David Lee/David Lebeau/Rob Clarke

NIGERIA TODAY ONLINE

Die wirkliche Geschichte über John Fashanus sogenannten Privatdetektiv

von George Noah

Montag 27. August  2000 

Der Mann mit vielen Identitäten, seine Verbindungen mit der Scientology Organisation, seine Anwerbung von John Fashanu und seine Intrigen mit der nigerianischen Regierung bei seinem Versuch, Bob Minton zu vernichten.

David Lee (alias Robert Clarke alias Ron Christopher), dessen wirklicher Name David Lebeau ist, ist ein Privatdetektiv, der in den vergangenen acht Jahren für die Scientology Organisation arbeitete. In diesem Bericht werden wir uns auf ihn als David Lee beziehen. Nachdem ihm der Auftrag zur Vernichtung von Bob Minton, einem pensionierten amerikanischen Investmentbankier, erteilt worden war, auf dessen Vernichtung die Scientology Organisation wie versessen aus ist, war es die erste Aufgabe von Lee, die Vergangenheit von Minton zu erforschen um herauszufinden, wo er verletzbar sein könnte. Lee fand bald einmal heraus, dass Mintons Firma 1988 bis 1993 eine Aktion zum Schuldenrückkauf für die Central Bank of Nigeria durchführte. Der Privatdetektiv und Agent von Scientology machte sich unmittelbar an die Arbeit, in der Hoffnung, eine für Minton unerfreuliche Angelegenheit auszugraben. Drei Jahre lang sammelte er Unterlagen für ein Dossier über Minton. Dies waren die Jahre, von denen Fashanu später behauptete, er habe sein eigenes Geld für die Untersuchung über diejenigen aufgewendet, die Nigerias Staatskasse plünderten!

Lee und Elliot Abelson

Tatsache ist, dass Lee persönlich den "Fashanu Report" zusammenstellte und gleichzeitig John Fashanu auf seine Lohnliste setzte - und nicht umgekehrt, wie der ehemalige Fussballer glaubhaft machen wollte. 

 

Auf eindringliche Empfehlung eines anderen Scientologen, Chief Rilwanu Lukman, der vorgibt ein gläubiger Moslem zu sein, rekrutierte Lee Fashabu als Speerspitze für die Attacke auf Minton. Journalisten die Fashanu über den Handel des Schuldenrückkaufs interviewten sind einhellig der Ansicht, dass Fashanu nicht fähig war eine vernünftige Diskussion über den Bericht zu führen, den er angeblich zusammengestellt hatte. 

Lee, der Chef von Fashanu, geht aussergewöhnlich gerissen vor um nicht als Scientologe erkannt zu werden, damit seine Tarnung nicht aufgedeckt wird. 

Lee hinter einer "Arnie Lerma" Maske

Darum erschienen die beiden Männer vor zwei Monaten nicht zum öffentlichen Forum über die Aktivitäten des Schuldenrückkaufs, organisiert vom Nigerian Democratic Movement an der Howard University. Beide behaupteten, dass ihre Anwälte ihnen rieten, nicht zu erscheinen! Dennoch flehten beide um die Aufmerksamkeit der Medien für die Intrige des Schuldenrückkaufs. Lee blieb stets im Hintergrund, wenn Fashanu von einem Medienhaus zum andern hüpfte. Lee war sich tatsächlich bewusst, dass am öffentlichen Forum ehemalige Scientologen erwartet wurden. Darum sein Entscheid, sich davon zu machen. Was Fashanu betrifft, so muss er sein geistiges Ungenügen erkannt und entschieden haben, weder sich noch seine Auftraggeber blosszustellen.

Mit der Rekrutierung von Fashanu, den er damals für den idealen Kandidaten für den Job hielt, erdachte sich Lee im April dieses Jahres einen Plan für die Medien um dem "Fashanu Report" die benötigte öffentliche Durchschlagskraft zu verleihen. Er bereitete ein Frage- und Antwort-Dokument vor und die beiden Männer machten sich ans Werk. Innert zweier Wochen begannen die Medien Interesse zu zeigen. Das nigerianische Schuldenrückkaufkomplott wurde bald in verschiedenen Londoner Publikationen zur Schlagzeile, so bei Africa Confidential, The Times, The Voice, New Nation und The Mirror. Kurz darauf folgten auch die nigerianischen Medien.

John Fashanu

Lee stellte sicher, dass Fashanu unter Überwachung gestellt wurde. Fashanu andererseits versuchte Lee damit zu überlisten, dass er für sich neue fixe und mobile Telefonanschlüsse einrichten liess um diskrete Telefongespräche führen zu können. 

 

Es ist anzunehmen, dass Fashanu entschieden hatte das Vorhaben aufzugeben, weil seine Glaubwürdigkeit und Beweggründe keiner Überprüfung standhielten. Doch gelang ihm dies scheinbar nicht, da auch über ihn ein Dossier angelegt hatte.

Irgendwann im Mai überraschte Lee Professor Bolaji Aluko in seinem Büro an der Howard University, indem er ihm die Aufnahme eines Gespräches abspielte, das Fashanu mit Ned Nwoko geführt hatte, einem Mitglied des Repräsentantenhauses.

Professor Bolaji Aluko

Lee war damals nahe daran, Fashanu sitzenzulassen, weil der Ex-Fussballer zur Belastung wurde. Er ahnte, dass es eine Gratwanderung war seine ganze dreijährige Arbeit an einem Mann festzumachen, dessen Glaubwürdigkeit täglich schwand. Er machte Aluko klar, dass Fashanu nicht vertraut werden könne. Er sagte, Fashanu sei wie ein entsichertes Gewehr. Fashanu näherte sich den Abachas in der Absicht, von ihnen Geld zu erpressen mit der Behauptung, der "Fashanu Report" enthalte Informationen die aufzeigen, dass sie Nigerias Geld gestohlen hatten. Die Abachas verlangten von Fashanu, dass dieser seine Behauptungen beweise, aber der ehemalige Fussballer konnte dies nicht, weil er seine Information nie aus erster Hand hatte. Fashanu "rekrutierte" auch Ned Nwoko als jemand aus der Umgebung des Präsidenten, der die Strafverfolgung von Minton erleichtern könnte. Lee fand jedoch durch seine geheime Bandaufzeichnung von Fashanu und Nwoko heraus, dass Nwoko selbständig handelte und nicht im Auftrag des Präsidenten arbeitete.

Spürend dass der Aspekt Fashanu seine Nützlichkeit überlebt hatte und dass der Ex-Fussballer eher eine Belastung denn ein Gewinn war, begann Lee an seinem Plan B zu arbeiten. Als Präsident Obasanjo im Juni in die Schweiz ging, blieb ihm Lee und seine Gruppe auf den Fersen

Mit der Hilfe von Lukman wurde es Lee möglich, Obasanjo für etwa 30 Minuten zu sprechen. Später meinte er, er sei erstaunt gewesen über den Mangel an Sicherheit im Umkreis von Obasanjo. "Sie (die Sicherheitsbeamten) durchsuchten mich nicht einmal, bevor ich mich mit dem Präsidenten traf", berichtete er später Aluko.

Rilwanu Lukman

Bei diesem Treffen mit Obasanjo griff Lee das Thema Minton auf. Mit diesem Treffen versuchte er, Nigeria zur Anklage gegen Minton zu drängen. Es muss aber angenommen werden, dass die Regierung ihren Schritt in Erwägung zog, weil unabhängige Anwälte darauf hinwiesen, dass Minton keine Gelegenheit für eine Entgegnung hatte. Eine Quelle hält fest, dass verschiedene Anwälte den "Fashanu Report" durchforsteten und zum Schluss kamen, das Land würde sich lächerlich machen falls es den Fall irgendwie weiter verfolgt würde.

Eine andere Insiderquelle erklärte, die Regierung sei darauf hingewiesen worden, dass der "Fashanu Report" nicht beweise, dass Minton irgend welche Straftaten begangen hatte und dass die ganze Kontroverse durch die Scientology Organisation angeführt wurde in ihrem Bestreben, Minton in Schwierigkeiten zu bringen. Sie gaben auch den Hinweis, dass der nigerianische Senat in seinem Bericht feststellte, dass die Aktion des Schuldenrückkaufs transparent durchgeführt und dass die Firmen, die Lee und seine Gruppe fälschlicherweise als im Besitz von Minton und gegenüber Nigeria betrügerisch darstellte, in Wirklichkeit zu 100 Prozent im Besitz der Central Bank of Nigeria waren; dass Mintons Plan zum Schuldenrückkauf Nigeria etwa 5 Milliarden Dollars ersparte und dass Nigeria finanzielles Geschick zeigte beim Abbau seiner Schulden auf Kosten der Gläubiger der Nation.

David Lee on stake-out

Die Beziehung zwischen den nigerianischen Regierungsbeamten und Lee und Fashanu kühlte bald ab, als diese Lees Motive durchschauten, die Sinnlosigkeit des Falles gegen Minton erkannten sowie merkten, dass Lee ein Mann mit vielen Gesichtern ist.

 

Wie Quellen berichten, versuchte Lee letzte Woche durch die Nigeria High Commission Obasanjo in London zu sehen, aber es wurde ihm die kalte Schulter gezeigt. Man muss annehmen, dass Lee an seinen Schreibtisch zurückkehrte um eine weitere Angriffsmethode gegen Minton auszuhecken.

Von 1993 an arbeitete Lee daran, dass Minton seine Privatsphäre verlor. Lee und seine Gruppe überwachten praktisch sämtliche Telefongespräche Mintons und seine Reisepläne. Sie stellten von allen Personen, die Minton kannten, eine Liste zusammen und kontaktierten jeden einzelnen mit der Absicht, belastende Informationen zu sammeln. Sie beschatteten die Töchter von Minton, seine Frau, den Vater und die Mutter, wo sie auch immer waren, in den Vereinigten Staaten oder im Ausland. Es war eine hochentwickelte Überwachungstätigkeit. Die Scientology Organisation sparte keinen Groschen um sicher zu gehen, dass sie ihren öffentlichen Feind Nummer Eins und seine Familie verfolgten. Die Idee war, Minton einzuschüchtern und zu erschüttern. 

Aber die Methode versagte, weil Minton gelobte, dass er damit fortfahren werde, die totalitäre Natur von Scientology aufzudecken und weiterhin den gegen die Kultorganisation eingereichten Zivilfall finanzieren werde, begründet durch den Tod eines festgehaltenen ehemaligen Mitglieds mit dem Namen Lisa McPherson. 

Lisa McPherson

Die Scientology Organisation steht vor dem happigen Verlust von 100 Millionen Dollars, falls sie den Fall verliert. Daher die Notwendigkeit, Minton mit allen Mitteln zu zwingen, die Finanzierung dieses Prozesses aufzugeben.

1998 brachen Lee und seine Agenten in die Londoner West End Büros von Mintons Geschäftspartner Jeffrey Schmidt ein und kopierten sämtliche Dokumente, die sie fanden. Der Umfang der gefundenen Dokumente entspricht dem, was wir heute als "Fashanu Report" kennen. Lee und Fashanu haben es abgelehnt, die beiden Geschäftspartner von Minton im Schuldenrückkaufplan, Schmidt oder Selwyn Lewis, mit einzubeziehen. Dies nur darum, weil Minton das einzige Ziel ist. Der "Fashanu Report" ist etwa 150 Seiten dick. Auf den ersten Blick erscheint er eindrucksvoll, aber das Dokument selbst beweist keinen einzigen von Minton verübten rechtswidrigen Akt. Er beweist nur, dass jemand unter grossen Anstrengungen einige Nachforschungen trieb und vertrauliche Dokumente sammelte.

Landkarte von Nigeria

Lee kam auf den 6 Milliarden Dollar Schuldenrückkauf Schwindel, um Interesse für sein Vorhaben zu erwecken. Aber es ging beim Schuldenrückkauf nie um soviel Geld. Tatsächlich brachte die Central Bank 1,1 Milliarden Dollars auf um über 4 Milliarden von Nigerias Schulden zurück zu kaufen.

 

Jedoch  Fashanu und Lee hüpften von einem Medienhaus zum anderen und erzählten denjenigen, die ihnen zuhörten, dass sie etwa 6 Milliarden Dollars von Nigerias Geld aufgespürt hätten, das beim Finanzamt geplündert wurde. Fashanu beschwor, dass seine Enthüllungen zum Einfrieren von einigen Bankkonten in Europa führte, in der Höhe von einigen Hundert Millionen Dollars. Bis heute konnte weder er noch Lee Details von solchen Konten liefern, die eingefroren wurden und wo diese eingefroren wurden. Kein einziger Name wurde in Verbindung mit den Konten genannt, die durch den Kreuzzug von Lee/Fashanu eingefroren worden sein sollen. Nicht einen einzigen. Lee behauptete zwar regelmässig, dass Mintons Konten eingefroren wurden, lehnte jedoch ab, seine Behauptungen zu belegen. Andererseits nannte Minton das Duo Lügner, darauf beharrend, sie wären auf einer Trauminsel.

Zurück zu David Lee und seinem Hintergrund. Lees Operationsbasis waren die scientologyeigenen Büros in Los Angeles. Angeblich arbeitete er für Omega Legal Services oder Omega Legal Investigations in Cedar Ridge, Colorado, wo jedermann Privatdetektiv werden kann, da keine Lizenz erforderlich ist. Die Firma in Cedar Ridge gehört einem Mann namens George Bacon. Diese "Firma" jedoch besteht nur aus irgendeinem Haus mit Telefonanschluss.

1992 tauchte Lee das erste Mal für Scientology arbeitend auf, als er sich einer Gruppe hochrangiger Mitarbeiter von Scientology anbiederte, die kurz zuvor die Organisation verlassen hatten.

Ihre Namen waren Terri und Fernando Gamboa, Janice und Paul Grady, Mark Fisher und mehrere andere. Sie liessen sich alle in Las Vegas nieder, wo sie gemeinsam eine Maklerfirma gründeten. Diese Leute kannten ihn als David Lebeau.

Terri Gamboa heiratet Gerry Armstrong

Er wurde dort eingeschleust um diese Leute genau zu überwachen, um sicher zu gehen, dass sie der Organisation keinerlei Schwierigkeiten machen werden. Doch diese Leute wussten aufgrund bestimmter Fragen, die er stellte und seinem allgemeinen Benehmen, dass er ein Agent war, sie liessen ihn dies jedoch nie erkennen. Sie dachten, es sei besser zu wissen, wer auf sie angesetzt wurde, um dadurch in der Lage zu sein, die Situation im Griff zu haben, als ihn zu enttarnen und zu riskieren, dass eine andere Person eingeschleust wurde, die sie nicht entdecken könnten.

Lebeau hielt Terri Gamboa besonders unter Überwachung, welche die höchstrangige Mitarbeiterin gewesen war und am meisten über die verdeckten Aktivitäten von Scientology wusste. Er ging so weit, dass er mit Terri und Fernando nach Australien reiste als sie dort ihre Ferien verbrachten. Lebeau war nachweislich zwei Jahre mit diesen Leuten in Las Vegas. 

Ben Shaw & David Lee

Als nächstes erschien er in Seattle, Washington, im Auftrag eines Überwachungsteams, das unter der Kontrolle des Geheimdienstoffiziers Ben Shaw in Los Angeles aufgestellt wurde.

 

Von 1994 bis 1998 führte David Lee dieses Team, dessen Aufgabe die Überwachung und Berichterstattung über die Aktivitäten von zwei ehemaligen Scientologen, die zu Kritikern wurden, Stacy und Vaughn Young. (Stacy heisst heute wieder Brooks.)

Unter Lees Leitung wurden Aktionen mit der Absicht gegen die Youngs gestartet, ihren Ruf zu zerstören, sie ins Gefängnis zu bringen und Stacy in der Psychiatrie zu versenken. Die Abfälle der Youngs wurde wiederholt gestohlen, wie zahlreiche Anrufe örtlicher Geschäfte bewiesen, die sie darauf hinwiesen, dass ihre weggeworfenen Briefumschläge mit ihren Namen darauf die Abfalleimer überfüllten.

Stacy und Vaughn

David Lee und Eugene Ingram, ein anderer von Scientology angeheuerter Privatdetektiv, gingen in der Nachbarschaft der Youngs von Türe zu Türe, um negative Geschichten über sie zu verbreiten und Fotos zu verteilen.

Ein fünfzehnseitiger "Newsletter" wurde auf alle Türstufen in der Nachbarschaft der Youngs gelegt. Dieser "Newsletter" enthielt negative Berichte, welche die Youngs der Pornografie beschuldigten, des Kindsmissbrauchs und noch mehr.

Ein Mann des Überwachungsteams verliess dieses später angeekelt und nahm mit Bob Minton Kontakt auf, um ihm zu erzählen, was das Team gemacht hatte. Er berichtete, dass sie Parabolmikrofone während vierundzwanzig Stunden am Tag auf das Haus der Youngs gerichtet hatten, so dass sie alle ihre Gespräche auf Band aufnehmen konnten. Die Bänder wurden täglich an Ben Shaw geschickt.

Die Youngs waren damit beschäftigt, ein Tierheim für entlaufene und herrenlose Katzen einzurichten. Das Team von David Lee beabsichtigte, diese Tiere als Mittel zu benutzen, die Youngs zu zwingen mit ihrer öffentlichen Kritik von Scientology aufzuhören. 

Im Sommer 1997 wurde Stacy Young im beliebten amerikanischen 60 Minutes  TV Programm interviewt um eine Darstellung über Scientology abzugeben. 

60 Minutes on CAN

Anwälte von Scientology sandten ihr einen Drohbrief mit der Forderung, ihre Zusage zur Verwendung ihres Interviews in der Show zurückzuziehen. Stacy lehnte dies ab. Gleichzeitig wurde Vaughn in Hamburg (Deutschland) von einer Kommission der deutschen Regierung über seine Kenntnisse der kriminellen Aktivitäten von Scientology befragt. Als Vergeltungsakt für die Handlungsweise der Youngs befahl Scientology David Lee und seinem Team, einen allumfassenden Angriff zu starten, um sie wegen strafbarer Misshandlung von Tieren anzuklagen und verhaften zu lassen.

Zwei Scientology Mitarbeiter unter David Lees Führung zogen in eine Wohnung neben den Youngs und begannen, in der Nachbarschaft von Tür zu Tür zu gehen und sich über kranke Katzen und schmutzige Bedingungen zu beklagen. Doch die Nachbar wussten, dass diese Klagen nicht wahr waren und unternahmen deshalb nichts. Lee organisierte eine Telefonkampagne bei Animal Control gegen die Youngs, die daraufhin aufgrund dieser anonymen telefonischen Beschwerden nahezu täglich zur Kontrolle im Haus der Youngs erschien. Das Haus war stets untadelig sauber und die geretteten Katzen waren gesund und sauber. Dann erfolgten anonyme Telefonanrufe bei der Stadtverwaltung und beim Büro des Bürgermeisters.

David Lee suchte den Tierarzt der Youngs auf und erklärte ihm, die Tiere bei den Youngs wären krank und schmutzig. Der Tierarzt machte jedoch regelmässig Hausbesuche im Tierheim, darum wusste er, dass der Bericht von Lee nicht der Wahrheit entsprach.

Stacys Hund 'Maggie'

Daraufhin hinterliess Lee auf den Türstufen aller Nachbarn der Youngs anonyme Briefe mit der Mahnung, sich besser bei den Behörden über die verwahrlosten, kranken Tiere der Youngs zu beschweren.

 

David Lee liess durch sein Team anonyme Anrufe beim Gesundheitsdepartement des Bezirks machen, sich beschwerend dass Stacy Young verrückt sei und versorgt werden müsse. Eines Abends erschienen zwei Beamte der Vollzugsabteilung in weissen Jacken in Youngs Haus um sie mitzunehmen. Glücklicherweise konnte Stacy sie davon überzeugen, dass sie geistig völlig normal war und gab die Erklärung ab, dass die anonymen Anrufe die eingingen Teil einer konzertierten Aktion durch David Lee waren, um sie davon abzuhalten, weiterhin öffentlich über Scientology zu sprechen. 

Lee liess Leute vor Youngs Haus demonstrieren, aber alle Nachbarn liefen zusammen und jagten die Demonstranten fort. Schliesslich wandte sich Lee an den Hausbesitzer der Youngs, indem er ihm drohte, ihn wegen Verstössen gegen städtische Verordnungen verhaften zu lassen. Der Hausbesitzer verlangte von den Youngs, dass sie das Tierheim an einen anderen Ort zu verlegen haben.

Gerade als David Lee dachte, die Youngs erfolgreich zum Schweigen gebracht zu haben, nahm Robert Minton mit ihnen Kontakt auf und anerbot sich, ihnen beim Kauf eines anderen Hauses behilflich zu sein, wo sie sich ungestört um ihre geretteten Tiere kümmern konnten.

Die Youngs zogen nach Vashon, einer Insel in Puget Sound, eine halbe Stunde von Seattle. Lee brachte sein Team nach Vashon und startete dort einen neuen Angriff auf die Youngs. Er verbreitete unwahre "Public Health Warnings" wegen den schmutzigen, kranken Katzen der Youngs indem er den Leuten erklärte, sie könnten sich von den Tieren mit AIDS anstecken. Er wandte sich an die County Storage Facility, die gleich neben dem Haus der Youngs war, und bat um Erlaubnis, dort Überwachungsausrüstungen gegen die Youngs einzurichten. Die County lehnte ab. Während Vaughn in Deutschland war um gegen Scientology auszusagen, hatte David Lee den Hund der Youngs entführt, vermutlich mit der Absicht, ihn umzubringen. Glücklicherweise konnte der Hund entfliehen, aber er war beinahe tot, als ihn Nachbarn fanden. Alle seine Zähne waren ausgeschlagen, der Tierarzt dachte, durch so etwas wie ein schweren Stiefel, und sein Rücken war schwer verletzt, als ob er aus einem fahrenden Auto oder Laster gesprungen wäre.

Ende 1998 wurde entdeckt, dass Lee der "Case Officer" für eine Geheimagentin war (Laura Terepin alias Jolie Steckart). 

 

Jolie Steckart

Jolie Steckart wurde mit einer falschen Identität versehen und operierte mit einem angenommenen Namen, als sie sich 1990 erst anerbot, für das Cult Awareness Network (CAN) zu arbeiten. CAN wurde 1997 durch Klagen von Scientology zerstört. Anfangs 1998 anerbot sie sich, für eine andere Anti-Kult Gruppe zu arbeiten, FACTNET, welche ebenfalls durch Scientology verklagt wurde. Aber während sie bei FACTNET war, stellte Minton einen Detektiv an, der Jolie und ihre über achtjährige Tätigkeit gegen die Anti-Kult Gemeinschaft enttarnte, die 1998 durch David Lee organisiert wurde. Seither wurde sie nicht mehr gesehen.

Lees Kampagnen gegen Minton waren die tiefgreifendsten, die je jemand gesehen hat, der mit Scientologys Methoden vertraut ist. David Lee war seit mindestens Oktober 1997 mit der Führung einer Kampagne zur Vernichtung Mintons betraut, als er eine Mitarbeiterin von Scientology namens Mary Frances Newey nach Nashville Tennessee orderte, um eine Überprüfung des Hintergrundes von Minton durchzuführen. Diese Frau vermasselte den Auftrag, indem sie aus Versehen Erkundigungen über Bobs Vater Robert Minton sen. einzog.

Aber nur wenige Tage später rief dieselbe Mitarbeiterin bei Minton an und erzählte ihm, dass Scientology darauf vorbereitet sei, an verschiedenen Fronten mit Angriffen gegen ihn zu beginnen, wenn er nicht die finanzielle Unterstützung der Feinde von Scientology einstelle.

Die Bereiche von möglichen Angriffen, die sie Minton auflistete, waren die Familie, die Kinder, seine Exfrau. seine Exgeschäftspartner, seine Staats- und Bundessteuern, seine geistige Gesundheit, Drogen und bezahlte Demonstranten. Minton informierte sie natürlich, er habe nicht die Absicht, sich wegen ihren Drohungen zurückzuziehen.

Ende November war Minton in Seattle, um die Youngs zu besuchen, nachdem diese in ihr neues Haus zogen, das Minton für sie gekauft hatte. Während er dort war stellte er eines Morgens fest, dass das Haus zugesperrt war, Lee hatte den Immobilienvertreter aufgesucht, der sich mit der Transaktion befasst hatte. Lee gestand dem Grundstückmakler, dass er den Besitz unberechtigterweise betreten hatte, "um sich umzusehen".

Mitte Dezember kam Therese Minton zum Haus in New Hampshire und fand auf der Türschwelle eine tote Katze, eine Aufmerksamkeit von Lee. Im Januar 1998 lancierte Lee eine verwirrende Reihe von Demonstrationen und Flugblattaktionen in Boston gegen Minton. Das erste Flugblatt, im Schutze der Dunkelheit in Mintons Nachbarschaft von Beacon Hill verteilt, trug den Titel "Hass versteckt hinter Redefreiheit" und war signiert von der Scientology Kirche.

Am Tag darauf telefonierte Eugene Ingram, der Partner von Lee, den Freunden und Teilhabern von Minton und teilte mit, dass er gegen Minton untersuche wegen Verschwörung zur Erpressung.

 

Eugene Ingram

Am gleichen Tag fand Minton heraus, dass Lee seinen Vater anrief um einen Keil zwischen sie zu treiben.

Am 8. Januar besuchte David Lee Mintons Mutter, Onkel, Tante und seine beiden Brüder an ihren Arbeitsplätzen, um seinen üblichen Job zu erledigen. Inzwischen kehrte Lees Gruppe von geheimen Flugblattverteilern mitten in der Nacht mit einem neuen Flugblattin Mintons Nachbarschaft zurück: "Nachbar bezahlt um Hass gegen religiöse Gruppe zu schaffen". Dieses Flugblatt beschuldigte Minton, Pornographen, Sado-Masochisten und Neo-Nazis zu unterstützen. Später im Januar tauchte Lee in Los Angeles auf, wo er einen ehemaligen Angestellten von Minton aufgestöbert hatte. Lee erzählte dem ehemaligen Partner, dass er jeden, den er finden könne, der mit Minton gearbeitet hatte, kontaktiere. Und wieder erledigte Lee das übliche.

Am 5. März bot ein Privatdetektiv, der sich selber Ron Christopher nannte, einem ehemaligen Geschäftspartner von Minton eine grosse Geldsumme als Gegenleistung für Informationen über Minton an. Es gibt Gründe anzunehmen, dass Ron Christopher ein Pseudonym für David Lee ist. Der selbe Privatdetektiv gab sich als Finanzermittler aus, als er verschiedenen Freunden und Partnern von Minton anrief, um diese über ihn auszufragen. Am 24. August 1998 demonstrierte eine Gruppe von Leuten vor dem Bürogebäude eines ehemaligen Partners von Minton, Bob Smith, der in der New York Times erwähnt wurde mit einem günstigen Bericht über Mintons Persönlichkeit. Privatdetektiv Lee war zweifellos die Quelle der Information, wo Bob Smith aufzufinden war, nämlich bei der Turan Corporation, einer von Smith und Minton gemeinsam gegründeten Firma.

Später im August kontaktierte Lee Mintons Sohn um das zu tun, was er bestens beherrscht. Einige Tage später führte Lee in der Nachbarschaft von Minton, in Beacon Hill, eine Veranstaltung durch, in deren Verlauf Flugblätter an Freunde, Nachbarn und Eltern der Klassenkameraden seiner Kinder verteilt wurden, in erster Linie mit der Absicht, seine Kinder gegen ihren Vater aufzubringen.

Bobs Haus in Sandown

An diesem Abend kreuzten wiederum Leute mit Demonstrationsschildern in New Hampshire auf, mit deren Aufschriften die Kinder von Minton aufgebracht werden sollten.

 

David Lees Partner in England, Peter Franks, fuhr dort im September mit der koordinierten Kampagne fort, die Familie von Minton zu zerstören, indem er Therese, Mintons Freunde und deren Familien besuchte. Franks sagte, Lee würde in Boston jeden Nachbarn besuchen, ebenso die Lehrer der Kinder von Minton, Leiter und die Eltern ihrer Freunde.

Im Oktober 1998 koordinierte Lee mit Frank eine Aktion, um während der IWF Konferenz in Washington DC ein 14seitiges Paket von diskreditierendem Material an Mintons ehemaligen Partner Jeff Schmidt und die Delegation des nigerianischen Finanzministers zu verteilen. Dies war der Beginn der Kampagne, Nigeria dazu zu bringen, gegen Minton vorzugehen. Kurz nach der IWF Konferenz, wie bereits erwähnt, brach jemand ins Londoner Büro von Mintons ehemaligen Partner Jeff Schmidt ein. Auf den Informationen über die Greenland Holding beruhend, die im von Scientology geschriebenen im April 2000 durch John Fashanu herausgegebenen "Fashanu Report" festgehalten sind, wurden die Daten aus Jeff Schmidts Büro durch jemanden gestohlen, der für Franks und Lee arbeitete und dann dem "Fashanu Report" beigefügt.

Peter Franks hatte seit Beginn 1998 zahlreiche Sitzungen und Telefongespräche mit Jeff Schmidt und Selwyn Lewis gehabt und führte eine ernsthafte Schikanierkampagne gegen Jeff und seine Frau, die sie zwang, England zu verlassen und nach Brunei zu ziehen (woher Jeffs Frau stammt). Lee machte in Koordination mit Peter Franks damit weiter, am nichtexistierenden Plan des 6 Milliarden Dollar Schuldenrückkaufs zu arbeiten, was die nigerianische Regierung gegen Minton wenden soll.

Es scheint jedoch, dass die Regierung diese Intrigen nun besser werten kann.


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