1. Dezember 1998

Wieviel ist Lisa McPhersons Leben wert?

Geld ist alles, was das Leben von Lisa für Scientology bedeutet. Wieviel wird das neulich "zerknirscht" klingende Management von Scientology zahlen müssen, um den Fall Lisa hinter sich zu bringen? Wie hoch wird der Wert von Lisas Leben festgelegt werden? Das gegenwärtig gezeichnete Bild einer "weichen Seite" von Scientology ist nicht so wie es dargestellt wird - wie alles in Scientology - es ist nur eine weitere Tarnung der hinter der Fassade lauernden berechnenden Bosheit. Scientology bedeutet stets nur Geld und Übel. In der Tat, sie können sicher sein, dass Lisas Leben für Scientology nur sehr wenig bedeuten wird. Bereits die im Juni gemachten beleidigenden Schlichtungsvorschläge nähren die zahlreichen Gerüchte.

Nun liegen die Strafanklagen vor. Eine Menge schlechter PR, ein strafminderndes Teilgeständnis in Vorbereitung, Geldstrafen in der Höhe von 30'000 Dollars, einige Köpfe rollen und Scientology kehrt wieder zurück zum üblichen Tagesgeschäft. Allerdings ausgeschlossen, falls sie Scientology glauben, ein Fall wie der von Lisa wird sich im "geistlichen" HQ von Scientology im Fort Harrison Hotel in Clearwater Florida nie wieder ereignen. Richtig! Von nun an werden Fälle wie der von Lisa, und davon gibt gibt es viele, in ihren Folterkammern in der Wüste von Kalifornien behandelt, wo die Schreie nie gehört werden können. Dann kann sich Scientology mit den Familien der toten Mitglieder schnell und unauffällig einigen - die Veröffentlichung verbieten und so.

Genau Scientology, erinnert ihr euch an unsere beiden Treffen im Juni und Juli, als ihr mich gebeten habt "Ken Dandar den Geldhahn zuzudrehen" weil er sagte "er habe nichts zu verlieren"? Aus seiner Äusserung habt ihr geschlossen, er würde sich mit euch auf keine Schlichtung einlassen ausser wenn ihr ihn finanziell erwürgen könnt. Mein Treffen in Boston im Juni mit Rinder und Rathbun fand zwei Tage nachdem die beleidigenden Schlichtungsvorschläge und das multimediale Jammergeheul der Familie von Lisa und Mr. Dandar überreicht wurden statt.

Jetzt müssen wir uns an die letztwilligen Anweisungen von Fanny McPherson an Ken Dandar erinnern: "Ken, ich will dass du die ganze Welt wissen lässt, was Scientology meiner Tochter antat." Scientology, genauso will ich sie es wissen lassen, was ihr unzweifelhaft wisst, zu beurteilen nach meinen exzellenten Ausführungen an der Pressekonferenz, die ich gestern vor dem Pinellas County Kriminalgericht für eine grosse Vertretung der Presse hielt. Um dieses Ziel zu unterstützen, letzte Woche sagte ich der Familie von Lisa und Ken Dandar jede finanzielle Unterstützung zu, die nötig ist um Scientology schlussendlich für die beabsichtigte Bestrafung und die Lisa McPherson zugefügte Tortur zur Verantwortung zu ziehen. Mr. Dandar erhielt gestern einen weiteren Scheck über 100'000 Dollars.

Wie wird die Presse mit den erschreckenden und grässlichen Autopsiefotos verfahren, die noch nicht freigegeben wurden, jedoch das quacksalbernde "medizinische" Team von Scientology wie für Joseph Mengele arbeitende Schlächter aussehen lässt?

Wartet bis sich Scientologen auf der ganzen Welt davon überzeugen können, wie hervorragend man bei Flag - dem angeblichen Mekka der technischen Prefektion - Lisa "betreute"!.

Was mit Lisa geschah war kein Unfall. Es war genau das, was Hubbard beabsichtigte. Auf Tonbändern und in Büchern erzählte Hubbard oft Geschichten von grausamen "Implantaten", dazu bestimmt, ihre Opfer entweder in Geisteskrankheit oder sonst eine ernste Erkrankung zu treiben falls die Opfer versuchten, ihrem Einfluss zu entfliehen. Selbstverständlich waren diese Geschichten ein Deckmantel für ähnliche Sachen, die Hubbard seinen Anhängern zufügte.

Nicht ganz so offensichtlich ist, wie nahe Hubbard beim Entwickeln einer "real-life" Version dem kam, was sein Geschichtenerzählen beschrieb. Hubbards Scientology wurde dazu entwickelt, das Schlimmste von dem zu sein wovon er redete - ein "Implantat" mit der Absicht, seine Gastgeber entweder umzubringen oder in Geisteskrankheit zu treiben, falls sie versuchen es zu zerstören und es nicht richtig machen. Das war das Ziel dem er nachjagte. Die Erzählungen von Hubbard über Ereignisse auf "der gesamten Spur" beschreiben technologische Science-Fiction-Versionen von dem, was er raffiniert versuchte den Menschen der Gegenwart anzutun.

Wenn Hubbard in der Lage gewesen wäre davon zu hören, so hätte er mit hämischer Freude Beifall geklatscht über das was Lisa McPherson passierte. In ihrem Fall funktionierte sein Scientology "Implantat" genau so wie beabsichtigt. Sie entschied, dass Scientology ein Betrug ist. Sie versuchte, sich davon zu befreien. Als Reaktion wandte sich Scientology und ihr "Implantat" gegen sie und trieben sie in ernsthafte Geisteskrankheit. Die von Hubbard vorgeschriebene "Fürsorge" gewährleistete, dass sie starb. Ich wäre nicht im geringsten überrascht, wenn die "Tech" von Hubbard zum handhaben von "Psychotikern" voll beabsichtigt, einen qualvollen Tod herbeizuführen, um anderen ein Exempel zu statuieren, wenn einmal die verrücktmachende Seite des "Implantats" eingetreten war.

Bob Minton
In Occupied Clearwater
Changing the face of $cientology