obwohl die Polizei sicher war, dass der Mann an der Explosion in Nacka beteiligt war, widersprach dem das städtische Gericht von Nacka. Nach 14 Tagen Haft wurde der Mann freigelassen, weil gemäss dem Gericht nicht genügend Beweise gegen ihn vorlagen und ihn deshalb das Gericht freilassen musste.

Die Bombe zerstörte die gesamte Etage der Steuereinzugsbehörde in Nacka. Der Sprengstoff war in Innern eines Kühlbeutels und er wurde entdeckt, als die Mitarbeiter im Büro das Ticken hörten. Es wurde die Polizei gerufen, die evakuierte das ganze Gebäude.

Als Sprengstoffspezialisten auf den Kühlbeutel schossen, explodierte der Inhalt und die gesamte vierte Etage wurde durch die Explosion zerstört.

Die Polizei hat auch den Verdacht, dass dies der gleiche Mann war der im Februar einen Bombenanschlag auf das Gebäude der Steuerbehörden in Stockholm verübte, bei dem eine weibliche Angestellte ums Leben kam.