RON DER "KRIEGSHELD"
L. RON HUBBARD UND DIE U.S. NAVY, 1941-50

< KAPITEL 3.7
Der Coronados Zwischenfall

Kapitel 3.9 >
"Verkrüppelt und erblindet"

3.8  "Mister Roberts" und die USS Algol

Some of Ron's adventures at sea were later made into a Hollywood film, "Mr. Roberts", with the lead part played by Henry Fonda.

- A Short Biography of L. Ron Hubbard, "The Auditor" issue 63

Kaum wurde Hubbard vom Kommando der USS PC-815 enthoben, meldete er sich krank. Am 15. Juli 1943 - am gleichen Tag als Konteradmiral F.A. Braisted einen Ermahnungsbrief wegen dem unglücklichen Beschuss von Mexikos Coronados Islands schickte - wurde Hubbard auf die Krankenliste in San Diego gesetzt nachdem er sich über eine Vielzahl von Problemen von Magenbeschwerden über Rückenschmerzen bis zu Malaria beklagt hatte. Gemäss einem Arztbericht behauptete Hubbard, vor sechzehn Monaten ein einem "Kriegsgebiet" bereits einen Malariaanfall erlitten zu haben. Im Januar 1942 war er in Südaustralien - wohl kaum eine Kriegszone - und es wurde damals wie auch darnach keine Malaria festgestellt; keine Diagnose von Malaria erscheint irgendwo in seinen umfangreichen medizinischen Akten. In seinen privaten Unterlagen gab er zu, dass seine Krankheitsbehauptungen nicht durch wirkliche Symptome veranlasst wurden, sondern dem Wunsch disziplinarischen Massnahmen zu entgehen. Er schrieb nach Hause um die Familie zu informieren, dass er im Spital war weil er durch eine nicht explodierte Granate verletzt wurde, die er vom Deck seines Schiffs hochhob; sie explodierte in halber Höhe als er sie über die Reling warf. 1

Hubbard blieb für 77 Tage auf der Krankenliste, bis es sich schliesslich herazsstellte, dass er glaubhafte Beschwerden hatte - ein Geschwür am Zwölffingerdarm (DOKUMENT A). In späteren Jahren pflegte er eine eher unwahrscheinliche Geschichte über seinen Spitalaufenthalt zu erzählen:

Ich hatte bereits früher im San Diego Hospital, wo ich wegen einigen Rückenverletzungen war, ihnen bei ihren Problemen mit der sogenannten "Filoriasis" [Filariasis, durch Fadenwürmer verursachte Krankheit] geholfen, von der sie nichts wussten. Da ich im Südpazifik war und etwas davon wusste, waren sie sehr froh um jeden Hinweis. Sie wussten nichts von dem französischen Serum, dass dafür erhältlich war und sie wussten nicht, dass sie die Leute weder impotent noch steril machte, ebenso wussten sie nicht, dass ein Aufenthalt in einem kalten Land alles war was wirklich dagegen unternommen werden musste. Sie hatten ein Regiment Marines dort in San Diego, die sich alle mit der Krankheit angesteckt hatten und an Land verbracht wurden. Diese wurden nach Alaska geschickt, wo sie alle, da bin ich mir sicher, in der Kälte wieder gesund wurden.
(Quelle: Autobiographische Notizen für Peter Tompkins, 6. Juni 1972)

Während er in San Diego gute Taten vollbrachte wurde entschieden, dass er dem Small Craft Training Center in San Pedro, Kalifornien, zugeteilt werden sollte, was ein Versuch von seinen Vorgesetzten gewesen sein könnte, den während seinem Einsatz auf der PC-815 aufgezeigten Schwächen abzuhelfen. Wegen seinem langen Aufenthalt im Marinespital meldete er sich bis 16. Oktober nicht beim SCTC, zu jener Zeit wünschte er bereits einen Szenenwechsel. Nur drei Tage nach seiner Ankunft sandte er einen Brief an den Chief of Naval Personnel mit der Bitte um eine Neuzuteilung:

1. Ich ersuche darum, dass ich auf Landungsschiffe wie LSTs [Landing Ships, Tank], bestimmt für irgend ein Kampfgebiet, abkommandiert werde.

2. Ich nehme an, dass meine Dienste bei den amphibischen Streitkräften von grösserem Nutzen sein könnten, obwohl Commander McDaniel vom Sub-Chaser Training Center, Miami, erst kürzlich erneut empfahl, dass mir ein anderes Kommando auf PCE oder PC übergeben werden soll, erscheint es mir, dass Offiziere mit Seeerfahrung dingender auf Landungsschiffen benötigt werden.
(Quelle: Brief von Hubbard an den Chief of Naval Personnel, 19. Oktober 1943)

Er legte eine etwas übertriebene Zusammenfassung seiner eigenen Karriere bei, in der er behauptete, dass er "Kommandeur von drei Expeditionen" war und "daraus resultierend Kenntnisse der Gewässer und Strände in verschiedenen Teilen der Welt" gewann. Seine Behauptungen über seinen kurzen Dienst in der Reserve des US Marine Corps - fünf Wochen Ausbildung 1930-31 - hätten seine ehemaligen Vorgesetzen überrascht: "Infanterieausbildung und Kenntnisse von Landungstaktiken gewonnen als 1st Sergeant, USMCR, 1930/31 wie auch in der National Guard. Qualifiziert für nahezu alle leichten Waffen und Infanteriewaffen. Erfahrung im Umgang mit Truppen bis Bataillonsstärke." (DOKUMENT B)

Hubbard war sich wohl bewusst, dass das Debakel bei den Coronados gegen ihn sprechen würde. Demzufolge fügte er eine Erklärung bei, mit der er den Beschuss der Coronados rechtfertigte und erklärte, dass der grösste Teil der Mannschaft der PC-815 ihn ersuchte, sein Kommando wieder zu übernehmen. Er behauptete, dass ihm die Genehmigung erteilt wurde auf eigene Verantwortung zu schiessen und beschwerte sich, dass andere Schiffe für das Ankern vor den Coronados nicht getadelt wurden. Er fügte eine nicht gerade überzeugende Entschuldigung an - obwohl er damals zwar wusste dass er von einer Halsinfektion befallen war, könne dies seinen Irrtum nicht entschuldigen.

Der kommandierende Offizier des SCTC empfahl, Hubbards Gesuch zu bewilligen, der Brief ging jedoch über Konteradmiral Braisted, Hubbards Nemesis der Coronados Affäre. Der Konteradmiral gab keinerlei ausdrückliche Empfehlungen ab, wies aber den Chief of Naval Personnel auf das Protokoll der Untersuchungskommission hin, die sich mit Hubbards Fall befasste. Das Resultat stand von vornherein fest. Das Schreiben kam mit dem Kommantar des CNP zurück: "Nichts unternehmen - frühere Akten weisen darauf hin, nicht qualifiziert für ein Kommando". (DOKUMENT C) Der Konteradmiral hatte früher empfohlen, dass Hubbard auf einem grossen Schiff "auf dem er angemessen überwacht werden kann" Dienst leisten soll. Vielleicht durch Hubbards Gesuch daran erinnert, die Marinebehörden setzten nun diese Empfehlung um indem sie Hubbard zum Dienst in Verbindung mit dem Umbau der SS Algol in Portland, Oregon, verpflichteten. (DOKUMENT D).


Die USS Algol vor Anker, vermutlich in Norfolk, VA - 30. März 1950.
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Die Algol war ursprünglich ein Frachter, die SS James Burns, der im Februar 1943 in Oakland, Kaliforniern, von Stapel lief. Die Anforderungen des Feldzug im Pazifik verlangte den Umbau des Schiffes in ein Victory Ship oder, wie es die Navy formell nannte, ein Angriffsfrachter (benutzt zum Truppentransport oder von Fracht unter Kriegsbedingungen wie beispielsweise zur Unterstützung einer Invasion auf dem Seeweg). Sie wurde am 3. Dezember 1943 in der Willamette Schiffswerft in Portland, Oregon, aus dem Dienst gezogen, vor ihrem Umbau in ein Schiff der US Navy. Hubbard bekam den Posten eines Navigators und Ausbildungsoffiziers (später auch Chief Ship's Censor), verbunden mit der Pflicht zur Überwachung der Ausbildung der Algol Mannschaft.

Nach seinen eigenen Schriften zu urteilen, war Hubbard kein übermässig überzeugendes Mitglied der Mannschaft der Algol und manchmal etwas deprimiert über die Tiefschläge seiner Karriere. "Meine Rettung ist, dies über mich ergehen zu lassen", schrieb er verdriesslich am 6. Januar 1944, "zu schreiben, schreiben und weiterzuschreiben. Auf die Tasten zu hämmern bis meine Finger bis zum zweiten Glied abgenutzt sind um dann weiter auf die Tasten zu hämmern. Kopien aufzustapeln, Geschichten aufzustapeln, Sprachwendungen zu formulieren und allgemein mein Leben gemäss der einzigen erfolgreichen Linie zu führen, die ich je hatte." 2

Hubbard blieb für die nächsten neun Monate auf der Algol, nur unterbrochen durch einen einwöchigen Kurs für amphibische Operationen, gehalten im April an der Operational Training School des 12th Naval District in Treasure Island, Kalifornien. Seine Leistung wurde vom Supervisor of Ships an der Willamette Schiffswerft als befriedigend eingestuft, der ihn "gewissenhaft und tatkräftig" nannte und er schien "die erforderlichen Qualifikationen zur Beförderung zum nächsthöheren Rang [Lieutenant Commander] aufzuweisen, seine fällige Beförderung wird empfohlen". Geheimnisvollerweise zeigten Hubbards Fähigkeitsrapporte an Bord der Algol eine zuvor nie dokumentierte Kenntnis des Japanischen. Als der Zeitpunkt der Indienstnahme der Algol nahte, schien jedoch Hubbards Vorliebe für den Kampfeinsatz abgenommen zu haben. Eher als auf U-Bootjägern oder LSTs zeigte er nun eine Neigung für den Dienst auf Hilfsschiffen - die Algol war als amphibisches Schiff klassifiziert, nicht als Hilfsschiff - oder beim Büro für Hydrographie an Land.

Die Nachrichten vom pazifischen Kriegsschauplatz könnten etwas damit zu tun gehabt haben. Während 1943 und 1944 tobten schwere Kämpfe über dem westlichen Pazifik, da sich die Allierten Streitkräfte auf ihrem Weg von Insel zu Insel durchkämpften. Bei den Landungen auf Tarawa im November 1943 wurden mehr als tausend Amerikaner getötet und zweitausend verwundet. Die Gilbert Inseln wurden im November 1943 erstürmt und der Januar 1944 brachte Landungen auf den Marshall Inseln. Die Zurückeroberung von Neuguinea begann im April 1944, während am 15. Juni zwei Divisionen von US Marines einen Angriff auf Saipan in den südlichen Marianen begannen und in der darauf folgenden Schlacht wurden 16'500 Amerikaner getötet oder verwundet. Kurz danach, in der Schlacht auf der Philippinischen See, unternahmen die Japaner den entschlossenen Versuch, die amerikanische Flotte zu vernichten, wurden aber abgewehrt. Zum ersten Mal wurde die militärische Zensur über die Verluste der US gelockert um das amerikanische Volk vom tödlichen Ernst der Auseinandersetzungen zu überzeugen in welche die Nation verwickelt war. Schockierende Bilder von brennenden Schiffen und von toten Marines bedeckten Stränden wurden auf den Titelseiten der Zeitungen überall in den Vereinigten Staaten verbreitet. Fronteinsatz in der Pazifikflotte der US wurde zunehmend gefährlich. Für die Algol, als ein Angriffsfrachter, war vorgesehen in Küstennähe zu operieren zur Unterstützung der amphibischen Landungen - und so wäre sie nicht nur direkt an der Aktion beteiligt, sondern als hochwichtiges, nur leicht bewaffnetes Schiff, wäre sie ein Hauptziel für feindliche Angriffe.

Am 21. April 1944 wurde die USS Algol in Dienst gestellt und übernahm voll ihre Aufgabe in der US Navy. Sie fuhr sofort für Testfahrten aus. Den August durch und beinahe den ganzen September führte sie Ausbildung auf See durch; als Navigationsoffizier unterzeichnete Hubbard täglich das Logbuch des Schiffes, es gab jedoch nur wenig zu berichten ausser "unterwegs, wie zuvor". Er behauptete später, dass er während der Zeit an Bord der Algol ein "Lehrbuch für seine Mannschaft schrieb, das nicht nur die Technik der Navigation und ihre Begriffe stark vereinfachte, sondern aus Männern Navigatoren machte, die sich sonst vergeblich darum bemüht hätten". 3 Die Testfahrten der Algol wurden am 3. September 1944 abgeschlossen und sie legte in Oakland, Kaliforniern, an um Fracht für den Transport nach Saipan zu laden, dem Schauplatz kürzlicher blutiger Kämpfe

Hubbard wollte jedoch nicht nach Saipan gehen. Am 8. September 1944 schrieb er dem Chief of Naval Personnel (DOKUMENT E) und bat um Versetzung an die School of Military Government, einem allgemeinen Aufruf der Navy befolgend, der Bewerber suchte "zur intensiven Ausbildung um zum Dienst im Ausland als Offiziere für zivile Angelegenheiten in besetzten Gebieten eingesetzt zu werden". Er behauptete, eine "Ausbildung als Bauingenieur" gemacht zu haben (er erwähnte nicht, dass er nur zwei von drei Jahren seines Kurses absolvierte und dieen nicht abschloss); behauptete mit Japanisch, Spanisch, Chamorro, Tagalog, Pekin [sic] Pidgin und Shanghai Pidgin vertraut zu sein (kein geringes Kunststück unter Berücksichtigung, dass er sich als Teenager Ende der 20er Jahre für nur wenige Tage in Japan und China aufhielt); behauptete dass er "vertraut mit der Soziologie und den Regierungen von Nord China, Japan und den Philippinen" war; und behauptete, dass er "mit dem Umgang mit Eingeborenen aller Klassen in verschiedenen Teilen der Welt erfahren war, als Arbeitsteams, Studenten oder Geschäftspartner". (Seine Erfahrung im "Umgang mit Eingeborenen" während der Apartheidszeit in Südafrika und Rhodesien sollte später das Thema von Vorträgen werden, die in Scientology bis zum heutigen Tag noch im Gebrauch sind.)

Auch wenn er nicht ganz so erfahren war wie er behauptet hatte, Hubbards Gesuch wurde trotzdem von seinem Kommandanten Lieutenant Commander Axton T. Jones unterstützt, der eine wohlwollende Meinung von Hubbard hatte. Er stellte Hubbard einen über alles vorteilhaften Führungsbericht für seinen Dienst an Bord der Algol aus, fügte jedoch einen Vorbehalt hinzu:

Leutnant Hubbard ist ein fähiger und tatkräftiger Offizier, ist jedoch sehr temperamentvoll und öfters in seinen Gefühlen verletzt. Er ist ein überdurchschnittlicher Navigator und vertrauenswürdig. Dieser Offizier hat einen hervorragenden persönlichen und militärischen Charakter. Zur Beförderung empfohlen, wenn fällig.
(Quelle: L. Ron Hubbard Fitness Report, 21. Juli 1944 - 28 September 1944) (DOKUMENT F)

Am 15. September erhielt Hubbard die willkommene Nachricht, dass er ins Military Government Program aufgenommen wurde. Aber gerade bevor er die Algol verliess ereignete sich ein sehr merkwürdiger Vorfall. Am Mittwoch, 27. September um 16.30 Uhr berichtet das Decklogbuch der Algol:

"Der Navigationsoffizier berichtete dem OOD [Officer on Deck]. dass ein Sabotageversuch irgendwann zwischen 15.30 und 16.00 unternommen wurde. Eine mit Benzin gefüllte Kolaflasche mit eigestecktem Tuch als Docht wurde zwischen Fracht versteckt, die an Bord gehievt wurde und im Lager Nr. 1 gespeichert wurde. Sie wurde entdeckt bevor sie an Bord gebracht wurde. Vertreter des ONI [Office of Naval Intelligence], FBI and NSD [Naval Security Detachment?] informierten sich an Ort und eine Untersuchung wurde eingeleitet."
(Quelle: Decklogbuch, USS Algol, 27. September 1944)


The USS Algol auf See - undatierte Aufnahme, wahrscheinlich von 1944

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Die USS Algol nach Hubbard

Die Algol fuhr am 3. Oktober 1944 nach Saipan aus zum Dienst im westlichen Pazifik für die nächsten drei Jahre. Sie verdiente sich zwei Gefechtssterne: Einen für die Invasion von Okinawa (1. April-10. April 1945) und einen für Aktivitäten bei den Solomon Inseln (10. Juli-3, August 1945). Nach dem Krieg wurde sie erst eingemottet bevor man sie ausser Dienst setzte, sie wurde aber für den Koreakrieg reaktiviert, wo sie sich weitere fünf Gefechtssterne verdiente. Später beteiligte sie sich 1963 an der Blockade von Kuba durch die US Marine. Den Rest ihrer Karriere verbrachte sie an der Ostküste der US und in Westindien als Ausbildungsschiff für die amphibische Kriegsführung. Die Algol wurde im Juli 1970 endgültig aus dem Dienst gezogen. 1983 wurde sie durch das New Jersey Artificial Reef Committee erworben und 1991 in etwa 40 m tiefem Wasser versenkt, rund 25 km östlich von Manasquan Inlet, wo sie heute ein vielbesuchter Tauchplatz ist.

Das Logbuch ist unterzeichnet vom Navigationsoffizier, L. Ron Hubbard. Das Logbuch bringt jedoch keine weitere Erwähnung des Vorfalls und es wurde bisher keine Aufzeichnungen über den Ausgang der Untersuchungen entdeckt. Es gibt keinerlei Erklärungen was Hubbard mit dem Durchsuchen der Fracht zu tun hatte oder wie er es anstellte, diese "Benzinbombe" zu finden. Es gibt auch nicht eine Bestätigung, dass die Flasche eine Art improvisierter Brandsatz war; die einzige bekannte Aufzeichnung des Vorfalls ist dieser Eintrag im Logbuch der Algol. Kurz nach 22 Uhr am gleichen Abend wurde eine Nachricht empfangen die bestimmte, dass "Lt Lafayette Ron Hubbard, D-v (S). USNR 113392, ab sofort vom Dienst freigestellt ist".

Dieser Vorfall wurde zum Thema einiger Diskussionen unter Hubbards Gegnern. L. Ron Hubbard jun. behauptete in einer eidesstattlichen Erklärung, dass sein entfremdeter Vater vom Dienst auf der Algol enthoben wurde nachdem er "offensichtlich eine Benzinbombe an Bord der USS Algol versteckte um den Einsatz im Kampf zu verhindern". Andere Kritiker bekräftigten diese Behauptung. Der offizielle Biograph Hubbards von der Scientology Kirche erwidert:

L. Ron Hubbard wurde nie vom Dienst auf einer im Pazifik eingesetzten USS Algol enthoben ... Diese Darstellung ist nicht nur falsch - da Mr. Hubbard eine an Bord der Algol versteckte Benzinbombe entdeckte - sondern sein Dienst ab Bord der Algol endeten mit der Beförderung an die United States School of Military Government an der Princeton University. 4

Ausser der ungenauen Angabe über die Versetzung Hubbards - er wurde nicht befördert, sein Rang blieb unverändert - ist Sherman im wesentlichen korrekt. Es gibt keine Hinweise in Hubbards Akten, dass er vom Dienst auf der Algol enthoben wurde, noch dass er durch das Auffinden der "Benzinbombe" bedingt in irgend einer Weise bestraft wurde. Er wäre ohne Zweifel mit sehr ernsten Anklagen konfrontiert worden, wenn man diese ihm zugeschrieben hätte, gemäss dem Militärgesetz zu Kriegszeiten, möglicherweise sogar der Todesstrafe. Ausserdem ist es schwer einzusehen, was durch das Anbringen dieser Vorrichtung hätte gewonnen werden können. Es wurde ihm bereits mitgeteilt, dass seine Abkommandierung an die School of Military Government kurz bevorstand. Sein Kapitän gab ihm ständig zufriedenstellende Berichte, empfahl ihn zur Beförderung. Es gab ganz einfach nichts für ihn, um von einer solchen äusserst riskanten Aktion zu profitieren, da er bereits einen vielversprechenden Rapport erreichte und seine erwünschte Versetzung. Man kann seine Beteiligung nicht völlig ausschliessen, aber die Erwägung der Argumente weist darauf hin, dass nicht er der Schuldige war.

Eine letzte seltsame Anmerkung zu Hubbards Dienstzeit an Bord der USS Algol stammt von ihm selbst, indem er, was zu einer kleinen Legende innerhalb Scientology wurde, behauptete dass die populäre Broadwayshow "The Bucket", später der Film und die TV Serie "Mr. Roberts" auf seinen Erfahrungen auf der Algol basierten. Die ursprüngliche Show, geschrieben von Thomas Heggen and Joshua Logan, befasst sich mit dem Leben an Bord eines militärischen Frachters während dem 2. Weltkrieg. Henry Fonda, in einer seiner besten Rollen, spielt den eponymen Lt (jg) Roberts, ein engagierter Marineoffizier, der sich nach dem Einsatz im Kampf sehnt. James Cagney ist unvergesslich als engstirniger Kaptän des Schiffs, der sich mehr um seine Ehrenauszeichnungen kümmert als um die Ängste seiner Männer. Jack Lemmon bekam einen Oscar für seine komische Darstellung des Ensign Pulver, dem Wäsche- und Moraloffizier. William Powell spielte den weltgewandten Schiffsarzt. Der Film hatte 1955 von Beginn weg zu Recht einen grossen Erfolg und brachte eine weniger erfolgreiche Fortsetzung hervor, 'Ensign Pulver', und eine TV Serie, ebenfalls mit dem Titel 'Mister Roberts'. Er wurde kürzlich durch Warner Bros auf DVD wiederveröffentlicht.

Als ihn seine Mitarbeiter im Juni 1972 über seine angebliche Verbindung mit diesem Film fragte, meinte er:

Ich weiss ehrlich nicht wie es dazu kam. Viele meiner Freunde in New York schrieben Stücke für die Bühne und als ich dort war nach meiner Rückkehr aus dem Südpazifik Mitte 1942 und es dort nur sehr wenig Leute gab die bis anhin im Krieg waren, muss die Story unter den stückeschreibenden Freunden herum geboten worden sein. Später, es war 1944, war ich wiederum auf der Tour als Schriftsteller und unterhielt meine Freunde mit der fabelhaften Geschichte "The Bucket". Einige Zeit darauf erzählten mir einige von ihnen, ich sei verewigt worden. Ich wusste nicht wovon sie sprachen. Dies ist alles was mir bekannt ist von einer Verbindung, allerdings könnte überhaupt keine Verbindung bestehen.
(Quelle: Autobiographische Notizen für Peter Tompkins, 6. Juni 1972)

Seine Bescheidenheit kam etwas spät, da er seinen Anhängern bereits erzählt hatte, dass er der Prototyp für Mister Roberts Persönlichkeit war, mit Lt Cdr Axton T. Jones als bösartiger Kommandant, im Film gespielt von James Cagney. Das Märchen wurde von Hubbards Public Relations Team ergeben weiterverbreitet:

Am Ende des Krieges, aufgrund seiner körperlichen Verfassung abgeschoben zu den amphibischen Streitkräften in den Pazifik, hatte er diese Abenteuer von denen in "Mister Roberts" auf der Leinwand berichtet wird. "The Bucket" in diesem Film, Bühnenstück und Novelle ist in Wirklichkeit die A.K.A. 54, die U.S.S. Algol. Der im Film als so brutal dargestellte Kapitän ist tatsächlich Lieutenant Commander Axton P. [sic] Jones. L. Ron Hubbard als "Mister Roberts" war weniger als ein Jahr auf diesem Schiff, wurde jedoch im Gegensatz zum Drehbuch nicht in Okinawa getötet.
(Quelle: Eine kurze Biographie von L. Ron Hubbard, 1960)

Die Charakterisierung von Jones erscheint ein wenig verletzend, in Betracht der lobenden Führungsberichte die er für Hubbard schrieb. Aber bezüglich der Behauptung selbst, es gibt keine Beweise dass sie wahr ist. Hubbard, sollte angemerkt werden, zeigte eine Schwäche unbestätigte Verbindungen mit erfolgreichen Filmen zu behaupten; er hatte bereits behauptet, die Drehbücher zu John Fords legendären Filmen 'Stagecoach' und 'The Plainsman', mit Gary Cooper, geschrieben zu haben. 5


ANMERKUNGEN

1  Brief von L. Ron Hubbard Jr., 26 Januar 1973

2  Hubbard, Datum unbekannt - siehe Ron der Schriftsteller (Scientology Kirche, 1989), http://www.ronthewriter.org

3  Siehe L. Ron Hubbard: Master Mariner/Yachtsman (Scientology Kirche, 1996) - http://www.lronhubbard.org/yachtsmn/intro3.htm

4  "Händler der Sensationssucht: The Boston Herald blossgestellt" (Scientology Kirche, 1997 - siehe http://news.scientology.org/mag/boston/page10a.htm.

5  Robert Macdonald Ford - Interview mit Russell Miller, 1. September 1986


Quellen

A. Mitteilung über Hubbards Krankenhausaufenthalt mit "Diagnose 371" (Geschwür am Zwölffingerdarm), 24. Juli 1943

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B. Hubbards Gesuch um Dienst auf See,  19. Oktober 1943

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C Antwort von Konteradmiral Braisted, 10. November 1943

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DL. Ron Hubbard Nachricht der Versetzung auf die USS Algol, 25. November 1943

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E. L. Ron Hubbards Gesuch um Versetzung an die US Navy School of Military Government, 9. September 1944

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F. L. Ron Hubbards Eignungsrapport, 4. Oktober 1944

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G. L. Ron Hubbards Nachricht der Versetzung an die Naval Training School (Military Government), 17. Januar 1945

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H. L. Ron Hubbards Abschlusszeugnis des Military Government Kurses, 27. Januar 1945

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