RON DER "KRIEGSHELD"
L. RON HUBBARD UND DIE U.S. NAVY, 1941-50

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Krieg im Pazifik: die USS PC-815

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Der Coronados Zwischenfall

3.6 Der Kampf am Cape Lookout

It is specifically claimed that one submarine, presumably Japanese, possibly a mine-layer, was damaged beyond ability to leave the scene and that one submarine, presumably Japanese, possibly a mine-layer, was damaged beyond ability to return to its base.

- L. Ron Hubbard, action report (May 24, 1943)
 

Anti-U-Boot Kriegsführung und die PC-815

Als Hubbards Schiff im April 1943 in Dienst genommen wurde, war sie ursprünglich mit zwei Wasserbomben Racks und zwei "K-Kanonen" ausgestattet (siehe Foto der PC-815 vom 13. April 1943). Die Racks wurden dazu benutzt, um Wasserbomben über das Schiffsheck zu rollen. Die K-Kanonen, die etwa wie der Buchstabe K aussahen, wurden benutzt um Wasserbomben auf einige Entfernung von der Schiffseite zu katapultieren. Das erste Ziel der PC-815 unter dem Kommando von Hubbard war Seattle, um ein neues Wasserbombensystem genannt 'Mousetrap' zu montieren. Sein "U-Boot Kampf" fand noch mit dem älteren System statt, so wie es von den Erbauern eingebaut wurde.

Die PC-815 war auch mit einem Sonarsystem ausgerüstet. Hubbard wurde in Key West Florida für dieses System ausgebildet, unmittelbar bevor er seinen Dienst auf der PC-815 aufnahm. Er wurde qualifiziert, obwohl er nahe am unteren Ende der Klasse war (als zwanzigster von insgesamt 25 Teilnehmern). Das System war in einer stromlinienförmigen einziehbaren Kuppel unter dem Schiffsboden eingebaut, aber es funktionierte nur bei mässigen Geschwindigkeiten - damals bis 18 Knoten - wegen der Reibung mit dem Wasser. Es konnte in aktiver und passiver Betriebsart arbeiten, im Echobereich mit einer Reihe von scharfen Tonimpulsen oder Horchen auf den Lärm des Propellers oder der Maschine eines U-Boots.

Hubbard benutzte bei seiner Aktion vor Cape Lookout beide Methoden, aber er schien sich, wie aus seinem Rapport hervorgeht, hauptsächlich auf das Echoverfahren zu verlassen. Dieses strahlte einen fokussierten Tonrichtstrahl aus, den der Operator in allen Richtungen durch das Wasser rotieren liess. Falls der Strahl auf ein Objekt im Wasser stiess, wurde ein Echo hörbar. Aber eine reflektiertes Echo hatte nicht automatisch die Anwesenheit eines U-Bootes zu bedeuten, wie unvorsichtige oder unerfahrene Operatoren meinten. Fischschwärme, Wale, Wracks, Korallenriffe und sogar eine Schicht von Wasser unterschiedlicher Temperatur (Thermokline) konnten Echos hervorrufen, die nur durch einen Experten unterschieden werden konnten - und sogar dann nicht immer verlässlich. Sonderbarerweise waren Krebse wie zuschnappende Krabben ein häufiger Grund von falschen Alarmen; das Anti-Submarine Warface Bulletin der US Navy musste Artikel über das Vorkommen und die Gewohnheiten diese Unterwasserfauna veröffentlichen um die irrtümlichen Kontake zu reduzieren. Die Benutzung von Sonarausrüstungen war und blieb eine hohe Kunst, nicht nur für den Operator, sondern auch für den Kommandanten, der auf häufige zweideutige Echos reagieren musste.

Die Sonarausrüstung war mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden, ein von den Briten entwickeltes Gerät zum Aufzeichnen von Sonaranzeigen und planen der Angriffe. Das Aufzeichnungsgerät war ein kleiner Metallkasten mit einem Glasdeckel, unter dem sich eine sich konstant bewegende Papierrolle befand. Ein kleiner Stift bewegte sich über das Papier hin und zurück, den Schussbereich auf ein Unterwasserziel anzeigend. Wenn ein Echo empfangen wurde, zeichnete der Stift eine Spur auf das Papier. Aus dem durch eine Reihe dieser Spuren ermittelten Winkel liess sich an einem verstellbaren Massstab der Bereich ablesen, in dem die Schussweite erreicht wurde und auch den richtigen Zeitpunkt um Wasserbomben abzufeuern bestimmen. Hubbard machte intensiv Gebrauch von diesem Gerät und reichte nachträglich die Auszeichnungen als bestätigende Beweise ein.

Auf Gefechtsstation!

Am 19. Mai 1943 um 3.40 Uhr empfing L. Ron Hubbards U-Bootjäger USS PC-815 unerwartet ein Echo auf seinem Sonargerät. Das Schiff befand sich nur etwa 16 km vor Cape Lookout im nördlichen Oregon.

Hubbards nachträglicher Bericht über die Aktion wurde als "Secret Action Report" (DOKUMENT A) an den Oberbefehlshaber der Pazifikflotte aufgesetzt. Er war in auffällig unmilitärischer Sprache verfasst - er liest sich eher wie eine von Hubbards Schundgeschichten - dafür wurde er später durch den Commander Northwest Sea Frontier gerügt.

Südwärts vorankommend, immer innerhalb der Dampferspur, empfing der diensttuende Mann am Sonar einen Echokontakt ... Der kommandierende Offizier war am Steuer und verlangsamte unmittelbar alle Maschinen um einen Drittel, um die Bedingungen für die Echosuche zu verbessern, ortete den Kontakt geradeaus vorn, in einer Entfernung von 450 m.

Der erste Kontakt war sehr gut. Das Zielobjekt bewegte sich nach links weg von uns. Die Übertragung war klar. Die Nacht war mondhell und die See war ruhig ... Die USS PC-815 näherte sich auf 300 m, inzwischen wurde das Hauptquartier orientiert ... Der Kontakt wurde bei 700 m wieder gefunden und mit dem Strahl an Steuerbord aufrechterhalten während weitere Abklärungen gemacht wurden. Schiffsschrauben waren hörbar, klar wie zuvor. Die Übertragung war immer noch klar. Es wurde sorgfältig Ausschau nach Rauchsignalen gehalten und als keine erschienen wurde daraus geschlossen, dass das Zielobjekt kein befreundetes Unterseeboot sein konnte. Die Maschinen wurden auf eine Geschwindigkeit von 15 Knoten gebracht und das Ziel war geradewegs voraus ...

An diesem Punkt entglitt Hubard die militärische Kürze völlig:

Die Schiffsbesatzung, schläfrig und misstrauisch, kam schnell und ohne Fehler an ihre Waffen. Keiner, eingeschlossen der kommandierende Offizier, konnte ohne weiteres der Existenz eines feindlichen U-Boots hier in dieser Dampferspur Glauben schenken und alle Sonarmänner, nun auf der Brücke, versuchten die Echoausrüstung und das Aufzeichnungsgerät bei dieser fantastischen Gelegenheit einzusetzen ...

Um 4.50 Uhr wurde ein Ziel an der Oberfläche ausgemacht und Hubbard gab den Befehl, das Feuer darauf zu eröffnen. Seine Mannschaft reagierte mit "erstaunlicher Genauigkeit, Feuerstösse und Granaten näherten sich dem Ziel". Es erwies sich als nichts anderes als ein schwimmender Baumstamm, aber Hubbard dachte, dass es für die Moral der Kanoniere gut war sich zu vergewissern, dass die neuinstallierten Kanonen funktionierten. Die USS PC-815 startete vier weitere Angriffe auf das wendige U-Boot in der Hoffnung, es zum Auftauchen zu zwingen, aber ohne Erfolg. Am Ende des sechsten Angriffs war der Vorrat des Schiffes an Wasserbomben erschöpft. Dringende Anfragen um mehr Munition blieben vorerst ohne Antwort.

Um 9.06 Uhr erschienen zwei Navy Luftschiffe, K-39 und K-33, auf dem Schauplatz um bei der Suche zu helfen. Um Mittag glaubte Hubbard, dass das Unterseeboot irgendwie funktionsunfähig war oder wenigsten nicht in der Lage seine Torpedos abzuschiessen, weil die PC-815, auf ruhiger See liegend, ein leichtes Ziel darstellte aber nicht angegriffen wurde. Am frühen Nachmittag traf ein zweiter U-Bootjäger ein, die USS SC-536, konnte jedoch keinen Kontakt mit dem Zielobjekt herstellen.


Das Laden von Wasserbomben an Bord der USS PC-548. Die Szene an Bord der USS PC-815 dürfte ziemlich die gleiche gewesen sein.
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Auf der Brücke der PC-815 leitete Hubbard die Angriffe der anderen Schiffe, eine Pfeife als Signal benutzend, um ihre Wasserbomben abzuwerfen. Die Resultate waren ermutigend:

Die Beobachtungsluftschiffe begannen in der Nähe des letzten Angriffs Öl- und Luftblasen zu sichten und schliesslich ein Periskop. Dieses Schiff sichtete ebenfalls Luftblasen ... Um 16.06 Uhr wurde wiederum von Öl berichtet und dieses Schiff sah Öl. Es wurden grosse Luftblasen gesichtet und der Ton von berstenden Tanks wurde durch den Mann am Sonargerät gemeldet ... Alle Kanonen wurden nun unter grösster Aufmerksamkeit bemannt, da anzunehmen war, dass das U-Boot versuchte aufzutauchen. Alle blieben sehr ruhig, Kanoniere scherzten darüber, wer wohl den ersten Schuss abgeben würde.

Die PC-815 machte nun eine weltbewegende Entdeckung: es war nicht nur ein Unterseeboot, sondern deren zwei! Das zweite wurde etwa 400 m weiter weg entdeckt, mit etwa 4 Knoten sich entfernend.

Um 16.46 Uhr brachte ein Patrouillenboor der Coast Guard eine weitere Munitionslieferung. Längs anlegend wurde 27 Wasserbomben auf die USS PC-815 umgeladen und gefechtsbereit gemacht. Nicht lange danach traf ein zweites Patrouillenboor der Coast Guard ein, die Bonham, gefolgt von einem weiteren U-Bootjäger, der USS SC-537. Nun waren insgesamt fünf Schiffe und zwei Beobachtungsluftschiffe an der Suche nach den feindlichen Unterseebooten vor der Küste von Oregon beteiligt. Jedoch nicht alle der Schiffe schienen daran so interessiert zu sein wie die PC-815, wie sich Hubbard in seinem Aktionsbericht bitterlich beschwerte:

In der Nacht des 21., als dieses Schiff versuchte eine Routineaktion zum Durchkämmen und Suchen in Standardformation durchzuführen, zeigten weder die SC537 noch die USSCG Bonham dafür Verständnis und verweigerten durch ihr Handeln die Zusammenarbeit. Wie sich später herausstellte hatte die Bonham eine Spitzengeschwindigkeit von 9.2 obwohl sie uns ihre Geschwindigkeit mit 12 meldete und dass sie befürchtete, sich beim Abwerfen von Wasserbomben selbst in die Luft zu jagen. Die SC537 hatte, wie sie am folgenden Tag berichtete, einen Kontakt, den sie nicht weiter verfolgte. Die SC537 verliess den Schauplatz mit ihren Racks voll mit Wasserbomben, obwohl die SC536 und die PC815 die ihren alle eingesetzt hatte. Der Echobereich war nie mehr als etwa 800 m in diesen flachen Gewässern und trotz Befehlen wollte keines der Schiffe mit einer Ausnahme sich in diesen Bereich annähern, wie es sich bei den Angriffen am folgenden Morgen erwies.

Die kleine Flotte setzte die Suche die ganze Nacht durch bis in den folgenden Tag fort. Die Angriffe wurden weitergeführt, aber es gab keinerlei Anzeichen, dass eines der U-Boote beschädigt oder zerstört wurde. Hubbard liess sich nicht entmutigen, sogar nach 34 ergebnislosen Stunden nicht:

Weil wir am vorherigen Tag drei Mal zwei U-Bootziele fanden, schlossen wir aus dem Ausbleiben ihres Auftauchens dass es auf 90 Faden Tiefe abgetauchte sein musste. Das andere hatte immer noch gut geladene Batterien, da es während den folgenen Angriffen noch an Tempo zulegen konnte (von drei auf sechs Knoten).

Ein Bericht, dass das Unterseeboot aufgetaucht war, brachte die Schiffe zum "Aufbrechen nach Norden", nachdem sich aber herausstellte, dass das "Unterseeboot" ein Fischerboot war, kehrten sie um. Die SC-537 war zur Suche abkommandiert, aber Hubbard berichtete säuerlich "manchmal war die SC-537 weit weg von uns und es war nicht zu ergründen warum sie mit dieser angeordneten Patrouille Schwierigkeiten hatte". Der Bonham wurde ein anderer Suchbereich zugewiesen "wo sie weit abseits sein sollte". Was die PC-815 betrifft, Hubbard ordnete seinem Schiff an, in den Bereich der Angriffe der vorherigen Nacht zurückzukehren um dort zu suchen. Plötzlich, am 21. Mai 1943 um 7.00 Uhr, ortete das U-Boot beim Versuch aufzutauchen:

Plötzlich kam eine orangefarbenen Ölblase, sehr dick, an die Oberfläche unmittelbar vor unserem Bug. ... Der kommandierende Offizier kam sofort nach vorn und sah gerade eine zweite orangefarbenen Ölblase aufsteigen neben der ersten. Der Mann am Sonargerät rapportierte laut, dass er berstende Tanks unter dem Bug hörte.

Jeder Mann auf der Brücke und auf den Waffenplattformen sah dann das Periskop, sich von rechts nach links bewegend, den ersten Ölteppich um etwa 60 cm in die Höhe hebend. Die Öffnung und Linse des Instruments waren klar erkennbar ... Beim Erscheinen des Periskops schossen beide Kanoniere gerade in das Periskop, etwa im Abstand von 45 m. Das Periskop verschwand unter den Explosionen der 20mm Kugeln.

Die PC-815 und SC-536 führten einen letzten Angriff aus und entluden ihre letzten Wasserbomben. Während der Suche nach dem stets entgleitenden Unterseeboot wurde ein weiterer U-Bootjäger, die PC-788, gesichtet und dazu gedrängt, sich an der Suche zu beteiligen, obwohl ihr Captain "heftig gegen die Hilfeleistung protestierte, ... ständig um Verstärkung ersuchend". Frustrierend für Hubbard, sogar nachdem die PC-815 und SC-536 ungefähr hundert Wasserbomben abwarfen blieb der Sonarkontakt bestehen, stationär auf dem Meeresgrund. Der reguläre kommandierende Offizier der SC-536 erschien auf dem Schauplatz und übernahm das Kommando von seinem Executive Officer, sofort brach sein Schiff die Beteiligung an Hubbards Suche ab.

Um Mitternacht erhielt die PC-815 den Befehl, nach der Marinebasis in Astoria zurückzukehren nachdem sie während rund 68 Stunden in Aktion war. Hubbard nahm zur Kenntnis, dass sie "mit beträchtlicher Skepsis" empfangen wurden. "Ihre Aufzeichnungen wurden nicht überprüft, ihre Besatzung wurde nicht befragt und es wurde kein qualifizierender Rapport erstellt." Sein Schiff hatte 37 Wasserbomben abgeworfen und während über 55 Stunden "Kontakt mit U-Booten" aufrechterhalten. Es gab drei leicht Verwundete, wahrscheinlich als Resultat der die Mannschaft überkommende Müdigkeit. Hubbard erwähnte nicht, dass er nur knapp einem Todesfall entging - sein Executive Officer Thomas Moulton wurde beinahe erschossen die 20mm Kanone an Steuerbord versehentlich ein ganzes Magazin abfeuerte ohne dass jemand am Abzug war. Die Kanone wurde durch einen erschöpften Kanonier nicht richtig geladen und ein Sicherungsteil falsch angebracht. Moulton war auf dem Mast der PC-815 als die Kanone losging und ihre ganze Munitionstrommel leer feuerte, ihn nur um wenige Zentimeter verpassend und die Antenne des Schiffs wegschiessend. Er erinnerte sich später: "Ich klammerte mich an den Mast und war fast ganz gedeckt auf seiner Rückseite. Beim Hinabsehen auf den Lauf sah es aus, als wenn er direkt auf mich gerichtet war".1

Die Folgen

Wie aus seinem Gefechtsrapport zu schliessen ist, äusserte sich Hubbard klar über seine Leistung:

Es ist ausdrücklich festzuhalten, dass ein Unterseeboot, anscheinend japanisch, möglicherweise ein Minenleger, so beschädigt wurde dass es nicht in der Lage war, den Ort des Geschehens zu verlassen und dass ein Unterseeboot, anscheinend japanisch, möglicherweise ein Minenleger, so beschädigt wurde dass es nicht mehr in der Lage war zu seiner Basis zurückzukehren...

Dieses Schiff erwartet für sich selbst keine Auszeichnung. Es wurde gebaut um Unterseeboote zu jagen. Seine Besatzung wurde ausgebildet um Unterseeboote zu jagen. Obwohl es seine eigentlichen Befehle auf den ersten Kontakt anzugreifen übertraf, empfindet dieses Schiff nur, dass es die Arbeit geleistet hat für die es vorgesehen war und es steht bereit, diese Arbeit erneut zu tun.

Er wurde durch Lt Moulton unterstützt, der in seinem eigenen Einsatzrapport (angehängt an Hubbards) feststellte:

Vom Abhören des Tongerätes, mit dem der Executive Officer hinreichend Erfahrung gehabt hat, aus persönlich festgestellten Beweisen an der Wasseroberfläche, wie Blasenbildungen hervorgerufen durch das Bersten von Tanks, grossen Mengen von Öl und dem allgemeinen Charakter der eigentlichen Aktion wurden folgende Schlüsse gezogen:

(1) Während der Zeitdauer von 3.00, Dienstag 18. April 1943, bis 24.00, Freitag 21. April 1943, bekämpfte die U.S.S. P.C. 815 zwei Unterseeboote, vermutlich japanische.

(2) Dass eines von ihnen zweifellos klar versenkt wurde.

(3) Dass das zweite unreparierbar beschädigt wurde und deshalb angenommen werden konnte, dass es nicht mehr in der Lage war japanisches Territorium zu erreichen.

Trotz der Skepsis die man Hubbard bei seiner Ankunft in Astoria entgegenbrachte, wurden seine Behauptungen ernstgenommen. Nur drei Monate zuvor tauchte ein einzelnes feindliches U-Boot etwa eine Meile vor der Küste nördlich von Santa Barbara in Kalifornien auf und feuerte 25 Granaten auf eine Ölraffinerie. Der Zwischenfall - der erste ausländische Angriff auf die kontinentalen US seit 1814 - verursachte grosse Besorgnis an der Westküste der US. Bestand die Möglicghkeit, dass Hubbard einen japanischen Versuch abwehrte, die Marineanlagen von Oregon zu überfallen?

Der Commander Northwest Sea Frontier, Vice Admiral Frank Jack Fletcher (rechts), leitete die Untersuchung. Er bestellte Hubbard zum Rapport zu sich für eine Befragung und prüfte den von Hubbard eingereichten über hundertseitigen Gefechtsbericht. Die kommandierenden Offiziere der SC-536 und -537, CGCs Bonham und 78302, sowie der Luftschiffe K-33 und K-39wurden ebenfalls zur Berichterstattung befohlen; Lieutenant Commander E. J. Sullivan U.S.N., Kommandant Airship Squadron 33, gab einen mündlichen Bericht ab nachdem er den Bereich während der Suche auf einem seiner Luftschiffe besuchte hatte.

In einem an den Oberbefehlshaber der Pazifikflotte gerichteten geheimen Memorandum (DOKUMENT B) datiert am 8. Juni 1943, hält Fletcher fest:

Eine Untersuchung von allen Berichten überzeugte mich, dass dort kein Unterseeboot anwesend war. Lieutenant Commander Sullivan bestätigte, dass es ihm unmöglich war irgend einen Beweis eines Unterseeboots zu bekommen ausser einer Luftblase, welche nur durch die Turbulenz im Wasser aufgrund der Explosion einer Wasserbombe erklärt werden kann. Die kommandierenden Offiziere aller Schiffe ausser der PC-815 bestätigten, keine Beweise für ein U-Boot zu haben und meinen, dass kein U-Boot im Bereich war.

Fletcher fügte hinzu, dass "eine bekannte magnetische Schicht in dem Bereich war, wo die Wasserbomben eingesetzt wurden". Der Hinweis war offensichtlich: die PC-815 kämpfte ein zweitägiges Gefecht mit einer magnetischen Ablagerung.

Hubbard akzeptierte dies nie. Er forderte (wurde jedoch nicht ausgezeichnet) zwei Einsatzsterne für seine American Campaign Medaille und bis zum heutigen Tag behauptet die Scientology Kirche, dass er mindestens zwei feindliche U-Boote versenkt habe. Nach dem Gefecht schrieb Hubbard melodramatisch:

Ich, als Seemann, habe mit den Überresten gesündigt, das ist wahr. Auf dem Grund des Nordpazifik liegen vermutlich zwei 2'000 Tonnen U-Boote der Japaner, im Wert von Millionen von Dollars für den Feind bevor sie durch meine Wasserbomben versenkt wurden. Vielleicht nicht weniger als dreihundert feindliche Leben kämpften sich durchnässt hinaus in den Himmel der Soldaten. Es ist jedoch besser, nicht bei diesen Dingen zu verweilen. Sie sollten der Pflichterfüllung geweiht sein und in Akten aufgezeichnet werden, die selten geöffnet werden. Aber die schwache Stimme schreit (diese unvermeidliche schwache Stimme) und wundert sich, ob irgend welche unter ihnen diese Umrisse von Bambusbäumen mit indischer Tinte malen oder schätzen konnten, deren Pinselstriche den Baum zum Leben erwecken.2

Waren die U-Boote je dort?

Die Mannschaft der PC-815, Hubbard und (an seiner Seite) die Scientology Kirche behaupteten konsequent, dass zwei Unterseeboote anwesend waren und beide versenkt oder erheblich beschädigt wurden. Die US Navy verneinte dies ebenso konsequent. Was ist nun richtig?

Die Beweislage zugunsten von Hubbards Behauptungen ist wie folgt:

Die Beweise dagegen:

Dafür:

Hubbards Aussagen sprechen für sich. Das Band des Angriffs-Aufzeichnungsgeräts der PC-815 wurde durch Experten ausgewertet, aber der Befund war, dass keine Hinweise auf die Anwesenheit irgend welcher U-Boote vorhanden waren.

Dagegen: die anderen Schiffe

Der Beweis dagegen ist sehr viel überzeugender. Wie Admiral Fletcher in seinem Bericht erwähnte, war Hubbard von den sieben betroffenen kommandierenden Offizieren der einzige der glaubte, dass ein U-Boot anwesend war. Hubbards eigener Rapport bekräftigt dies ironischerweise - beachten sie seine wiederholten Kommentare, früher zitiert, über den Unwillen oder die klare Weigerung durch die anderen Schiffe. Wahrscheinlich waren sie verärgert sich an etwas zu beteiligen von dem sie ahnten, dass es ein jagen nach dem Unmöglichen ist. Hubbard versuchte nicht ihr Verhalten zu erklären, aber unterstellte dass es durch "Unerfahrenheit oder Widerwille" bedingt war, anmerkend dass er durch den Mangel an in der Anti-U-Boots Kriegsführung ausgebildeten aussenstehenden Offizieren benachteiligt wurde und behauptend, dass die Offiziere der Fesselballone "einen grossen Mangel an grundlegendem Wissen über die Anti-U-Boot Kriegsführung zeigten, welches man von ihnen erwarten dürfte". Man kann sich nur vorstellen, was Admiral Fletcher darüber dachte, anbetrachts dessen dass es von einem Offizier kam der nie zuvor auf einem U-Bootjäger Dienst leistete und dessen einzige Erfahrung in der Anti-U-Boot Kriegsführung ein an Land absolvierter Kurs in Florida war.

Der physische Beweis

Ein wichtiger Punkt dagegen ist im Fall Hubbard das völlige Fehlen von gesammelten physischen Beweisen. Der britische Schriftsteller Nicholas Monsarrat, der während dem Krieg an Bord von drei Korvetten der Royal Navy Dienst leistete und zum Kommando seiner eigenen aufstieg, beschrieb was er in dem Moment sah als sein erstes Schiff ein deutsches U-Boot versenkte:

Ein weiterer Angriff, eine weitere Serie von donnernden Schlägen - und dann, spritzend und kochend, warf die See hoch worauf wir warteten: ein sich ausbreitender Ölfleck, Wrackteile, Holzteile, Kleidungsstücke, menschliche Überbleibsel ... daraufhin blieb die Verbindung unterbrochen, trotzdem warteten wir bis zum Einbruch der Dämmerung, um mit dem Einsammeln der Überreste zu beginnen. Wir hatten davon genug, auf jeden Fall.
(Quelle: Nicholas Monsarrat, H.M. Corvette, 1941)

Anti-U-Boot Schiffe wurden angewiesen, solche Trümmer zu sammeln und an Land zu bringen als Bestätigung einer Vernichtung. Es ging das Gerücht um, dass deutsche U-Boote ein mit Trümmern gefülltes Torpedorohr mitführten, um diese zur möglichen Irreführung ihrer Jäger auszustossen. Aus diesem Grund dienten menschliche Körperteile dazu, als entscheidender Beweis betrachtet zu werden; an Bord britischer Schiffe wurden sie oft auf dem Wasser gesammelt und in einem Eimer im Kühlraum des Schiffes aufbewahrt zur späteren Untersuchung.

Bestimmt war sich Hubbard der Notwendigkeit bewusst, solche Beweise zu sammeln. Er berichtete, in der Nacht vom 20. auf den 21. Mai einen Ölfleck gesehen zu haben, fand jedoch, dass er "zu dünn für Proben" war. Bei mehreren nachträglichen Gelegenheiten berichtete er, grosse Ölmengen gesehen zu haben - "ein orange gefärbter Ölteppich, sehr dick". Warum nahm er keine Proben davon, nachdem er zuvor die für Muster benötigte Dichte hervorhob? Er bezog sich auch darauf, am Morgen des 21. Mai versucht zu haben "ein seltsames Ding, einen kleinen runden Ball in einem Schnurnetz, der hier auf dem Wasser trieb" an Bord zu holen. Er ahnte offenbar, dass es eine Notboje eines U-Boots war (gebraucht um die Position eines Unterseebootes in Not so zu markieren, dass ein Überwasserschiff zu Hilfe kommen konnte) und er bezog sich wenige Zeilen später darauf als eine "Markierung". (Es war wahrscheinlich der Schimmer eines Fischers.) Was geschah damit?

Alle anderen kommandierenden Offiziere stellten fest, dass sie "keine Anhaltspunkte für ein U-Boot hatten". Dies scheint auszuschliessen, dass irgend eines der anderen Schiffe Öl an der Oberfläche feststellten, welches nur von einem beschädigten Schiff unter Wasser kommen konnte. Damit wird gleich eines der Schlüsselbeweisstücke von Hubbard untergraben. Ohne irgend welche Beweisstücke zurückzubringen war er nicht in der Lage, seine Berichte als Augenzeuge objektiv als richtig zu beweisen.

Beweis durch die Instrumente

Der instrumentelle Beweis deckt einen weiteren vielsagenden Punkt auf. Obwohl wir nicht über das vollständige Bild verfügen - die Berichte der anderen kommandierenden Offiziere kamen noch nicht ans Licht - liefert Hubbards eigener Bericht einige Informationen. Er bestätigte bei mehreren Gelegenheiten, dass den anderen Schiffe nur ein "schwacher" oder überhaupt kein Kontakt möglich war, er suchte jedoch die Schuld dafür bei fehlerhaften Instrumenten oder schlechter Taktik der kommandierenden Offiziere. Den stärksten Beweis durch Instrumente den er zitierte war, anders als der von seinem eigenen Schiff, kein überhaupt kein Sonar, sondern wurde durch die Detektoren für magnetische Anomalien (MAD) an Bord der Navy Fesselballone. MAD war kein sehr genaues oder wirkungsvolles System, mit einer Empfindlichkeit auf nur wenige hundert Yards und einige betrachteten die Luftschiffe schlimmer als nutzlos bei der U-Boot Bekämpfung. Aber Hubbard anerkannte seine Abhängigkeit davon:

Kein Angriff wurde unternommen, nach der Ankunft der Fesselballone, ohne Bestätigung durch magnetischen Tonkontakt oder magnetischen Kontakt durch Ton. Weil ihr Tongerät nicht richtig funktionierte (was sie uns einige Mal berichteten) leistete uns die SC536 bei der Verifizierung Beistand. Diese Zusammenarbeit, die Rauchleuchtsignale der Fesselballone und der Einsatz von Echosuchgeräten rette uns oft vor dem Verlust des Kontakts.

Die Kommandanten der Luftschiffe glaubten selbst nicht, dass ein U-Boot anwesend war, wie der Bericht von Admiral Fletcher zeigt. Sie fingen offensichtlich etwas auf, was der Admiral als eine "bekannt magnetische Ablagerung" erklärte. Es könnte auch bedeutsam sein, dass Admiral Fletcher Hubbards Behauptung nicht kommentierte, die "nicht funktionierenden Tongeräte" hätten die anderen Schiffe vom Feststellen seines U-Boots verhindert.

Beweise durch den Geheimdienst

Ironischerweise lieferten Hubbards ehemalige Kollegen vom Geheimdienst der US Marine ebenfalls Beweise gegen seine Behauptungen. Die U-Booteflotte der Imperial Japanese Navy war im Krieg im Pazifik der "Hund, der nicht bellte". Japanische U-Boote könnten beim Behindern der langen Nachschublinien der Vereinigten Staaten über den Pazifik eine wichtige Rolle gespielt haben. Obwohl die U-Boote selbst denjenigen der US technisch unterlegen waren hatten die Japaner undiskutabel die besten Torpedos der Welt, zahlreiche Unterseeboote, gut ausgebildete Mannschaften und genügend Reichweite um bis nach Deutschland zu fahren (die einzige japanisch-deutsche militärische Verbindung während dem Krieg bestand tatsächlich durch Unterseeboote). Aber dieses Potential wurde durch das japanische Oberkommando nicht genutzt, da es an der Ansicht festhielt, dass Unterseeboote vielmehr als Anhängsel zur Oberflächenflotte eingesetzt werden sollten statt als eigenständige Angriffskräfte. Sogar die aufschreckenden Anfangserfolge der deutschen U-Boote brachte es nicht von dieser Sicht ab.

Wie gesagt, anfangs des Krieges wurden einige bemerkenswerte Meisterleistungen erreicht. Wie bereits erwähnt tauchten im Februar 1942 japanische Unterseeboote vor Santa Barbara in Kalifornien auf und beschossen eine Ölraffinerie und versenkten zwei Handelsschiffe. Im März bombardierten japanische Wasserflugzeuge, die unterwegs durch Unterseeboote aufgetankt wurden, zum zweiten (und letzten) Mal in diesem Krieg Pearl Harbor. Im August wurde ein Flugzeug im Innern eines japanischen Unterseeboots nach Cape Blanco in Oregon transportiert. Dort wurde es zusammengebaut und es flog zweimal etwa 50 Meilen ins Landesinnere um Brandbomben über den Wäldern von Oregon abzuwerfen - die ersten Luftangriffe, die je gegen die kontinentalen Vereinigten Staaten stattfanden. Das gleiche Unterseeboot versenkte auch zwei Frachtschiffe und ein sowjetisches Unterseeboot das in Richtung Panamakanal unterwegs war (was die verwirrten Sowjets einem fiesen Angriff durch ein amerikanisches U-Boot zuschrieben). Obwohl diese Angriffe nur Nadelstiche waren verbreiteten die Angst in der US Navy und halfen zu erklären, warum Hubbards Behauptungen anfänglich durch seine Vorgesetzten ernst genommen wurden.

Hätten die Japaner eine konzertierte Aktion durchgeführt, hätten sie einige bedeutende Resultate erzielen können (ganz besonders zu Beginn, als die US nur wenig Anti-U-Boot Schiffe hatte). Aber es sollte nicht sein. Sie hatten ein strategisches Problem, dem sich die Deutschen nie gegenüber sahen: die Versorgung isolierter Inselgarnisonen, die von den allierten Marinestreitkräften blockiert waren. Ende 1942 mussten Unterseeboote zum Transport von Nahrung und Munition zu den Militärbasen auf den Inseln und zur Evakuation von Kranken und Verwundeten eingesetzt werden. Von den japanischen U-Boot Besatzungen, kämpfende Männer die sich selbst als die Elite der japanischen Navy betrachteten, wurde dies als unangenehmer und entehrender Dienst angesehen. 1943 war die U-Boot Flotte derart mit Versorgungsfahrten beschäftigt, dass nur wenige Boote für offensive Aktionen übrigblieben. Ende 1943 war die japanische Offensivpräsenz so sehr geschrumpft, dass einzelne Schiffe in der Lage waren, den Pazifik ohne Geleitschutz zu überqueren; im Atlantik wäre dies bis zum Ende des Krieges Selbstmord gewesen. Die Vereinigten Staaten waren sich dessen voll bewusst, da sie wiederholt den Signalkode der japanischen Marine geknackt hatten.

Diese Aneinanderreihung von Fakten genügten offensichtlich um Admiral Fletcher zu überzeugen, dass dort tatsächlich keine U-Boote waren. In der Tat ist es schwer einzusehen wie er etwas anderes hätte tun können als Hubbards Behauptungen zurückzuweisen, so wie er mit einem Rapport konfrontiert wurde, der nicht nur objektiv unbegründet war sondern dem von sechs der sieben Kommandanten am Ort der Handlung entschieden widersprochen wurde. Hubbards Bitte um Erlaubnis, den Bereich auf die vermuteten Wracks abzusuchen wurde abgelehnt.

Beweise von den Japanern

Dabei blieb es bis zum Ende des Krieges. Die gesammelten Beweise wiesen darauf hin, dass vermutlich kein U-Boot in jener Gegend war, aber die Navy konnte nicht sicher sein, dass dies bestimmt der Fall war bis nach der Niederlage der Achse. Im Januar 1943 setzte die Army und Navy der Vereinigten Staaten ein Joint Army-Navy Assessment Committee (JANAC) ein um die Verluste der feindlichen Marine- und Handelsschiffahrt während dem Krieg zu katalogisieren. Die Air Force war damals Teil der Army, obwohl sie im JANAC ihren eigenen Vertreter hatte. Berichte von Kriegsgefangenen, Quellen des Geheimdienstes und Rapporte von Bombenangriffen benutzend stellte es einen umfassenden Index der feindlichen Kriegsverluste zusammen. Nach der Niederlage von Japan führten die US Navy und die British Admiralty gemeinsam eine grosse Begutachtung survey der japanischen Navy durch.

Beide stellten schliesslich Berichte über feindliche Verluste vor, die Admiralty im Juni 1946 und das Navy Department im Februar 1947. 3 Die beiden Berichte überschneiden sich beträchtlich, aber jeder publizierte Details in unterschiedlichem Grad. Beide Berichte identifizieren die gesunkenen Schiffe und das Datum. Der britische Bericht bietet die Identität der für die Versenkung verantwortlichen Schiffe oder Flugzeuge, jedoch nur eine unklare Lokalisierung. Der amerikanische Bericht gibt eine genaue Lokalisierung mit Längen- und Breitengraden an, aber nur eine allgemeine Kategorie des versenkenden Faktors (zB. "Schiff", "Flugzeug" usw.). Durch den Vergleich der Angaben von beiden ist es möglich, festzustellen wer welches U-Boot versenkte, mit genauen Details wo und wann.

Im Falle von Hubbard ist für die gesamte Kriegszeit weder ein durch die britschen noch durch die amerikanischen Marinebehörden versenktes Schiff vor der Westküste der Vereinigten Staaten verzeichnet. Über beinahe jedes japanische Unterseeboot wurde Bericht erstattet. Von den 130 im Verlaufe des 2. Weltkrieges zerstörten japanischen Unterseebooten konnte nur bei fünf die Ursache der Vernichtung nie bestimmt werden, und von diesen blieb nur die Lokalisierung von einem unbekannt. 4 Die Akten der Imperial Japanese Navy zeigten auch, dass keine U-Boote vor Oregon anwesend waren und insgesamt nur ein U-Boot im Mai 1943 verloren wurde - die RO.137, versenkt durch die USS SC-669 in den Neuen Hebriden.

Tatsächlich, es gab keinen Grund warum zu jener Zeit irgendein japanisches U-Boot im Bereich vor Oregon gewesen sein sollte. Die Küste der US lag nahe an der Grenze ihrer Reichweite und hätte eine lange und äusserst riskante Fahrt erforderlich gemacht. Als Hubbard im Mai 1943 seinen "Kampf" focht lag die hauptsächliche Aufmerksamkeit der japanischen Marine im Kampf um die Aleuten. Zu Kriegsbeginn durch japanische Streitkräfte besetzt, waren die Aleuteninseln Attu und Kiska - administrativ zu Alaska gehörend - der einzige Teil der Vereinigten Staaten der je durch den Feind besetzt wurde. Der japanischen Unterseebootsflotte wurde befohlen, Mogura oder Versorgungsoperationen durchzuführen. Es war eine teure Aufgabe, mit drei zerstörten japanischen U-Booten in nur zwei Wochen. Ironischerweise erhielt einer dieser Verluste, die I.9, die zweifelhafte Auszeichnung, der einzige bestätigte japanische Verlust durch einen U-Bootjäger der PC-Klasse, der PC-487 am 6. Juni 1943, zu sein. Man kann sich Hubbards Ärger vorstellen, als er diese Nachricht hörte nur eine Woche nach Abschluss seines eigenen Scheinkampfs.

Die Wracks

Ein letztes Beweisstück ist vielleicht das deutlichste von allen. Falls eines, möglicherweise zwei japanische U-Boote durch Hubbard versenkt wurden, wo blieben sie dann? Vermutlich immer noch auf dem Meeresgrund. Es wurde jedoch nie von japanischen U-Bootewracks vor der Westküste der US berichtet. Sicher haben Leute nach ihnen gesucht - eingeschliesslich die Scientology Kirche, von der berichtet wird, anfangs der 80er Jahre eine teure Expedition organisiert zu haben. Hubbards U-Boote schienen in der Tat bemerkenswert schwierig zu fassen. Bestimmt war nie jemand in der Lage festzustellen, was sie waren und wo sie jetzt liegen.

Die Erklärung durch eine Verschwörung

Am Gerichtsverfahren des ehemaligem Biographen von Hubbard Gerry Armstromg von 1984 bot Moulton eine alternative Erklärung für das Nichtanerkennen von Hubbards "Leistung" durch die US Navy.

Q: Nun, sie haben früher erwähnt, sie glauben dass die Schlussfolgerung von Admiral Fletcher durch einige Aspekte des politischen Klimas beeinflusst wurde; was heisst das?

A: Gut, ich bin sicher - ohne das wäre es anders verlaufen - etwa um diese Zeit, entweder kurz vor dieser Aktion oder gerade nachher, ich glaube es war gerade darnach, fand das Bombardement einer Raffinerie irgendwo im Bereich von Los Angeles statt, ich glaube gerade an der Küste. Es wurde vor einigen Monaten, vor drei Monaten, im Readers Digest beschrieben.

Damals löste dies eine lokale Panik aus, wie mir erzählt wurde, und die Presse wies darauf hin und jedermann an der Westküste verbreitete scheinbar einen Haufen Gerüchte weiter und wurde dadurch ziemlich verunsichert.

Ich weiss, dass die an der Küste wohnenden Leuten die Kommandanten der verschiedenen Regionen mit einer Menge Fragen überhäuften. Es war noch keine Panik, aber es führte in diese Richtung.

Es wurde so arg, dass ich mich erinnere wie die Zeitungen in Oregon verschiedene Artikel darüber brachten. Ich sah einen, in dem die Leute aufgerufen wurden die Ruhe zu bewahren, keine Gerüchte und so zu verbreiten und ich bin mir gewiss, dass dies allen Kommandanten entlang der Küste bestens bekannt war, und es war zu ihrem Vorteil, wenigstens in der Öffentlichkeit, nicht zuzugeben, dass sich U-Boote in diesem Bereich aufhielten und darum war es selbstverständlich, dass Admiral Fletcher diese Mitteilung an Admiral King gesandt hatte, im Wissen wie die Navy funktioniert bin ich sicher, er hätte darauf nicht verzichtet.
(Quelle: Zeugenaussage von Moulton, Scientology Kirche vs. Armstrong, 21. Mai 1984)(DOKUMENT C)

Dies wurde in den letzten Jahren durch die Scientology Kirche aufgenommen und wiederholt. In einem an ihre Mitglieder verteilten Anweisungsdokument von 1998 erklärte sie, dass:

[Vice Admiral] Fletcher hatte kurz zuvor in der Schlacht um Midway zwei voll ausgerüstete Flugzeugträger verloren und hatte seinen Vorgesetzten versichert, dass die Gewässer im Bereich seines Kommandos frei von U-Booten waren. Er konnte sich keinen Zwischenfall wie einen Zusammenstoss mit japanischen U-Booten leisten, dies hätte das Ende seiner Hoffnungen auf das Wiedererlangen eines ausschlaggebenden Kommandos bedeutet. In der Folge versuchte Fletcher die ganze Angelegenheit zu begraben. Trotzdem erhielten alle Mannschaftangehörigen nach dem Krieg Auszeichnungen für den Kampf.
(Quelle: "Korrektur falscher Berichte in 'Scientology Unmasked', Boston Sunday Herald 1. März 1998")

Diese höchst spekulative Erklärung hält einer genauen Prüfung nicht Stand, wie auch immer: es fällt schwer zu verstehen, wie Scientology oder Moulton irgend welche Kenntnis von den persönlichen Gründen des Admirals haben konnten und kein dokumentierter Beweis wurde je zur Untertsützung dieser Theorie vorgelegt. Sie ist ausserdem unsachlich, indem Fletcher ein Mitglied der vornehmen Marinefamilie war - militärische Aristokratie könnte man sagen - und die US Navy betrachtete ihn offiziell als jemanden, der sich in den Schlachten von Midway und Wake Island selbst qualifizierte. 5 Er hatte es folglich nicht nötig, eine beschädigte Karriere zu retten. Scientology ist auch unkorrekt wenn sie behauptet, dass die Mannschaft der PC-815 Ehrungen für ihre Beteiligung an dem "Kampf" erhielt. Hubbard auf alle Fälle nicht und das Navy and Marine Corps Medals and Awards Manual enthält keine Aufzeichnungen, dass die PC-815 irgendwelche Stars für eine Beteiligung an einem Gefecht erhielt. Trotzdem war Hubbard in der Lage, seiner Mannschaft eine Belohnung zu überreichen: nachdem sie am 22. Mai nach Astoria zurückkehrten nahmen sie eine seltene Lieferung von Ice Cream an Bord. Es war nicht viel, aber besser als gar nichts.


Anmerkungen

1 Moultons Zeugenaussage, Scientology Kirche vs. Armstrong, 21. Mai 1984

2 Hubbard, Datum unbekannt - siehe Ron der Poet/Lyriker (1997), http://www.ronthepoet.org/p_jpg/thewar1.htm

3 German, Italian and Japanese U-Boat Casualties during the War: Particulars of Destruction, Cmd. 6843 (Juni 1946); Japanese Naval and Merchant Shipping Losses during World War II by All Causes (Februar 1947)

4 Es war dies die RO.35, verloren im Juni 1942. Als Grund des Untergangs wurde ein "Betriebsunfall" angegeben, aber wo und wann sich dies ereignete wurde durch die Allierten in ihren damaligen Rapporten nicht angeführt. Gemäss Lt Cdr Shizuo Fukui der Imperial Japanese Navy, sank die RO.35 im Oktober 1943 bei den Solomon Inseln.

5 Siehe die Geschichte der Aktivitäten der US Navy im 2.Weltkrieg, "History of United States Naval Operations in World War 2" von Rear Admiral Samuel Eliot Morison, 1949.


Quellen

A. Hubbards Bericht über den "Kampf" am Cape Lookout

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B. Schlussfolgerungen von Vice Admiral Fletcher, 8. Juni 1943

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C. Zeugenaussage von Thomas S. Moulton, Scientology Kirche vs. Armstrong, 21. Mai 1984

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Krieg im Pazifik: die USS PC-815

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Der Coronados Zwischenfall